Geburtstag: Den Weltladen "Esperanza" gibt es seit 20 Jahren / Aktionen zum Fest sind in Planung
Von Endrik Baublies
Der Verein "Initiative fairer Handel" hat den Weltladen "Esperanza" im Dezember 1995 aus der Taufe gehoben. Das ist – mit etwas Verspätung – Grund für einen Rück- und einen Ausblick.
Lahr. Irene Schleimer, Vorsitzende des Vereins, Stellvertreterin Marianne Rager und Christof Fischer-Rimpf, ehemaliger Vorsitzender, stellten die Idee und den Erfolg nach 20 Jahren in einem Pressegespräch am Donnerstag vor. Warum die Gründung des Weltladens erst jetzt gefeiert wird, ist einfach zu erklären. Der genaue Geburtstag wäre im Weihnachtsgeschäft 2015 sicher nicht so beachtet worden wie jetzt im Frühjahr.
Das Trio betonte, dass das Engagement aller Ehrenamtlichen, seien es die 24 Vereinsmitglieder oder die 21 Helferinnen im Geschäft, schon etwas Besonderes wäre. Die Idee des fairen Handels habe sich gerade deswegen immer mehr in Lahr und der Umgebung festgesetzt.
Es gibt bei "Esperanza", seit 2006 unter der Adresse Am Marktplatz 12 zu finden, inzwischen 700 verschiedene Produkte. Einige seien in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Markenzeichen in der Stadt geworden. Das beste Beispiel dafür ist der "Lahrtino-Kaffee", der unter anderem bei der Stadtverwaltung und im Treffpunkt Stadtmühle verwendet wird. Neben Klassikern des Siegels "Fair Trade" wie Kaffee, Tee, Schokolade und Gewürze bietet "Esperanza" inzwischen viel mehr: Kunsthandwerk, Textilien, Wohn- oder Modeaccessoires und Geschenkartikel. Dabei garantiert der Verein, der hinter der Idee des Weltladens steht und "Esperanza" trägt, dass die Produkte umweltschonend mit fairen Preisen und ohne Ausbeutung angebaut und gehandelt werden. Konkret bedeutet das, dass alles, was im Weltladen verkauft wird, der Sicherung der Lebensgrundlage von Menschen dient, die aus wirtschaftlich benachteiligten Ländern kommen.
Der "Lahrtino-Kaffee" und alle anderen Produkte im Weltladen können preislich nicht mit großen Supermärkten mithalten. Das sei auch gar nicht gewollt und widerspreche der Idee des fairen Handels. Im Gegenteil, der Verein legt für etwas mehr Geld bei den Produkten im Geschäft gerade auf die Herkunft aus fairem Handel und den Nachweis Wert, dass alle Produkte aus einer menschenwürdigen Arbeit stammen.
Inzwischen können der Verein und die Helferinnen "Esperanza" jeden Wochentag von neun bis 13 Uhr und Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 14.30 bis 18.30 Uhr öffnen. Das biete den Kunden auch mehr Möglichkeiten, hier einzukaufen. Und macht sich umgekehrt in der Frequenz und im Umsatz bemerkbar.
Um für die Idee zu werben, bietet der Verein regelmäßig Fortbildungen an Schulen an. Auch die Zusammenarbeit mit dem Agenda-Büro der Stadtverwaltung lobt das Trio. Es gibt Kochkurse und Veranstaltungen bei der VHS und in der Mediathek über den fairen Handel. Der Verein engagiert sich obendrein beim Ferienprogramm in Lahr und der Gemeinde Friesenheim.
Geplant sind in naher Zukunft Aktionen zum internationalen Weltladentag am Samstag, 14. Mai. Der eigene Geburtstag wird sicher auch noch gebührend gefeiert werden. Der Titel "Fair-Jubeln" steht bereits fest. Sicher ist auch, dass das im Weltladen am Marktplatz gefeiert wird. Einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht.