Das Badeverbot im LGS-See haben in den vergangenen Wochen etliche Gäste ignoriert. Nun ist es wieder offiziell erlaubt, sich dort abzukühlen. Foto: Schabel

Freizeit: Badeverbot nach mehr als sechs Wochen aufgehoben

Lahr - Gerade rechtzeitig vor der nächsten Hitzewelle erlaubt die Stadtverwaltung wieder das Baden im LGS-See. Denn die neuesten Wasserproben seien in Ordnung, heißt es aus dem Rathaus.

Das Badeverbot war am 25. Juni verhängt worden, da in einer Wasserprobe erhöhte Werte bei Kolibakterien festgestellt worden waren (wir berichteten). Zuletzt schien sich das Problem sogar noch zu verschlimmern, denn Ende Juli legte die Stadt mit einer Pressemitteilung nach, die für alle Freunde des Stegmattensees gar nicht gut klang. Von einer "massiven Verkeimung" war darin die Rede. Die in den wöchentlichen Wasserproben gefundenen Bakterien würden eine Verschmutzung durch die Fäkalien von Wasservögeln anzeigen, die das Baden verbieten würden. Überschreitungen der Grenzwerte in diesem Ausmaß und von dieser Dauer habe es beim Stegmattensee noch nie gegeben, so die Stadt.

Wie geht es nun weiter?

Jetzt also die plötzliche Kehrtwende – das Baden ist ab sofort wieder gestattet. Man behalte die Entwicklung aber im Auge. Sollten die Werte die geltenden Richtwerte erneut übersteigen, müsse auch erneut ein Badeverbot verhängt werden, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.

Was tut die Stadt für die Erhaltung der Wasserqualität?

Vor allem appelliert sie an alle Besucher, auf das Füttern von Wildtieren zu verzichten. Trotz der überdeutlichen Verbotsschilder rund um den See würden die BGL-Mitarbeiter immer wieder größere Futterablagestätten finden. Oft würden ganze Tüten mit Brotresten in den See gekippt, sogar ganze Brotlaibe seien schon aus den Wasserfiltern gefischt worden. "Wildtiere wie das Wassergeflügel im Stegmattensee benötigen jedoch keine Fütterung, im Gegenteil", so die Stadt. Das Füttern mit Abfällen und Resten menschlicher Nahrung führe zu Krankheiten, unerwünschter Vermehrung und dem Zuzug weiterer Tiere, insbesondere Ratten.

Welche Rolle spielen die Schwäne?

In ihnen sieht man im Rathaus offenbar die größten "Übeltäter". Auffällig sei, dass die Wasserqualität regelmäßig "extreme Verkeimungen" aufweise, seit ein Schwanenpaar im LGS-See sesshaft geworden ist und Nachwuchs bekommen hat. "Ein Schwan kann täglich bis zu vier Kilogramm Futter aufnehmen und verdauen", so die Stadt.

Denkt die Stadt über weitergehende Maßnahmen nach, etwa darüber, Vögel zu vertreiben?

"Derzeit nicht", so die Antwort aus dem Rathaus. Solche Maßnahmen seien nur erfolgreich, wenn sie dauerhaft umgesetzt werden –­ doch das sei nicht leistbar.

Gefährdet das Schwimmen im See die Gesundheit?

Die Richtlinien für die Badewasserqualität sollen sicherstellen, dass vom Baden keine Gesundheitsgefährdung ausgeht, betont die Verwaltung. Aber auch bei einem Wasser, das nach den Richtlinien völlig in Ordnung sei, könnten Gefahren bestehen, beispielsweise durch Zerkarien. Wer ein völlig unbedenkliches Badevergnügen suche, müsse letztlich ein gechlortes Freibad aufsuchen.