Auch die Läden in der Lahrer Innenstadt haben mit der wirtschaftlichen Lage zu kämpfen. Unsere Redaktion hat fünf Unternehmer gefragt, die das Jahr 2025 unterschiedlich bewerten.
Das neue Jahr lädt ein zum Insichgehen und zur Selbstreflexion. Neben Privatpersonen gilt das selbstverständlich auch für Unternehmer. Wie lief das vergangene Geschäftsjahr? Gab es überraschende Trends? Was waren die größten Herausforderungen? Und wie ist der Ausblick auf 2026? Diese Fragen haben wir Juwelier Spinner, der Buchhandlung Schwab, den Bekleidungsgeschäften Mode Zinser und Feldmüller Fank sowie dem Geschenkeladen Lapislazuli gestellt.
Juwelier Spinner: „Unter Berücksichtigung der Wirtschaftskrise sind wir zufrieden“, hält Geschäftsführer Lukas Spinner das abgelaufene Jahr fest. Man spüre indes die Leerstände in der Innenstadt, zudem gehe die Frequenz der Kunden zurück. Dies sei nicht nur ein subjektiver Eindruck, so Spinner. Das Geschäft wurde auch durch externe Faktoren erschwert, der Goldkurs stieg etwa extrem an und veränderte die Bedingungen. Dadurch wurden auch Schmuckstücke aus Gold teurer. Das Weihnachtsgeschäft sei unter diesen Bedingungen zufriedenstellend gewesen. Neue Trends, etwa bei den Farben, habe es nicht gegeben. „Wir sind positiv gestimmt für das Jahr 2026“, betont der Geschäftsführer abschließend.
Buchhandlung Schwab: Laut Inhaber Martin Schwab befindet sich der Verkauf „auf einem konstanten Level, ähnlich wie im vorangegangenen Jahr“. Jugendbücher liefen 2025 sehr gut, auch das Genre „New Adult“ (Themen für junge Erwachsene, etwa Selbstfindung oder Liebe) wurde weiterhin stark nachgefragt. Bei den Sachbüchern sei die Sonderauflage von „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Stefanie Stahl) sehr erfolgreich gewesen, ebenso „Cum/Ex, Milliarden und Moral: Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt“ von Anne Brorhilker. Unter den Thrillern war „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek vor allem an Weihnachten „der absolute Renner“, stellte Schwab fest. Der Buchhändler blickt zuversichtlich ins neue Jahr – und empfiehlt einen Roman, der von Fans schon lange erwartet wird und am 19. Januar erscheinen soll: „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder.
Mode Zinser: „Wir liegen deutlich unter Plan und unter dem Jahr 2024“: Geschäftsführerin Anja Pröller macht keinen Hehl daraus, dass das Bekleidungsgeschäft sein Ziel für 2025 verfehlt hat. Sie beobachtete eine abnehmende Frequenz von Kunden, „die Menschen schauen genauer, wofür sie ihr Geld ausgeben“, ist sich Pröller sicher. Das Weihnachtsgeschäft sei hingegen zufriedenstellend und auf Vorjahresniveau gewesen. Man wolle trotz steigender Personalkosten auch weiterhin viel Beratung anbieten, denn diese „werde von den Kunden gesucht“, so Pröller. Bezüglich der Mindestlohnerhöhung ab Februar wolle man abwarten, inwiefern dies den Verkauf ankurbelt. 2026 gehe man mit einer positiven Stimmung an, auch wenn man kein Plus einplane. Dabei gelte der Spruch „neues Jahr, neues Glück“.
Feldmüller Fank: Geschäftsführer Michael Schmiederer zieht ein negatives Fazit des vergangenen Jahres und spricht „von einem herausfordernden Umfeld, in dem es irgendwie noch gepasst hat“. Dies habe sich auch im bescheidenen Weihnachtsgeschäft gezeigt. Ein Grund: Die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Dadurch sitze der Euro nicht mehr so locker wie vor ein paar Jahren, dies habe das Wirtschaftsjahr 2025 deutlich erschwert. Schmiederer wünscht sich für das neue Jahr, dass sich sein Geschäft besser auf politische und gesellschaftliche Veränderungen einstelle. „Dann kann ich auch zuversichtlicher in die Zukunft blicken.“
Lapislazuli: „Das Jahr 2025 war in Ordnung, wenn man den Umzug mit einrechnet“, blickt Inhaberin Petra Herzog zurück. Seit Anfang August befindet sich der Geschenkeladen nicht mehr in der Lammstraße am Marktplatz, sondern am Schlossplatz. Es wissen noch nicht alle Kunden, dass sie umgezogen sei, vermutet die Inhaberin. Das Weihnachtsgeschäft sei gut verlaufen, aber die Kunden hätten ihre Geschenke gezielt ausgesucht und eher kleine Beträge ausgegeben. Schmuck habe sie eher selten verkauft. Beliebte Ware am Ende des Jahres seien Duft- und Räucherprodukte gewesen, verrät Herzog. Sie habe 2025 viel positives Feedback von ihren Kunden erhalten und beginne daher das neue Jahr mit Zuversicht und einem Messebesuch im Februar.
Einzelhandel mit Plus
Das statistische Bundesamt hat für das vergangene Jahr ein inflationsbereinigtes Umsatzwachstum von 2,4 Prozent im deutschen Einzelhandel vermeldet. Dazu trug ein starkes erstes Halbjahr bei, begünstigt durch einen Sondereffekt. Im November als Auftakt für das Weihnachtsgeschäft lag der Umsatz hingegen 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr.