Pünktlich zum Herbst hat manch einer zwei Striche auf dem Corona-Test. Foto: Kristina Rütten - stock.adobe.com

„Ich kann nicht kommen, ich habe Corona“ – plötzlich ist das Virus im Kreis Rottweil wieder präsent. Tests werden gekauft, bei Arbeitgebern gehen Krankmeldungen ein. Und wie immer gehen die Meinungen zu den Thema stark auseinander.

Ist Corona überhaupt noch der Rede wert? Manch einer – vor allem nachzulesen in den Sozialen Medien – regt sich auf, dass das Thema überhaupt noch Berücksichtigung findet. Andere wiederum nehmen die Sache nach wie vor ernst, erkundigen sich nach aktuellen Verhaltensregeln am Arbeitsplatz und warnen ihr Umfeld.

 

Meldungen nehmen zu

Klar ist: Die Fälle nehmen pünktlich zum Herbstbeginn wieder zu. „ Bei uns gehen derzeit zwischen fünf und 15 Meldungen täglich zu positiven Corona-Tests ein – sowohl von PCR- als auch Schnelltests“, so Andrea Schmider, Pressereferentin des Landratsamts, auf Nachfrage. Die Meldungen ans Gesundheitsamt kommen in der Regel von Ärzten, aus Laboren, von Krankenhäusern und der einen oder anderen Apotheke, die noch testet.

Großteil der Bevölkerung ist immunisiert

Klar ist aber auch: Es gibt wieder mehr Covid-Fälle, wobei diese natürlich „anders eingestuft werden müssen als noch vor einem Jahr“, wie die Sprecherin betont. „Zwar ist Corona noch immer eine ernstzunehmende Viruserkrankung, doch die Phase mit den vielen Todesfällen ist nun überwunden - inzwischen ist ein Großteil der Bevölkerung immunisiert, zum einen durch die Impfungen, zum anderen nach Infektionen mit dem Covid19-Virus“, so die Erklärung aus dem Gesundheitsamt.

Maske kann andere schützen

Der Rat: Wer erkrankt ist, sollte gegebenenfalls nach Arztkonsultation daheim bleiben – und das natürlich nicht nur, wenn es um das Coronavirus geht. „Diese Vorgehensweise sollte für jede Art von ansteckender Erkrankung gelten, egal, ob Rhinoviren, Corona, Influenza oder anderes“, wird betont. Bei Verdacht auf eine Infektion empfehle es sich, eine Maske zu tragen, um andere zu schützen. Das gelte vor allem beim Umgang mit Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben und deshalb zu den Risikogruppen gezählt werden. Hier empfehle es sich, die seit der Pandemie bekannten Abstands- und Hygieneregeln zu beachten.

Zudem gelten in sensiblen Einrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen die jeweiligen Hygienevorgaben im Krankheits- oder Verdachtsfall.

Rückschlüsse auf die Virus-Variante

Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeheime, bei denen getestet wird, müssen positive Tests nach wie vor melden. Auch wenn sie die tatsächlich Anzahl der Fälle nicht mehr abbilden, fließen die Testungen in die Statistik ein. Sowohl bei der Influenza als auch bei Corona ermöglichen die Tests außerdem in den Laboren Rückschlüsse auf die jeweils aktuelle Virus-Variante.

Das Gesundheitsamt empfiehlt die Impfung gemäß der „Stiko“-Empfehlung - Corona und Influenza können zusammen geimpft werden.

Influenza noch nicht am Start

Die gute Nachricht: Die Influenza macht aktuell im Kreis Rottweil noch keine Probleme. Auch wenn viele aktuell husten und schniefen: Ein echter Influenza-Fall sei dem Gesundheitsamt bislang noch nicht gemeldet worden. Zur Erinnerung: Im November 2022 Jahr hatte die Influenza viele Menschen im Kreis Rottweil schwer erwischt. Der Landkreis meldete die höchsten Zahlen seit 20 Jahren. Vor allem kleine Kinder waren betroffen. Bei einem Ausbruch an der Schule in Villingendorf waren 80 Kinder und Lehrer erkrankt