Das Weideprojekt hat im Frühjahr begonnen. Zurzeit befinden die Tiere sich im Stall von Landwirt Bernd Schmieder. Foto: Archiv - Braun

Vereinsleben: Lahrer Naturschützer registrieren Zunahme der Artenvielfalt auf dem Langenhard

Lahr - Ein Dreivierteljahr ist es nun her, seit die Hinterwälder Rinder auf dem Langenhard ihr neues Zuhause gefunden haben. Die damit verbundenen Hoffnungen hätten sich bereits erfüllt, die Artenvielfalt sei größer geworden, so der Lahrer Nabu.

 

Erste Erfolge sichtbar 

Udo Baum und Wolfgang Bahr, der Vorsitzende der hiesigen Nabu-Gruppe und sein Stellvertreter, berichten in einem Rundschreiben an Mitglieder und Gönner des Vereins von ersten sichtbaren Erfolgen des Projekts. Es war, wie berichtet, im Frühjahr mit dem Ziel gestartet worden, die Artenvielfalt auf dem Langenhard zu verbessern. "Die Wiesenflächen befinden sich durch die Beweidung und die wichtige Mahd von Teilbereichen in einem sehr guten Zustand", teilen die Vorsitzenden nun mit. Das Monitoring des Nabu dokumentiere eine "deutliche Zunahme des Artenspektrums bei Flora und Fauna". Konkret genannt werden die Brutvögel Neuntöter und Goldammer.

Die Zunahme von Insekten, die durch die Kuhfladen angelockt werden, habe bewirkt, dass mehr Mehl- und Rauchschwalben den Langenhard als Jagdgebiet nutzen. "Auch für einen Schwarm Bienenfresser war das Nationale Naturerbe zum Herbstbeginn Jagdgebiet", heißt es.

Projekt war von Protesten begleitet

Um die Erfolge der Beweidung mit Hinterwälder Rindern geht es auch bei einer geplanten Vereinsexkursion auf den Langenhard am Freitag, 18. September 2021, unter der Überschrift "Leben in einem Kuhfladen" – dann soll gezeigt werden, "welche Rolle der Kuhfladen im Kreislauf des Lebens spielt", so die Ankündigung. Im Frühjahr 2020 hatte das Weideprojekt, wie berichtet, auch Kritiker auf den Plan gerufen, die sich besonders an den Elektrozäunen störten.

"Etwa 30 Aktive haben sich auch in diesem Jahr mit großem zeitlichen Engagement für die Natur und Umwelt im Raum Lahr eingesetzt", berichten Baum und Bahr aus dem Vereinsleben. Persönliche Treffen seien nicht möglich gewesen, man habe den Kontakt aber per Telefon und Mail gehalten. Sie seien dankbar, dass sich Menschen für die Natur engagieren.

Großer Einsatz beim Artenschutz

Obwohl 2020 fast alle eigenen Veranstaltungen wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, blicke man auf ein erfolgreiches Jahr zurück, teilen Baum und Bahr mit. Die vereinseigenen Arbeitsgruppen hätten großen Einsatz beim Artenschutz für Steinkäuze, Schleiereulen, Wiedehopfe, Fledermäuse und Amphibien gezeigt. Dabei gehe es darum, lebensfähige Populationen dieser Tierarten zu erhalten. Auch bei der Biotop-Pflege sei gute Arbeit geleistet worden, sodass sich der Hohbergsee, die Limbruchmatten und das Ehrental in einem guten Zustand befinden, konstatieren Baum und Bahr erfreut.

Trotz der Pandemie muss das Vereinsleben weitergehen, hat man sich beim Nabu gesagt. Deshalb hat die Ortsgruppe für das kommende Jahr zahlreiche Veranstaltungen vorbereitet – in der Hoffnung, dass diese dann auch stattfinden können.

Geplante Termine in 2021

Die Naturschützer haben für 2021 eine Menge geplant, zum Beispiel einen Abendspaziergang rund um den Hohbergsee, bei dem Amphibien über die Straße getragen werden. Die Aktion "mit Eimer und Taschenlampe" ist für Februar oder März vorgesehen; ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Vorgenommen hat der Lahrer Nabu sich auch den Bau von Vogelnistkästen (7. März), die Überprüfung der Fledermauskästen im Stadtpark (13. März), die Wanderung "Vogelstimmen im Rheinauenwald" (25. April), eine Wildkräuterführung (8. Mai), eine ökologische Führung im Seepark (20. Mai) und eine Tour auf dem Langenhard, bei der der Neuntöter, ein kleiner, farbenprächtiger Vogel, in seinem natürlichen Habitat beobachtet werden soll.

Am 28. August will sich der Nabu mit einer Veranstaltung am Hohbergsee wieder an der internationalen Fledermausnacht beteiligen und am 26. September ist dann das Herbstfest des Vereins geplant. Im Jahresprogramm stehen unter anderem auch eine Pilzwanderung im Sulzbachtal im Oktober und eine Nachttour auf den Langenhard am 12. November.