Die Reparatur des Hüfinger Lärmschutzwalls sollte eigentlich zum Ferienende fertiggestellt sein. Nun dauert sie an.
Noch Anfang Mai standen die Zeichen gut, dass die offenen Restarbeiten an der Hüfinger Lärmschutzwand pünktlich zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein könnten und damit auf der B 27 wieder auf beiden Spuren freie Fahrt möglich wäre. So teilte das damals Heike Spannagel, Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, auf Anfrage mit.
Jetzt ist die Ferienzeit zu Ende. Über dem Thema Lärmschutzwall brauen sich dagegen wieder dunkle Wolken zusammen, und das lang ersehnte Finale könnte sich erneut verzögern – fast vier Jahre nach Fertigstellung. Das hat jetzt eine erneute Anfrage beim Regierungspräsidium ergeben. Der letzte Arbeitsschritt steht noch aus, nämlich die Verstärkung von 37 Bogenelementen mittels Carbonbeton.
Man erwarte, dass der Auftragnehmer diese Arbeiten bereits in den kommenden Wochen ausführe, „wie es das vorliegende Sanierungskonzept ausweist“, so Heike Spannagel. Dieses sei erstellt worden, um eine Abnahme der Gesamtmaßnahme zu ermöglichen. „Vor der Abnahme ist es erforderlich, dass alle Mängel beseitigt sind“, erklärt sie weiter. Allerdings sehe der Auftragnehmer die Ursache der Mängel bei seinen Subunternehmern und stehe mit diesen dazu noch in der Diskussion. „Aus diesem Grund könnten sich die weiteren Arbeiten nochmals verzögern“, kündigt die Sprecherin an. Wie lange das dauert, könne sie jedoch nicht sagen. Darauf habe das Regierungspräsidium keinen Einfluss.
Regen macht Strich durch die Rechnung
Fest steht nur, dass es bis zum Ferienende nicht geklappt hat mit der Freigabe. Aktuell läuft noch Teil eins der Restarbeiten. Zwar habe der Auftragnehmer, die Arbeitsgemeinschaft Schleith/Strabag, in den vergangenen Monaten die Beschichtung von 192 beschädigten Wandelementen nahezu abgeschlossen, doch „diese Arbeiten erfordern Trockenheit.“
Wegen des vielen Regens in diesem Sommer hätten sich die Arbeiten aber verzögert, sodass sie nicht vor den Bauferien, die am 5. August begonnen haben, zu Ende gebracht werden konnten, so Heike Spannagel. Die Arbeiten sind in dieser Woche fortgesetzt worden und sollen – abhängig vom Wetter – voraussichtlich bis Ende kommender Woche dauern.
Dann könnte mit der Verstärkung der Stahlbewehrung mit Carbonbeton begonnen werden, vorausgesetzt, Auftragnehmer und Subunternehmer sind sich bis dahin einig. „Leider haben wir im Moment keine Möglichkeiten, diesen Vorgang zu beschleunigen“, sagt die Sprecherin. Die Fahrbahn der B 27 könne aus Sicherheitsgründen jedenfalls erst komplett freigegeben werden, wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind.
Rückblick
Konstruktion
Bereits kurz nach Fertigstellung bildeten sich Risse in der Konstruktion. Ende September 2023 wurden die Baumängel im Rahmen der Gewährleistung behoben. Die Risse wurden in einem speziellen Verfahren verpresst. Einzelne Elemente der Wand weisen jedoch auch statische Defizite auf, da die Stahlbewehrung im Beton laut Regierungspräsidium nicht exakt an der rechnerisch richtigen Stelle liegt. Mit einer speziellen Verstärkung aus Carbonbeton und einer Beschichtung soll dieses Problem gelöst werden. Dieser Maßnahme hatte das Bundesverkehrsministerium im Frühjahr zugestimmt und die Arbeiten sollten in diesem Sommer stattfinden.