Eine gewisse Ähnlichkeit ist unverkennbar: Reinhard Kattinger tritt in zwei Kurzfilmen als Wilhelm Jamm auf – hier ist er vor dem Jamm-Denkmal im Stadtpark zu sehen. Foto: Stadt

Kultur: Reinhard Kattinger verkörpert Lahrs größten Stifter / Aufführung am Samstag in der Villa Jamm

Lahr (red/sl). Kunstführung, Künstlergespräche, Jazzkonzert und Filmpremiere mit Sektausklang: Am Samstag, 18. September, ist im Stadtpark und in der Villa Jamm viel geboten, wie die Stadt ankündigt. Je nach Interessenlage kann man sich zwischen 17 und 19 Uhr Einzelveranstaltungen herauspicken – oder das volle Angebot nutzen.

Was steckt hinter dem Totempfahl, dem Flötenspieler oder den abstrakten Skulpturen aus Cortenstahl? Der Bildhauer Kurt Hockenjos gibt in einer kompakten Kunstführung ab 17 Uhr Auskunft – Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Stadtparkkasse. Nach 30 Minuten mündet die Kunstführung in die Gefilde der Villa Jamm. Dort erwarten die Besucher Jazzsängerin Marion Matter und Pianist Lorenz Stiegeler.

Oben im Salon werden die September-Künstlerinnen und Künstler im Programm der "Villa Jamm Artists" vorgestellt. Die beiden Fotografen Lothar Jung, vertreten mit "EyeJazz", und Peter Kees, der "Menschenbilder" präsentiert, sprechen über ihre Schwarz-Weiß-Fotografien und ihren Werdegang. Neu hinzugekommen ist diesen Monat die Malerin Doris Volk, deren Thema nicht nur Naturformen und das Wachsen und Wuchern in der Natur ist: Volk bewies auch Humor, indem sie historische Persönlichkeiten aus Lahr mit Corona-Masken porträtierte.

Künstler sprechen über ihre Arbeiten

Ebenfalls neu dabei ist Hendrik Voerkel, Maler aus der Generation der Neuen Leipziger Schule. Er bedient sich urbaner Häuserlandschaften, um in seinen Gemälden den "Seelenzustand der Gegenwart" zu kommentieren. Auf Lahrs Architektur wurde Voerkel nicht zuletzt durch seine Schwester Elise aufmerksam, die seit 2019 Lahrs Stadthistorikerin ist.

Neben den Exponaten von Voerkel und Volk gibt es noch ein weiteres Ausstellungs-Highlight: Maria Cristina Tangorra – die Gewinnerin des diesjährigen Sternschnuppen-Projektpreises der Stadt Lahr – wird die bereits eingereichten Arbeiten aus Ihrem Illustrierungs-Projekt Voices of Lahr präsentieren. Es sind Bilder und Texte von Menschen mit unterschiedlichsten Religionen über ihre persönliche Sicht auf das Leben und ihren Glauben.

Der Hockey-Profi und Fotograf Christian Stengler hatte die Idee zu einem Mosaik über Lahrs größten Stifter Wilhelm Christian Jamm. "Versuche über Jamm" heißt die Ausstellung, die bis Ende September in Jamms Sterbezimmer zu sehen ist und auch Originalbücher aus seinem Besitz enthält. Die preisgekrönte Drehbuchautorin Iris May, die gerade eine Silbertrophäe beim Hollywood-Wettbewerb "Scriptapalooza" für ihr Skript "Happy New Year" einheimsen konnte, schloss sich Stengler spontan an. Sie war so von dem "Mysterium Jamm" fasziniert, dass sie kurzerhand in Kooperation mit dem Kulturkreis Lahr zwei Kurzfilme und das Theaterstück "Der Lustgarten" kreierte. Die Kurzfilme mit Reinhard Kattinger, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, als Wilhelm Jamm und Daniela Hess als Amelie de Cantillon, unter der Regie von Christopher Kern, werden am Samstag in der Villa zu sehen sein. Das komödiantische Theaterstück "Der Lustgarten" wird im Juli 2022 im Musikpavillon des Stadtparks uraufgeführt.

Nach der Filmpremiere sind alle Besucher zum Sektausklang vor der Villa Jamm eingeladen. Mit dabei ist laut Ankündigung auch der Geist von Wilhelm Jamm, der so einiges über das heutige Lahr zu sagen habe. Der Eintritt zu den Angeboten der Villa Jamm ist kostenlos – mit Ausnahme der Kunstführung, für die ein Teilnahmebeitrag von vier Euro erhoben wird.

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