Viele Kräne arbeiten zurzeit nur noch laufende Projekte ab. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Der Immobilienmarkt kannte ein Jahrzehnt lang nur die Richtung nach oben. Nun ist das Erwachen bitter, meint Andreas Geldner.

Der Bau, insbesondere der Wohnungsbau steckt in einer tiefen Krise – das hat sich inzwischen herumgesprochen. Hinter dieser pauschalen Aussage verstecken sich Verlierer, aber auch Gewinner. Die aktuellen Preisrückgänge bei Immobilien mögen für Verkäufer schmerzlich sein. Doch für diejenigen, die genügend Eigenkapital mitbringen, entsteht auch eine Chance, endlich wieder in halbwegs realistische Preisregionen zu kommen, insbesondere wenn sich die Inflation dämpft und der Schub bei den Zinsen abflacht.

 

Fest steht: Es wird zurzeit viel zu wenig gebaut. Zinsentwicklung, Baupreise, die Verunsicherung wegen der energetischen Sanierung und das eingetrübte Wirtschaftsklima sind ein perfekter Sturm, der die Bautätigkeit so steil hat abstürzen hat lassen wie seit Jahrzehnten nicht. Doch Tatsache ist auch: Für diejenigen, die in Immobilien investieren konnten, war das vergangene Jahrzehnt ein goldenes. Die Preise für Verkäufer kannten in den meisten Regionen nur eine Richtung: immer weiter nach oben. Und dieser Boom dauerte schon doppelt so lang wie historisch üblich. Vielerorts waren etwa die Preise für Grund und Boden vollkommen überhitzt.

Verlierer ganz unten

Eine Korrektur war unvermeidlich. Der Absturz ist nun drastisch und wird durch viele Krisenfaktoren verschärft. Aber so blind, wie man den Boom über viele Jahre hat laufen lassen und etwa den Bau von bezahlbaren Wohnungen zur Nebensache hat verkommen lassen, kann man jetzt nicht durch die Krise gehen. Denn die größten Verlierer sind jetzt diejenigen, die erst gar nicht von eigenem Wohnraum träumen können, sondern auf bezahlbare Mieten angewiesen sind. Hier hat die Krise erst begonnen.