Ralf Kaufmann erläuterte den Aufbau eines möglichst einbruchssicheren Fensters. Foto: Breuer

Polizei informiert Geschäftsinhaber. Diebstahlserie in Lahr seit September.

Lahr - 150 Einbrüche in Wohnungen, Ladengeschäfte, Schulen, Kindergärten und Unternehmen sowie Autoaufbrüche hat es in Lahr seit September 2012 gegeben. Bei einer Präventionsveranstaltung informierten Polizeibeamte über Ermittlungsergebnisse und gaben Tipps zum Einbruchsschutz.

Monatelang hatten die Polizeibeamten in Lahr alle Hände voll zu tun. Seit September waren die Straftaten stark angestiegen, die Täter kaum zu stoppen und auch nur schwer zu ermitteln. Durch Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei im Personal aufgestockt, verstärkte die Besatzung des Lahrer Reviers den Druck auf ihr Klientel durch vermehrte Kontrollen, Durchsuchungen und das Aussprechen von Aufenthaltsverboten.

Maßnahmen, die gewirkt haben. Seither, berichteten die Beamten bei einer Präventionsveranstaltung für Gewerbetreibende, sei so etwas wie Ruhe eingekehrt.
Die Täter seien überwiegend Jugendliche, die allerdings beratungsresistent und recht respektlos seien. Selbst Mädchen würden sich mittlerweile mit brachialer Gewalt bei Einbrüchen beteiligen.

Über Wiederholungstäter

Klaus Girstl, Jugendsachbearbeiter des Reviers in Lahr, berichtete von einem Fall, bei dem zwei Mädchen mit Axt und Brecheisen einen Tresor und einen Automaten aufgebrochen haben. Mehrfach erwischt zu werden, mache den Tätern gar nichts aus. "Wir müssen die wieder laufen lassen und am selben Abend schlagen sie wieder zu", erzählte Girstl resigniert.

Vonseiten der Geschäftsleute, die im Publikum saßen, kam herbe Kritik an den Justizbehörden, bis hin zu dem sarkastischen Vorschlag, den Tätern mal einen Tipp zu geben, wo der Haftricher wohne. Die Polizeibeamten forderten sowohl die Zuhörer als auch die Bürger auf, Beobachtungen, die in Zusammenhang mit Straftaten stehen, gleich zu melden und nicht bis zum nächsten Tag zu warten.

Auf einem langen Tisch lagen Tatwerkzeuge und Diebesgut aufgereiht. Darunter waren neben Handys, Autoradios und Navigationsgeräten auch ein Plüschtier und Haarpflegemittel aus einem Friseurgeschäft. Was die Diebe mit dem rosa Kuscheltier vorgehabt hatten, wussten die Beamten auch nicht. Als Kuriosum war es jedoch allemal ein geeignetes Objekt.
 

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