Übergabe und Freude auf dem Museumsplatz: Bürgermeister Tilman Petters (vorne links), Christoph Fischer-Rimpf (rechts) und Manfred Kaiser von der Stabsstelle Umwelt (hinten links) stellen Lahr als faire Stadt mit einigen Partnern vor. Foto: Baublies

Auszeichnung: Lahr ist nun mit 38 Partnern eine Fairtrade-Stadt / Erforderliche fünf Kriterien sind erfüllt

Lahr - Die Stadt Lahr ist als dritte Kommune in der Ortenau und als 713. in Deutschland mit dem Titel "Fairtrade-Stadt" ausgezeichnet worden. Nachhaltigkeit, fairerer Handel und deren Kontrolle sind Ziele der Stadt und der Partner.

 

Ziele der Nachhaltigkeit in die Praxis umsetzen

Die Stadt Lahr fördert gezielt einen als fair zertifizierten Handel und vernetzt Personen aus Gesellschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Alle 38 Partner der Stadt, die Fairtrade-Produkte verkaufen oder nachweisbar umweltbewusst handeln, dürfen nun ein "Fairtrade-Stadt-Lahr-Partner-Logo" tragen.

Diesen Erfolg haben Bürgermeister Tilman Petters, Manfred Kaiser von der Stabsstelle Umwelt im Rathaus und Christof Fischer-Rimpf, Leiter der Steuerungsgruppe, auf dem Marktplatz offiziell gewürdigt.

Mit dabei waren auch Vertreter der Kooperationspartner "La Piazza", des Gasthauses "Grüner Baum", des "Lahr-Bio"-Ladens, des "Weltladens Esperanza" und Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums.

Dem gemeinsamen Einsatz zahlreicher Engagierter sei es zu verdanken, dass der Fairtrade-Gedanke in viele Bereichen des Lahrer Lebens integriert werden konnte. "Als ausgezeichnete Fairtrade-Stadt möchte Lahr den fairen Handel und seine positiven Wirkungen noch bekannter und damit die Welt etwas gerechter machen." Da waren sich bei der Übergabe alle einig.

Mit ihrem Engagement tragen die Fairtrade-Städte auch dazu bei, die Ziele der Nachhaltigkeit der Vereinten Nationen in die Praxis umzusetzen. Der faire Handel unterstützt unter anderem ein Ziel: "Den umweltbewussten und fairen Konsum und die gerechte Produktion".

Kampagne "Fairtrade-Städte"

In Lahr gibt es Geschäfte, Gaststätten, Schulen, Vereine und Kirchengemeinden, die sich engagieren und faire Produkte – zum Beispiel Lebensmittel, Haushaltswaren, Kunsthandwerk und Blumen – verkaufen oder selber nutzen. Bei der städtischen Beschaffung werden die Angebote von Fairtrade nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt.

"Der heutige Tag ist für Lahr der offizielle Beginn als ausgezeichnete Fairtrade-Stadt", heißt es in der Pressemitteilung über die Bekanntgabe vom Sonntag.

Damit sei der Prozess aber keineswegs abgeschlossen. Auch künftig wolle sich die Stadt Lahr als Fairtrade-Stadt weiterentwickeln und noch mehr Partner mit ins Boot holen.

Mit Lahr gibt es in Deutschland nun 713 Fairtrade-Städte, Landkreise, Gemeinden und sogar eine Insel. Außerdem gibt es in Deutschland bereits über 700 Fairtrade-Schulen und 30 Fairtrade-Universitäten.

Die Kampagne "Fairtrade-Städte" bietet Kommunen konkrete Handlungsoptionen mit fünf Kriterien, die sie erfüllen müssen: Die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten, ein offizieller Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne, eine bestimmte Anzahl an Verkaufsstellen und Gastronomie, die faire Produkte anbieten, teilnehmende Vereine, Kirchen und Schulen sowie mediale Berichterstattungen über die Aktionen.

Fairtrade

Die in den 1950er-Jahren entstandene Organisation Fairtrade will unter anderem für Arbeiter in Entwicklungsländern bessere Lebensbedingungen schaffen. Dazu gehören gerechtere Handelsbedingungen, demokratische Grundsätze, mehr finanzielle Unterstützung, Weiterbildungsangebote und bessere Marktzugänge.