Der Vöhrenbacher Revierförster Alfred Heinzelmann (links) berichtete gemeinsam mit dem Leiter des Forstamtes im Schwarzwald-Baar-Kreis, Frieder Dinkelaker (rechts), über die Situation im Vöhrenbacher Stadtwald. Foto: Heimpel

Über die aktuelle Lage im Vöhrenbacher Stadtwald informierten in der Gemeinderatssitzung der Leiter des Forstamtes im Schwarzwald-Baar-Kreis, Frieder Dinkelaker, sowie der Vöhrenbacher Förster Alfred Heinzelmann. Welche Bedeutung der Stadtwald hat, wird nicht zuletzt bei den Haushaltsberatungen deutlich, wo das gute Ergebnis im Wald die Haushaltslage stark verbesserte.

Vöhrenbach - Dinkelaker gab einen Überblick über die aktuelle Entwicklung. Nach mehreren sehr trockenen Jahren hatte das vergangene Jahr mit Kälte und Niederschlag ein wesentlich besseres Klima für den Wald. "So dürfte das Wetter jedes Jahr sein", so Dinkelaker. Trotzdem machte sich der Käferbefall deutlich bemerkbar, fast die Hälfte des Einschlags im Kreis war Käferholz. Verrückt gespielt hat nach Worten Dinkelakers der Holzpreis im vergangenen Jahr. Im Sommer wurde sogar die langfristige Zielmarke von 110 Euro je Festmeter Holz mit guter Qualität deutlich übertroffen.

Forsteinrichtung steht an

Aktuell steht die neue Forsteinrichtung auf der Tagesordnung, die dann die Waldbewirtschaftung 2023 bis 2032 bestimmen soll. Nach der Überprüfung der Waldflächen soll jetzt in Absprache mit Verwaltung und Gemeinderat das Ziel der weiteren Waldentwicklung bestimmt werden. In der Folge wird dann der Forsteinrichter zusammen mit dem Revierleiter die verschiedenen Bereiche begehen. Die Ergebnisse werden zusammengefasst und festgelegt, das betrifft die Zielsetzung des Waldbaus genauso wie den geplanten Hiebsatz. Am Ende muss dann der Gemeinderat die neue Forsteinrichtung für die kommenden zehn Jahre beschließen.

Ziel: Fit werden für den Klimawandel

Eine wichtige Zielsetzung müsse sein, dass man sich breit aufstellt und fit ist für den Klimawandel. Außerdem informierte Dinkelaker, dass für den Stadtwald wieder eine Kalkung vorgesehen ist, zum Teil mit dem Hubschrauber, zum Teil mit dem Gebläse. Der größte Teil dieser Kosten ist dabei durch Zuschüsse des Bundes abgedeckt. Für Privatwaldbesitzer, so Dinkelaker auf Nachfrage, werde es in den Folgejahren ebenfalls Kalkungen geben.

Alfred Heinzelmann bestätigte auf Nachfrage, dass sich in der Folge die Bodenqualität deutlich verbessert habe und die Kalkung auch jetzt nur dort eingesetzt werde, wo es notwendig sei. Er berichtete weiter, dass der Einschlag im vergangenen Jahr wie geplant 13 000 Festmeter betrug, der Anteil an Käferholz war deutlich niedriger als im Kreis. Gut verkauft werden konnte auch das Holz aus den Nasslagern, auch wenn es teilweise noch liegt. Dabei stieg der Holzpreis von anfangs 75 Euro auf die Rekordmarke von 125 Euro im vierten Quartal. Dies alles führte zu einem sehr positiven Ergebnis, unter anderem auch durch 143 000 Euro Waldprämie vom Bund.

Gemeinderat plant Waldbegehung

Er stellte dann die Planungen für das neue Jahr vor: Unter anderem geht es um die Bestandspflege, also Pflanzung neuer Bäume als Ersatz für Sturm- und Käferholz. Nicht zuletzt werde der Gemeinderat, so ein Vorschlag von Bürgermeister Wehrle, zusammen mit Förster Heinzelmann im Frühjahr eine Waldbegehung machen, um sich über die aktuelle Lage zu informieren und vor allem auch die Zielsetzung für die kommenden Jahre zu beraten.

Dinkelaker dankte ausdrücklich dem Vöhrenbacher Förster Alfred Heinzelmann, der sich nach dem Sturm mit der Einrichtung der Nasslager sehr engagiert habe. Dieses Engagement und die entsprechenden Investitionen hätten sich nun wieder in einem positiven Ergebnis bei der Waldwirtschaft bemerkbar gemacht.