Horst Buchmann wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet
Mehr als 200-Mal ist Horst Buchmann nach Afrika gereist, um dort Menschen zu helfen, vor allem den Jüngsten. Am Freitag ist der Vorsitzende des Vereins "Kinderrechte für Afrika" mit Sitz in Lahr mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden.
Lahr. Rund 60 Gäste wollten sich die Feierstunde im Haus zum Pflug nicht entgehen lassen, darunter mehrere Redner, die den 70-Jährigen in den höchsten Tönen lobten.
Den Anfang machte Bürgermeister Guido Schöneboom mit der rhetorischen Frage, was eine Stadt ohne das soziale Engagement ihrer Bürger wäre. Buchmann sei ein leuchtendes Beispiel für diese Hilfsbereitschaft, die an den Grenzen von Lahr nicht Halt mache. Zu einer Zeit, als noch keine Rede davon gewesen sei, "Fluchtursachen zu bekämpfen", sei Buchmann nach Afrika gegangen, um anzupacken.
Auch Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium, kam auf die momentane Flüchtlingskrise zu sprechen und erinnerte daran, dass sich viele Menschen in Schlauchbooten auf die gefährliche Überfahrt von Afrika nach Europa machen. "Sie haben solche Bilder nicht gebraucht, um sich zu kümmern", sagte Schebesta in seiner Laudatio über Buchmann, der bereits als Jugendlicher in Afrika geholfen hat.
Vor 22 Jahren hat Buchmann die Gründung des Vereins "Kinderrechte für Afrika angeregt, dessen Vorstandsvorsitzender er heute ist. Der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (CDU) sagte, dass der Verein im Bundesministerium für Entwicklungshilfe "höchste Anerkennung" genieße, da er bekannt dafür sei, Mittel effizient einzusetzen. Der Einsatz für Kinder und Jugendliche, dem Buchmann sich verschrieben hat, sei der "eigentliche Entwicklungsmotor für Afrika", so Weiß, da der nächsten Generation eben die Zukunft gehöre. Weiß hatte auch die Auszeichnung Buchmanns mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande angeregt. Auch der Abgeordnete Johannes Fechner (SPD) betonte, es sei eine der wichtigsten Aufgaben, "Fluchtursachen zu bekämpfen".
Peter Stingl, Lothar Hainz und Klaus Sänger, Weggefährten beim "Kinderrechte"-Verein, erzählten, wie Buchmann sich für Kinder in Afrika ganz praktisch eingesetzt hat: Er ist zum Beispiel in Gefängnisse und Leprastationen gegangen, hat dort Entsetzliches gesehen, dabei aber nicht weggesehen, sondern geholfen – und sei es schlicht dadurch gewesen, dass er Kindern Decken besorgt hat, damit sie nachts nicht frieren müssen.
"Menschlichkeit und Hilfe zauberten vielen Kindern ein Lächeln ins Gesicht", so Buchmann in seinen emotionalen Dankesworten. Sein Ziel sei es gewesen, "die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern".
Viel Beifall gab’s nicht nur für den Geehrten, sondern auch für die 16-jährige Anna-Lena Faißt, die mit ihrem virtuosen Klavierspiel zur Umrahmung der Feierstunde alle Gäste begeisterte.
INFO
Verein
Der Verein "Kinderrechte für Afrika" ist eine internationale Kinderrechtsorganisation, die 1995 in Lahr gegründet wurde. Seither hat sie in Ländern West- und Zentralafrikas über 75 mehrjährige Projekte gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen auf die Beine gestellt und dabei Abertausenden Kindern ganz praktisch geholfen.