Finn Huck vom TV Lahr macht zu Hause Kraftübungen, in diesem Fall Kniebeugen mit Gewichten. Auf ein gemeinsames Training mit den anderen Kindern muss er pandemiebedingt weiter verzichten. Foto: privat

Leichtathletik: Gruppentraining beim TV Lahr ist nicht möglich / Vergleich mit Partner fehlt

Das Leichtathletiktraining beim TV Lahr ruht und obwohl die verschiedenen Disziplinen Individualsportarten sind, fehlt den Athleten das Training in der Gruppe. Was bleibt sind Kraft- und Fitnessübungen für zu Hause.

"Wir haben versucht, zu trainieren aber ich selbst konnte nur eine Einheit leiten", erzählt Johanna Wolfsperger, Leiterin der Leichtathletikabteilung des TV Lahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zwischenzeitlichen Lockerungen hatten ein Gruppentraining möglich gemacht, die Freude darüber war jedoch nur von kurzer Dauer. Inzwischen lassen die hohen Inzidenzzahlen kein Training mehr zu.

Kinder messen sich in Challenges und können einen Preis gewinnen

"Seit November muss jeder für sich trainieren", sagt die Abteilungsleiterin und schildert, dass die Erwachsenen im Verein von ihren Trainern Trainingspläne gestellt bekommen, um sich fit zu halten. Für die Kinder habe sich der Verein etwas besonderes einfallen lassen: "Wir veranstalten in den einzelnen Gruppen Challenges. Der Gewinner erhält dann als Preis einen Sportgutschein", so Wolfsperger. Diese Challenges bestehen zum Beispiel aus einem 45 Minuten Workout, Bergsprints oder regelmäßigem Joggen. Wer diese Aufgaben am besten bewältige, erhalte den Preis. Die Trainer seien dabei sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder immer ansprechbar.

Auch wenn es sich bei den verschiedenen Sportarten nicht um Mannschaftssport handelt, fehle das Training in Gruppen und das nicht nur im Bezug auf das soziale Miteinander. "Bei Tempoläufen fehlt einfach der Vergleich", erklärt Wolfsperger. Das verwundert nicht, schließlich ist man in einer Wettkampfsituation - auch wenn es nur gegen einen Trainingskollegen geht – immer noch einen Tick motivierter und kann etwas mehr Leistung aus sich herauskitzeln.

Das Training mit einem Partner sei jedoch auch essenziell, wenn es darum geht, die richtige Technik einzuüben, beispielsweise im Hochsprung und im Weitsprung. "Man braucht schon immer einen, der daneben steht und auf die Technik schaut", sagt Wolfsperger. Auch die Leichtathletik "lebt vom Zusammentrainieren". Aktuell sei es noch nicht so schlimm, dass die Sportler nicht so sehr an ihrer Technik feilen konnten. In den Wintermonaten während der Hallensaison ginge es generell eher um den Aufbau von Kraft und Kondition. Nun in der Vorbereitung auf die Wettkämpfe auf freiem Feld würde die Technik im Normalfall in den Fokus genommen.

Abteilungsleiterin hat Verständnis für das Trainingsverbot

Trotz aller Schwierigkeiten habe die Abteilungsleiterin Verständnis für das Trainingsverbot, gerade im Nachwuchsbereich: "In den Schulen wird darauf geachtet, dass die Klassen sich nicht mischen. Im Training würden sie das dann tun." Wolfsperger hoffe nach "einigem Hin und Her" dennoch, dass Training wieder möglich ist, "sobald man es verantworten kann". Bei den zwölf bis 16-Jährigen habe sie wenig Bedenken, dass bei einem Trainingsstart die Hygieneregeln befolgt werden. "Die sind alt genug, da wissen wir, dass sie Abstand halten können". Bei den Jüngeren könne man das nicht immer garantieren.

Wolfsperger hofft auf Wettkämpfe Ende des Sommers, erklärt sie. Sollten diese möglich sein, sind die Leichtathleten des TV Lahr sicher gut vorbereitet, auch weil sie selbstverantwortlich für ihre Fitness gesorgt haben.

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