In Sachen Lärmaktionsplan hat die Gemeinde Zimmern jüngst die vierte Runde eingeläutet. Im Gemeinderat gibt es jedoch nach wie vor grundsätzliche Bedenken gegenüber den Lärmberechnungen.
Er halte nicht viel davon, betonte Ratsmitglied Jürgen Kramer. Die Lärmberechnungen bedeuteten nur „reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ und stimmten mit der Praxis keinesfalls überein. Auch Daniel Schlesier und Stettens Ortsvorsteher Daniel Hirt schlugen in dieselbe Kerbe.
Die bisherige Lärmaktionsplanung aus dem Jahr 2022 soll überprüft und fortgeschrieben werden, auf der Grundlage der neuen Verkehrszahlen und der aktualisierten Umgebungslärmkarte der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Darauf hatte sich der Gemeinderat bereits im Herbst 2023 verständigt.
Die Karlsruher Modus Consult Gericke GmbH & Co. KG war mit den Arbeiten beauftragt worden. Das Büro hat unter Einbeziehung mittlerweile weiterer ergangener Lärmschutzvorschriften einen Entwurf für den fortgeschriebenen Lärmaktionsplan (vierte Runde) erstellt.
Lärmaktionsplan wird fortgeschrieben
Ingenieur Adrian Gericke und Wirtschaftsförderer Heiko Gutekunst stellten die angedachten Maßnahmen in der jüngsten Sitzung vor. Gutekunst wies darauf hin, dass bereits beim letzten Lärmaktionsplan (dritte Runde) nicht alle angeregten Maßnahmen von den Behörden vollumfänglich angeordnet worden seien. Man hoffe nun auf eine Umsetzung der weitergehenden Vorschläge auf der Basis der neuen Berechnungen in Verbindung mit den strengeren Vorgaben des Kooperationserlasses.
Zahlreiche Maßnahmen für Zimmern
In Zimmern wird für die Horgener Straße zwischen dem Kreisverkehr beim „Gasthof Adler“ und dem Gebäude Horgener Straße 8 ganztags Tempo 30 vorgeschlagen. Das gilt ebenso für die Hauptstraße zwischen dem Kreisverkehr Richtung Ortsausgang wie für die Rottweiler Straße.
Durchgehend Tempo 30 finde er gut, „denn dann haben wir in Zimmern keinen Flickenteppich mehr“, meinte Gemeinderat Marcel Kammerer. Man wolle die Maßnahmen, so Bürgermeisterin Carmen Merz, kontinuierlich fortführen.
Auch Flözlingen und Horgen betroffen
In Flözlingen hat sich die hohe Lärmbetroffenheit in der Weilerner Straße und in der Bergstraße sowohl bei Tag als auch nachts bestätigt. Zusätzlich soll die 30er-Beschränkung auf das Teilstück zwischen Kaiserstraße und dem Ortsschild erweitert werden. Im Bereich der Eschacher Straße und Stettener Straße (bisher nachts Tempo 30) wird vorgeschlagen, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Teilabschnitten tagsüber zu erweitern.
In Horgen soll in der Zimmerner Straße Tempo 30 auf dem Abschnitt zwischen dem Ortsschild und Hausnummer 42 (danach besteht bereits Tempo 30) ausgedehnt werden. Das gilt ebenso für die Strecke in der Talstraße ab dem Ortsschild bis zur Einmündung Zimmerner Straße.
Für die Niedereschacher Straße wurde zwischen der Einmündung Zimmerner Straße bis zum Ortsschild eine ganztägige Lärmbetroffenheit festgestellt. Im Bereich der Niedereschacher Straße wird ab der Einmündung Wildensteiner Straße bis zu Hausnummer 30 eine Fahrbahnsanierung dringend angeraten.
Stetten erstmals Teil des Lärmaktionsplans
Der Ortsteil Stetten war vom letzten Lärmaktionsplan nicht betroffen. Nach den aktuellen Berechnungen sollte nunmehr in der Alemannenstraße zwischen Ortsschild und Kreuzung Lackendorfer Straße sowie in der Lackendorfer Straße zwischen Ortsschild und Kreuzung Alemannenstraße ganztags Tempo 30 angeordnet werden.
Damit zeigte sich Ortsvorsteher Hirt nicht einverstanden. Die Beratungen würden diesmal zuerst in den Ortschaftsräten erfolgen. Erst nach den Empfehlungsbeschlüssen aus den Ortsteilen, so die Rathauschefin, treffe der Gemeinderat die finale Entscheidung.