Leser Michael Schuler aus Balingen ärgert sich über die Auseinandersetzung des Lärmaktionsplans in Balingen. Die Argumente seien emotional und wenig sachlich, wie er findet.
OB Dirk Abel teilte zu Beginn die gesetzlichen und rechtlichen Grundlagen der Lärmschutzverordnung mit, verbunden mit der Pflicht zur Umsetzung. Auch wurde auf den zeitlichen Verzug der Maßnahme und auf mögliche Konsequenzen bei einer Ablehnung hingewiesen.
Aus meiner Sicht war Angela Godawa das einzige Gemeinderatsmitglied, das den Punkt Sicherheit für die Anwohner und Kinder auf dem Schulweg ernst genommen hat. Weitere Argumente klangen für mich nicht besonders sachlich oder fachlich überzeugend und wurden emotional und ohne weitere Beweisführung eingebracht.
Pauschalen nicht aussagekräftig
Aussagen wie eine Verdoppelung des Lärms bei Verringerung des Abstands der Fahrzeuge ist schlichtweg nicht aussagekräftig, da es sich um die logarithmische Einheit dB handelt und nicht einfach pauschal verdoppelt werden kann.
Auf das Anwenden von nicht geeichten Handy-Apps zur Schallmessung werde ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da diese mit Sicherheit nicht die erforderlichen Rahmenbedingungen erfüllen.
Die Befürchtung, der Öffentliche Personennahverkehr könnte darunter leiden, konnte ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht nachvollziehen da: Mit dem Busunternehmen Maas wohl noch nicht gesprochen wurde
In anderen Städten wie zum Beispiel Tübingen, deren Innenstadt überwiegend nur aus 30er-Zonen besteht, eine sehr gute Taktung umgesetzt werden kann und es nicht zwingend zu einer Verschlechterung der Taktung kommt.
Gekränkt und übergangen
Auf die positiven Erfahrungen bezüglich Tempo 30 von Hr. Meitza wurde im Gemeinderat nicht näher eingegangen, sondern ich hatte eher den Eindruck, dass man sich durch die Umsetzung des LAP gekränkt und übergangen fühlte.
Das bemängelte Berechnungsverfahren statt einer Messung wurde immer wieder als Kritikpunkt dargestellt. Die Gründe, warum dieses Verfahren angewendet wird, wurden eingangs dargelegt, aber im Laufe der Diskussion konsequent außer Acht gelassen.
Es soll zwar was – nach allgemeiner Aussage aller – etwas für die Sicherheit und Lärmreduzierung der betroffenen Anwohner getan werden. Wenn dies der Fall gewesen wäre, dann hätte der LAP nicht abgelehnt werden dürfen.
Hier hat meiner Meinung nach der Gemeinderat, trotz voriger Übereinkunft, sich nicht an dem Wohl der betroffenen Bürgerinnen und Bürger orientiert, sondern eigene Befindlichkeiten in den Vordergrund gestellt. Wie sonst lässt sich das Ergebnis erklären.
Michaela Schuler, BalingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.