Durchschnitten ein symbolisches Band: Friesenheims Bürgermeister Erik Weide, Landrat Frank Scherer, der Lahrer OB Wolfgang G. Müller sowie Geschäftsführer Markus Ibert und Prokurist Daniel Halter vom Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr (IGZ). Foto: Schabel

Neues Gewerbegebiet am Flugplatz freigegeben

Im Westteil des Flugplatzareals ist gestern Nachmittag ein neues Gewerbegebiet eröffnet worden.   Es ist 35 Hektar groß, mehr als die Hälfte davon ist allerdings bereits durch Zalando belegt.

Lahr. 130 Millionen Euro hat der Online-Versandhändler für Schuhe und Mode in den riesigen Komplex investiert, der gestern nur schemenhaft im Nebel auszumachen war. Direkt vor dem Zalando-Firmenareal durchschnitten der Friesenheimer Bürgermeister Erik Weide, Landrat Frank Scherer, der Lahrer OB Wolfgang G. Müller sowie Geschäftsführer Markus Ibert und Prokurist Daniel Halter vom Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr (IGZ) ein symbolisches Band – die offizielle Freigabe für das Gebiet "Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr II" (IGP II). 18 Hektar davon sind schon bebaut – dort hat Zalando seinen Lahrer Logistikstandort errichtet. Somit stehen noch 17 Hektar zur Verfügung.

Gedacht ist das Areal für Betriebe aus den Bereichen Produktion, Logistik und Dienstleistungen, sagte Müller. Der OB erinnerte daran, dass die Stadt Lahr und die Gemeinde Friesenheim das Flugplatzareal vor nun 20 Jahren gekauft haben. Das Gebiet habe sich besser entwickelt, als es damals selbst Optimisten erwartet hätten, stellte Müller erfreut fest.

Von 1998 an wurde das 70 Hektar große Gewerbegebiet IGP I erschlossen, das inzwischen weitgehend vermarktet worden ist. Die dortigen Betriebe haben rund 1400 Arbeitsplätze geschaffen. Aktuell sind in IGP I nur noch fünf Grundstücke zu vergeben.

Nun geht also auch das weiter nördlich gelegene IGP II an den Start, wobei es bei der Erschließung Schwierigkeiten zu meistern galt, wie Iberts Statement gestern zu entnehmen war. Im Spätsommer 2015 mussten etwa Zaun- und Mauereidechsen vom späteren Zalando-Gelände ausgesiedelt werden. Für die Kriechtiere wurden ein halbes Dutzend neue Habitate auf ökologischen Ausgleichsflächen in IGP II gebaut. Jede einzelne Eidechse ist in die "Ersatz-Wohnungen" getragen worden. Kosten der Aktion, mit der ein Fachbüro beauftragt war: 200 000 Euro.

Flugzeughangar wurde abgerissen

Darüber hinaus sind für die Fertigstellung von IGP II Gas-, Wasser, Glasfaser- und Stromleitungen von mehreren Kilometern Länge verlegt worden. Doch es gab auch Arbeiten zu erledigen, die für die Erschließung eines Gewerbegebiets untypisch sind, mussten doch auch ein Flugzeughangar und acht Shelter abgerissen werden, in denen die kanadischen Streitkräfte einst ihre Kampfflugzeuge parkten. Fünf dieser Betonungetüme stehen noch auf IGP II – sie werden abgebrochen, sobald die betreffenden Grundstücke verkauft worden sind.

Für die Erschließung von IGP II, das auf Gemarkung Hugsweier liegt, sind natürlich auch Straßen gebaut worden. Die Einsteinallee wurde Richtung Norden verlängert, zuletzt ist auch die Bertha-Benz-Straße fertiggestellt worden. Bertha Benz fuhr anno 1888 mit einem 2,5 PS starken Wagen von Mannheim nach Pforzheim – "ohne dass ihr Mann etwas davon wusste", wie Müller gestern betonte. Die Automobilpionierin sei eine würdige Namensgeberin für die Straße, die von der Einsteinallee zu Zalandos Logistikstandort abbiegt, so der OB. Dabei ist die Bertha-Benz-Straße zurzeit nur ungefähr 50 Meter lang – sie wird verlängert, sobald die benachbarten Grundstücke an den Mann gebracht worden sind.

Mit der Erschließung des Gebiets IGP II hat der Zweckverband (Vorsitzender: Müller, Stellvertreter: Weide) nun auch den "Sprung über die Seen" vollzogen, die zwischen IGP I und IGP II liegen. Damit muss die Entwicklung auf dem Areal zwischen Flugplatz und Autobahn noch nicht zu Ende sein: Weiter nördlich, auf Gemarkung Friesenheim, gibt’s eine weitere große Fläche, die in einigen Jahren (oder Jahrzehnten) als Gewerbegebiet erschlossen werden könnte.