So hatte man sich bei Lidl die Zukunft des Fachmarktzentrums vorgestellt: An der Stelle der früheren Obi-Hallen sollten ein neuer Lidl und ein weiterer Fachmarkt gebaut werden. Doch aus diesen Plänen wird nun nichts. Foto: Lidl

Lebensmittel: Keine Expansion des Discounters in Lahr

Lahr - Den Lahrer Wachstums-Plänen der Firma Lidl hat der Gemeinderat am Montagabend einen Riegel vorgeschoben. Der Konflikt zwischen der Stadt und dem Discounter-Riesen schwelt seit Jahren.

Jahrelang hatte es immer wieder Hickhack zwischen dem weltgrößten Discounter-Konzern Lidl und der Lahrer Stadtverwaltung gegeben. Für klare Verhältnisse sorgte nun das Votum des Gemeinderats, der den Expansions-Wünschen von Lidl in Lahr (wir berichteten) einstimmig Einhalt geboten hat.

Damit macht der Rat die Pläne des Weltkonzerns – die Verkaufsfläche seiner beiden Lidl-Filialen in der Offenburger Straße und der Gerolds-ecker Vorstadt zu vergrößern – zunichte. Ein Schlag für das Unternehmen, das sogar vor Gericht gezogen war­, um in Lahr wachsen zu dürfen – die Verfahren laufen weiter.

Darüber hinaus hatte Lidl ins Auge gefasst, einen weiteren Markt im Fachmarktzentrum zu eröffnen – doch auch dieser Wunsch war nicht vor Schwierigkeiten gefeit.

Monopol von Lidl in Lahr abgewendet

Mit der Stadt liegt der Discounter-Riese auch diesbezüglich im Clinch. Als im Januar bekannt wurde, dass Lidl eine Baufläche auf dem Areal des Lahrer Fachmarktzentrums erworben hatte, war man im Lahrer Rathaus nicht nur überrascht, sondern betrachtete dies auch als unfreundlichen Akt. Denn zu diesem Zeitpunkt war die Stadt mit den Gesprächen mit dem Investor Vivum bereits sehr weit gewesen. Dieser wollte dort an den Sonderpostenhändler Thomas Philipps vermieten. Zumindest bis Lidl dazwischengrätschte, um dort eine weitere Filiale zu eröffnen – einen dritten Lidl-Markt in Lahr. Rein baurechtlich gesehen, wäre dies an diesem Standort gar nicht möglich gewesen.

Mit dem Votum gegen die Lidl-Wünsche schließt der Gemeinderat ein Monopol des Discounters in Lahr aus. Lidl wäre – hätte man seinen Forderungen nachgegeben – auf 4.400 Quadratmeter Verkaufsfläche angewachsen. Zuzüglich der 5.500 Quadratmeter von Kaufland, das wie Lidl von der Schwarz-Gruppe als Muttergesellschaft kontrolliert wird, wäre Lidl in der lokalen Versorgungsinfrastruktur klar in Vorreiterstellung gegangen. Lidl und Kaufland hätten dann zusammen fast die Hälfte der gesamten Lebensmittel-Verkaufsfläche in Lahr innegehalten. Das Kontingent der Stadt für mögliche weitere, auch kleinere Lebensmittelläden in der Innenstadt wäre damit dann ausgeschöpft gewesen.

 Annerose Deusch (Freie Wähler): "Es sollte keinen ruinösen Wettbewerb geben."

Sven Täubert (Grüne): "Im Endeffekt verhindert Lidl die Ansiedlung von Thomas Philipps, die vielfach gewünscht wurde."

Roland Hirsch (SPD): "Wir haben die Interessen unseres Einzelhandels zu wahren."

Ilona Rompel (CDU): "Lidl fährt einen rigorosen Verdrängungswettbewerb."

Manfred Himmelsbach (AfD): "Es ist wichtig, dass Lidl keine marktbeherrschende Stellung in unserer Stadt bekommt."

Jörg Uffelmann (FDP): "Es ist inakzeptabel, dass Lidl hinter unserem Rücken das Grundstück erworben hat." 

Lukas Oßwald (Linke Liste/Tierschutzpartei): "Lidl will hier in Lahr ein Exempel statuieren."