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Lahr Koi-Karpfen schwimmen im LGS-See

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Die Kois sind jeweils rund 45 Zentimeter lang. Außer diesem Tier gibt es eines mit weißer Schuppenfärbung. Foto: Schabel

Lahr - Im LGS-See tummeln sich zwei Koi-Karpfen, die von einem Unbekannten ausgesetzt worden sind. Auf das Auswildern der großen, ursprünglich aus Japan stammenden Zierfische reagiert man beim Angelverein Lahr-Kinzigtal mit Entsetzen.

Koi-Karpfen von Park-Besuchern gesichtet 

Ein sonniger Nachmittag im Seepark, Spaziergänger vertreten sich die Beine. Vom Südufer aus macht eine Frau eine Entdeckung, zeigt ihrer kleinen Tochter zwei Fische ­­– einer ­hat eine intensive orange-rote Schuppenfärbung, der andere ist weiß –, die sich ruhig verhalten und durchs Wasser treiben. Das Kind wirft Brotkrumen ins Wasser, mit denen es zuvor die Enten gefüttert hat, doch die jeweils rund 45 Zentimeter großen Fische ignorieren das Futter und ziehen weiter gemächlich ihre Bahnen. Erst ein paar Minuten später verschwinden sie im tieferen Wasser.

Auch von anderen Besuchern sind die Tiere in den letten Tagen im Natursee gesichtet worden. Es handelt sich um Kois, so Christian Schuler, 1. Gewässerwart des Angelvereins Lahr-Kinzigtal, nachdem er Fotos gesehen hat.

Was ist das Besondere an Koi-Karpfen?

Seit etwa 1870 wurden Kois in Japan von Adeligen als Statussymbole gehalten, ist im Internet zu erfahren. Inzwischen ist die Zucht dieser Art auch in Europa sehr beliebt. Die Fische sind wertvoll, je nach Körperbau, Zeichnung und Hautqualität erzielen Kois Preise bis in den fünfstelligen Eurobereich.

Auch auf die Abstammung kommt es an, die teuersten Exemplare haben einen Stammbaum wie edle Rennpferde. Im Internet findet sich ein Kaufangebot für einen Koi für 38 500 Euro. "Ausnahmetiere kosten oft ein kleines Vermögen, da sind die Preise nach oben völlig offen", bestätigt Schuler. Über die Fische aus dem LGS-See sagt er: "Kois in der Größe fangen je nach Qualität und Art bei 100 Euro an und können aber auch locker mal eben bei 500 Euro liegen."

Weshalb ist der Gewässerwart erzürnt über das Auswildern der Fische?

"Es ist eine nichteinheimische Art, die grundsätzlich nicht in öffentlichen Gewässern besetzt werden darf", betont Schuler. Das Auswildern solcher Tiere sei strengstens verboten. "Rücksichtslose Menschen nehmen in Kauf, dass beim Aussetzen von Kois in öffentlichen Gewässern die heimischen Fischarten großen Schaden nehmen können. Wenn die Kois zum Beispiel am Koi-Herpesvirus erkrankt sind, könnte das bei unseren einheimischen Karpfen zu einer Mortalitätsrate von bis zu 100 Prozent führen", warnt Schuler.

Wer hat die Fische ausgesetzt?

Das ist völlig unklar. Schuler ist kein einziger Koi-Züchter in Lahr und Umgebung bekannt. Es ist ja auch kein Hobby für jedermann, da man dafür einen größeren Gartenteich und das nötige Kleingeld benötigt – die Tiere sind eben nicht billig.

Wie sind die Überlebens-Chancen der Koi-Karpfen?

Bei der Größe des LGS-Sees dürfte das Nahrungsangebot völlig ausreichend sein, so Schuler. Pflanzen, Insekten und Würmer würden die Fische vom Seegrund oder von der Wasseroberfläche aufsammeln.

Bei den japanischen Edelfischen handelt es sich um gesellige Tiere, die immer zu mehreren gehalten werden sollten. Auch die Kois im LGS-See sind zu zweit. Das passende Gewässer für Kois muss mindestens 1,3 Meter tief sein, da die Tiere in dieser Tiefe Winterruhe halten. Diese Bedingung erfüllt der LGS-See locker, vorausgesetzt, das Wasser wird für die Suche nach dem Leck nicht wieder fast komplett abgelassen. Dann würden der Fische auf dem Trockenen sitzen.

Koi-Karpfen werden bis zu 50 Jahre alt und mehr als einen Meter groß. Die Tiere aus dem LGS-See mit ihren etwa 45 Zentimetern Länge dürften etwa drei Jahre alt sein.

Was sagt die Stadt zu den neuen Seebewohnern?

Es sei durchaus gewollt, dass im LGS-See Fische schwimmen, teilt Stadt-Sprecherin Ulrike Karl mit. Man plane, selbst Fische dort auszusetzen, wolle damit aber warten, bis das Loch in dem Gewässer gefunden und gestopft ist. Allerdings sei es ganz und gar nicht erwünscht, "dass Privatleute alles im See aussetzen, was sie nicht mehr haben wollen".

Was macht die Suche nach dem Leck?

Zurzeit ist der See komplett gefüllt ­– gute Bedingungen für die Kois. Daran werde sich auch nichts mehr ändern, so Karl. Denn es sei nicht geplant, noch einmal so viel Wasser abzulassen wie am Beginn der Suche nach dem Leck. Dabei werde die Suche unvermindert fortgeführt.

Koi-Karpfen können Zehntausende Euro kosten. Von solchen Preisen sind die Exemplare im LGS-See weit entfernt, einen gewissen Wert haben sie aber schon – jeweils wohl um die 200 Euro. Trotzdem sollte niemand auf die Idee kommen, die Fische zu jagen: Angeln im LGS-See ist verboten, teilt die Stadt mit.

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