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Lahr Markus Ibert wird neuer Oberbürgermeister

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In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen hatten Ibert mit 39,78 Prozent und Buchheit mit 34,17 Prozent die meisten Stimmen geholt. Foto: Baublies

Lahr - Markus Ibert strahlt nach Bekanntgabe des Endergebnisses im Sitzungssaal des Lahrer Rathauses. Er ist umringt von seiner Familie. Ihm sind die Strapazen eines langen und intensiven Wahlkampfes anzusehen. Doch all das ist nach dem klaren Sieg vergessen.

Aufatmen nach gut vier Monaten intensivem Wahlkampf: Ibert hat im zweiten, entscheidenden Wahlgang die Mehrheit geholt. Der Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaft Startklahr, die das Flughafen-Areal managt, hat am Ende die Nase vorn. Weniger knapp, als im Vorfeld von Beobachtern erwartet worden.

Ibert wird damit neuer Oberbürgermeister der Stadt Lahr im Ortenaukreis. In der Stichwahl am Sonntag sichert sich der 51-jährige parteilose Kandidat mit 55,1 Prozent die Mehrheit der Stimmen. Seine Herausforderin, die 52-jährige Christine Buchheit von den Grünen, kommt auf 44,8 Prozent.

Wahlbeteiligung bleibt trotz spannendem Finale mit 38,7 Prozent gering

Die Wahlbeteiligung liegt mit 38,7 Prozent am Sonntag erneut niedrig. Schon in Runde eins war nur gut einer von drei Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Für Städte der Größe Lahrs ist dieser Wert normal, sagt die Statistik im Land. Doch angesichts des spannenden Wahlkampfs und eines absehbar knappen Ausgangs hatten viele auf größeres Interesse gehofft.

Mit Spannung ist die Wahl erwartet worden. Der Wahlkampf hatte sich endlos lange über den ganzen Sommer hingezogen. Schon kurz vor der Kommunalwahl Ende Mai dieses Jahres hat Ibert seine Kandidatur erklärt – und sich die Unterstützung von örtlicher CDU und FDP gesichert. Am Ende stehen in der ersten Runde fünf Namen auf dem Stimmzettel. Ibert überzeugt in Runde eins knapp 40 Prozent der Wähler, Buchheit fast 35 Prozent.

Der Erste Bürgermeister der Stadt, Guido Schöneboom, muss sich mit knapp 20 Prozent der Stimmen zufriedengeben. Er gibt resigniert auf. Auch zwei weitere örtliche Kandidaten streichen nach geringen Zustimmungswerten die Segel.

Ibert präsentiert sich im Wahlkampf als Schwergewicht in Sachen Wirtschaft. Er hat es geschafft, den anfangs heillos zerstrittenen Zweckverband für das Flughafen-Gelände zu einen und aus den roten Zahlen zu führen. Unterstützung bekommt er bei der Wahl stark aus den Kreisen der Deutschen aus Russland, die in Lahr geschätzt gut jeden vierten Wahlberechtigten gestellt haben. Er verkauft sich im Wahlkampf als Mann der Mitte, der aber vor allem beim konservativen Klientel punktet. Früh hat er sich die Unterstützung der örtlichen CDU gesichert, später auch von der FDP.

Ganz bewusst spielt er seinen Heimvorteil aus. Iberts Slogan "Von hier für Lahr" zielt auf Wähler, die einen neuen OB aus der Region wollen. Der 51-Jährige lebt mit seiner Familie im benachbarten Ettenheim und leitet dort als Vorsitzender eine Musikkapelle. Vor seiner Tätigkeit am Flughafen ist er in der Lahrer Stadtverwaltung beschäftigt gewesen. Ein "Hiesiger" durch und durch, der damit seine grüne Konkurrentin aus dem fernen Berlin aussticht.

Der Gewinner nutzt bei der Abstimmung klar seinen Heimvorteil

Sein Wahlprogramm zielt naturgemäß vor allem auf einen starken Wirtschaftsstandort Lahr mit soliden Finanzen. Im Lahrer Westen will er nahe des Landesgartenschau-Geländes einen quasi neuen Stadtteil bauen – mit Platz für bis zu 1500 Menschen. Den Klimaschutz hat Ibert als Wahlziel auch im Gepäck, aber deutlich leichter als seine grüne Herausforderin aus Berlin.

Wie es nun mit der künftigen Zusammenarbeit an der Rathausspitze weitergeht, bleibt extrem spannend. Der 54-jährige Schöneboom, der unterlegene SPD-nahe Kandidat aus Runde eins, hat sich nach einiger Bedenkzeit klar für die Grüne Buchheit ausgesprochen und sich damit seinem einstigen Konkurrenten Ibert offen entgegengestellt.

Jetzt ist Ibert plötzlich und wohl unerwartet für Schöneboom dessen neuer Chef. Lange dürfte diese Konstellation deshalb nicht gutgehen. Schöneboom hat intern schon anklingen lassen, dass er unter Ibert nicht mehr lange in Lahr als OB-Vize zur Verfügung stehen wird. Er ist zwar noch für weitere sieben Jahre vom Gemeinderat gewählt – mit sagenhaften 100 Prozent Unterstützung. Doch die dürften ihm wenig nutzen, und es steht zu erwarten, dass er sich eine andere Aufgabe suchen wird. Gleichwohl hat Ibert erklärt, auch mit dem bisherigen Vize zusammenarbeiten zu wollen.

Anfang November tritt Ibert das neue Amt an. Kurz zuvor verabschiedet Lahr seinen langjährigen Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (68). Er prägte die Entwicklung der Stadt fast ein Vierteljahrhundert. Der SPDler brachte Lahr zu neuer Blüte und hinterlässt eine wohl sortierte und wirtschaftlich prosperierende Stadt. Keine andere Kommune der Ortenau wächst derzeit stärker als Lahr. Auch die Landesgartenschau 2018 war ein Glanzpunkt und so dürfte die Abschiedsfeier eine große, glanzvolle Verneigung Lahrs vor ihrem Bald-Alt-OB werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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