Eine Ausweitung der Tempo-30-Zonen in Furtwangen wird diskutiert. (Archivbild) Foto: Stadtverwaltung

Das Planungsbüro Rapp hat einen Lärmaktionsplan erarbeitet, um den vom Verkehr verursachten Geräuschpegel zu reduzieren. Zu den Vorschlägen zählen auch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf dem kompletten Ring rund um Furtwangen

Vorgestellt wurde dem Gemeinderat das Ergebnis einer Lärmkartierung in Furtwangen.

 

Die Lärmbelastung entlang wichtiger Straßen wurde gemessen und erste Möglichkeiten zur Senkung dieses Lärms, der nicht zuletzt auch gesundheitliche Probleme hervorrufen kann, festgehalten. Vorgeschlagen wurden verschiedene Geschwindigkeitsreduzierungen. Ob diese allerdings realisierbar sind, werden erst die weiteren Maßnahmen zeigen.

Im Rahmen der landesweiten Planungen für weniger Lärm der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg muss die Lärmbelastung für alle Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8200 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden ermittelt werden. Für Furtwangen bezieht sich dies auf die Landesstraße 173 von der Einmündung Martin-Schmitt-Straße bis zur Abzweigung Rohrbach.

Auch Straßen rund um Innenstadt erfasst

Allerdings wurde in Absprache mit dem Planungsbüro Rapp dieser Lärmaktionsplan auch für die Straßen rund um die Furtwanger Innenstadt erstellt, wie der Gemeinderat im Januar beschlossen hat. Diese Lärmkartierung wurde dem Gemeinderat vorgestellt.

Lärm macht krank, mindert die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden mit enormen Folgekosten. Bei den Messungen spielen die zulässige Geschwindigkeit, der Straßenbelag und die Zahl der Fahrzeuge tags und nachts eine Rolle. Aber auch Ampeln, Kreisverkehr oder Steigungen werden berücksichtigt. Und der Lärm wird in Relation gesetzt zu den Menschen, die belastet werden. Wird diese Belastung überschritten, können verkehrsrechtliche Schritte eingeleitet werden, vor allem Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Auch B500 eingeschlossen

Konkret machte das Büro mehrere Vorschläge, wie die Belastung verringert werden könnte: Vor allem ist dies eine Reduzierung des Tempos in der Innenstadt im Bereich der B500 vom Ortsschild aus Richtung Gütenbach bis zur Einmündung der Friedrichstraße in die Bismarckstraße in der Nähe der „Arche“.

Neu also in der ganzen Breg- und der Bismarckstraße. Ebenso wird Tempo 30 empfohlen für die Grieshaber- und Allmendstraße bis zur Einmündung Südtangente. Einbezogen ist damit der komplette Ring um die Innenstadt. Darüber hinaus empfiehlt das Büro in Schönenbach die L173 bis zur Einmündung der Rohrbacher Straße wie bereits bei der Einmündung und der Dorfmitte bei der Kirche auf 50 zu reduzieren. Allerdings wurde deutlich, dass in dem 70er- Bereich niemand betroffen ist und Lärmschutz nur schwierig durchsetzbar ist. Da geht es eher um den Straßenverkehr.

Abbremsen und Anfahren könnten zu Lärm führen

Die Gemeinderäte sprachen auch die neuen Schwellen in Linden-, Gerwig- und Baumannstraße an. Nach Einschätzung von Rainer Jung von den Freien Wählern (FW) und Georg Kaiser, CDU, könnte das Abbremsen und Anfahren zu stärkerem Lärm führen. Bernhard Braun, SPD, forderte im Blick auf die Sicherheit, die Geschwindigkeit auf der Südtangente auf 50 Stundenkilometer zu begrenzen. Guido Seng von der Initiative für Furtwangen (IFF) bezweifelte jedoch, dass es in der Bregstraße Beschwerden wegen Lärm geben könnte.

Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis und wird über die Wirkungsanalysen zu den vorgeschlagenen Geschwindigkeitsreduzierungen entscheiden.