Bau der Moschee geht nach Verzögerungen gut voran.Foto: Bender Foto: Lahrer Zeitung

Bau der Moschee geht nach Verzögerungen gut voran.

Lahr - Einigen Unwägbarkeiten zum Trotz: Es geht voran mit dem Bau der Moschee im Westen der Stadt. Der Rohbau soll laut dem Vorsitzenden der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Hasan Babur, Ende des Jahres stehen. Auch das Fernziel hat man fest im Blick.

Babur ist die Freude anzuhören: "Es ist schön zu sehen, wie unser Projekt so langsam Form annimmt." Noch diese Woche könnten die Arbeiten im Erdgeschoss mit dem Restaurant abgeschlossen werden, Mitte, Ende kommender Woche mit denen am ersten Stock begonnen werden. Dort sollen Büro, Waschräume, Gästezimmer und der eigentliche Gebetsraum Platz finden.

Dass die Gemeinde mittlerweile zuversichtlich in die Zukunft schaut, ist nicht selbstverständlich. Traten nach dem Spatenstich im April doch einige Probleme auf – teils umwelt-, teils menschenbedingt. "Wir wussten, dass wir in ein feuchtes Gebiet bauen, dass der Untergrund aber so nass ist, damit haben wir nicht gerechnet", gesteht Babur. Die Konsequenz: Das Gebäude musste anders als vorgesehen unterkellert werden, was Zusatzkosten von rund 200.000 Euro bedeutete. "Dafür können wir das Nebengebäude etwas verkleinern, weil uns das zusätzlich Geschoss mehr Platz bietet", erläutert Babur. Etwa für die Technik.

Schon vor dem offiziellen Spatenstich sei es zu "kleineren Sabotageakten" (Babur) gekommen, was der Gemeindevorsitzende aber nicht allzu hoch hängen will. Mehrfach seien Leitungen gekappt und Grenzsteine entfernt worden. Das habe zu Zusatzkosten und einem höheren Personalaufwand geführt – der Vorstand richtete eine Bauwache ein. Doch Babur hegt keinen Groll: "Wir haben da kein Theater gemacht. Es soll Ruhe einkehren." Ein Wunsch, der in Erfüllung zu gehen scheint. Die Bauarbeiten liefen mittlerweile störungsfrei.

"Durch die Verzögerungen haben wir etwas Zeit verloren", sagt Babur. Die Fertigstellung des Rohbaus war ursprünglich auf Ende Oktober avisiert. Gutes Wetter vorausgesetzt, hofft man nun im Dezember Vollzug melden zu können.

Der langfristige Bauzeitenplan sieht vor, pünktlich zum Start der Landesgartenschau im Jahr 2018 Restaurant, Außenbereich und die eigentliche Moschee in Betrieb zu nehmen. Lediglich im Inneren des Gebäudes soll auch noch nach der LGS gewerkelt werden. Das, betont Babur, habe in erster Linie nicht die Stadt vorgegeben, sondern sei vor allem Wunsch der Türkisch-Islamischen Gemeinde selbst: "Wir wollen uns den Besuchern von unserer besten Seite präsentieren." Der Vorsitzende ist sich sicher: "Das wäre auch ein tolles Zeichen für Lahr."

Bis dahin liegt vor den Verantwortlichen aber noch ein großes Stück Wegstrecke. Babur: "Dass ein Drei-Millionen-Projekt nicht von heute auf morgen aus dem Boden gestampft wird, dürfte allen klar sein." Bislang stünden auf der Habenseite 700 000 Euro Eigenkapital. Kreditanträge über weitere 1,2 Millionen Euro seien gestellt. Der Rest soll durch Spenden und Beiträge finanziert werden. "Es ist eine große Herausforderung", räumt Babur ein. "Aber wir müssen und wollen es schaffen."