Zur Schutzkleidung kommt seit Ausbruch der Pandemie die Maske hinzu: Lahrer Feuerwehrleite einsatzbereit. Foto: Schubert

Pandemie: Bei der Lahrer Feuerwehr klemmt’s in der Jugendabteilung / Jahresbericht

Lahr - Wie Brände löschen und gleichzeitig Abstand halten? Wie für den Ernstfall proben, ohne alle Kameraden anzustecken? Um für Einsätze gewappnet zu bleiben, musste die Feuerwehr im Corona-Jahr einiges umkrempeln. Der Wehrchef blickt zurück.

Von Nachwuchssorgen in der Jugendabteilung über FFP2-Masken beim Brandeinsatz bis hin zum Neubau am Standort West – Feuerwehrchef Thomas Happersberger und OB Markus Ibert ziehen eine gemischte Bilanz aus dem Feuerwehrjahr 2020.

Woher rühren die Nachwuchssorgen?

Zwar habe man 2020 viele junge Menschen in der Einsatzabteilung übernommen, doch die verbliebene Lücke in der Jugendfeuerwehr konnte nicht gefüllt werden, so Happersberger. Im Grunde habe der Jugendfeuerwehrdienst nach März 2020 nicht mehr stattfinden können.

Man sehe diese Entwicklung mit großer Sorge, denn die Jugendfeuerwehr sei faktisch das, worauf "dieser Laden" aufbaue, so der Feuerwehrchef. Jene Jugendliche bei der Wehr zu halten, die sich sowieso schon engagieren, sei nicht das Problem, eher das Anwerben von Nachwuchs.

"Man kriegt keinen jungen Menschen zur Feuerwehr, ohne dass er tatsächlich auch Feuerwehr sieht." Ein dickes Lob hatte Happersberger für seine Truppe parat: "Die Feuerwehr ist personell, quantitativ und qualitativ gut ausgestattet und alle Feuerwehrleute haben hochdiszipliniert einen erstklassigen Job gemacht."

Sind FFP2-Masken beim Einsatz hinderlich?

Wer bereits schwere Atemschutzmasken von Einsätzen kannte, für den seien FFP2-Masken kein Problem gewesen, lacht Happersberger. Bei Lehrgängen und Übungen seien geschlossene Gruppen ein entscheidendes Thema.

Man würde genau dokumentieren, wer mit wem im Kameradenkreis Kontakt hatte. Für den Ernstfall probe man nur noch in Kleinstgruppen mit etwa sechs Kameraden. Generell habe Corona die Schlagkraft der Feuerwehr aber nicht beeinträchtigt.

Wie geht es mit dem Neubau im Westen voran?

"Perspektivisch wird der Rohbau wohl Ende des Jahres abgeschlossen sein", so Happersberger. Dann gehe es mit dem Innenausbau weiter. Er nimmt an, dass ab Ende 2022 vom Standort West ausgerückt werden kann. Dass alles fertiggestellt sei, könne man für 2023 erwarten. Einen genauen Zeitpunkt konnte Happersberger nicht nennen.

Wie viele Einsätze gab es im vergangenen Jahr?

2020 musste die Feuerwehr insgesamt 648 Mal ausrücken. 445 Brände wurden gelöscht und 203 Mal mussten die Kameraden der Feuerwehr Hilfe leisten. In Bezug auf die Einsatzstatistik ist keine bemerkenswerte Veränderung im Vergleich zum Jahr 2019 festzustellen. Damals rückte die Wehr 566 Mal zum Löschen von Bränden aus und leistete 200 Mal Hilfe.

Info

Interessierte können sich den Jahresbericht 2020 auf der Webseite der Lahrer Feuerwehr herunterladen. Unter www.feuerwehr-lahr.de sind der aktuelle Bericht sowie jene der vergangenen Jahre in der Rubrik Service unter Downloads/Jahresberichte zu finden.

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