Katharina Jaiser (Nummer 285) kämpft sich in München an die spätere Siegerin Helena Schenk (vorn) und die drittplatzierte Rosalie Hausdorf heran. Foto: Moritz Mühlpointner/muehl.foto

Katharina Jaiser hat die B-Norm über 3000 Meter für die deutschen Hallenmeisterschaften deutlich unterboten. Dennoch musste sie bis zum Schluss um ihre Teilnahme bangen.

Sie hat es geschafft! Katharina Jaiser aus Gechingen darf am 21. Februar bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletinnen und Leichtathleten in Dortmund an den Start gehen.

 

Bis es aber so weit war: Das war nichts für schwache Nerven! Denn nachdem am 9. Februar der Meldeschluss abgelaufen war, durften Kaderathletinnen auch ohne gelaufene Norm per Sonderstartrecht nachmelden, und schon zu Wochenbeginn rutschte die Gechingerin so auf den vorletzten möglichen Startplatz.

„Wenn jetzt noch zwei spontan dazukommen bin ich raus“, berichtete sie sauer, „mein Frust ist maximal hoch!“

Erlösung am Freitag

Am Freitag kam dann aber die erlösende Nachricht: Sie darf am kommenden Freitagabend in der Helmut-Körnig-Halle in Dortmund um 19.05 Uhr im Feld der 18 besten 3000-Meter-Läuferinnen Deutschlands mitmischen.

Wenn sich die Chance bietet: Angriff!

Die beste Qualifikationszeit bringt die Dornstetterin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) mit, das offizielle Ziel von Katharina Jaiser wird sein, ihre persönliche Bestzeit (9:34,13) zu verbessern. Aber wer ihren Ehrgeiz kennt, weiß: Wenn etwas anderes möglich ist, heißt es: Angriff!

Zur Einstimmung nahm sie bei den Munich Indoor die halbe Strecke – 1500 Meter – ins Visier und rechnete zusammen mit ihrem Coach aus: 3000-Meter-Zeit minus 40 Sekunden durch 2 ist gleich 4:27 Minuten. Das Ziel war gesteckt. „Aber kurz gesagt: Es war ein beschissenes Rennen“, zieht die Gechingerin Bilanz.

Ein „beschissenes Rennen“

Das begann schon nach dem Startschuss. „Wir sind in zwei Reihen gestartet, und das Mädel hinter mir hat mir schon beim Start in die Hacken getreten“, berichtet die 38-Jährige. „Ich bin dann schnell weg, weil ich das Gerangel nicht mag. Position zwei auf Bahn zwei.“

Wildes Gerangel

Im Rennen ging es wild zu. Gedrängel, die Läuferinnen dicht an dicht – inklusive eines Überholvorgangs auf der Innenseite. „Ich hätte nur meine Ellenbogen ausfahren müssen, und sie wäre raus gewesen“, schütelt Katharina Jaiser mit dem Kopf, „auf meine Gutmütigkeit zu hoffen, ist grob fahrlässig.“ Bis zur vierten Runde herrschte das, was Katharina Jaiser „Platzgehirsche“ nennt. Sie reihte sich auf Platz 5 ein und lag gut in ihrem Zeitplan.

Dann ging die auf Position 4 liegende Sophia Seiter (LG Stadtwerke München) aus dem Rennen – und eine Lücke zum Führungstrio tat sich auf. „Da ranzulaufen, war fast unmöglich. Ich hab’s versucht, aber die Anfangssituation hat mich so viele Körner gekostet, dass ich es mehr schlecht als recht hinbekommen habe.“

Am Ende fehlen die Körner

Sie schließt zwar auf, aber die drei Führenden, allen voran die spätere Siegerin Helena Schenk (LG Region Karlsruhe), ziehen am Ende noch mal das Tempo an. Für Katharina Jaiser bleiben Platz 4 „und 4:34 statt der möglichen 4:27. Ärgerlich.“

„Kopf hoch, sonst Doppelkinn“

Dennoch bedeutet die Zeit eine Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit in der Halle um vier Sekunden. „Es war das erste wirklich chaotische Rennen, in dem ich den Verlauf trotzdem für mich aktiv mitgestaltet und das Bestmögliche daraus gemacht habe. Fast wie im echten Leben“, tröstet sich die 38-Jährige. Und überhaupt: „Kopf hoch, sonst Doppelkinn“, sagt sie lachend.

Und jetzt das Highlight

Am kommenden Freitag in Dortmund hat sie allerdings ganz andere Ziele.