Die Stadt Burladingen stellt einen Lärmaktionsplan auf. In der jüngsten Gemeinderatssitzung entbrannte eine Debatte, in welchem Umfang dieser realisiert werden soll.
Den Lärmaktionsplan hat der Burladinger Gemeinderat in der Vergangenheit auf die lange Bank geschoben. Damit ist es nun vorbei. In der Sitzung am Donnerstagabend wurde die Aufstellung eines solchen Plans beschlossen. Über den Umfang der aufzunehmenden Straßenabschnitte entbrannte noch mal eine rege Diskussion.
Die Aufstellung eines Lärmaktionsplans wurde dem Gemeinderat am 20. Juli 2023 von der Stadtverwaltung bereits vorgeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt lag die aktualisierte Lärmkartierung (Stand 2022) noch nicht vor. Es wurde beschlossen, die Aufstellung bis zum Vorliegen der neuen Lärmkartierung zu verschieben.
Zwei Bereiche verpflichtend
Dies ist nun der Fall, und die Pflichtaufgabe für die Kommune nicht mehr aufschiebbar. „Nach den nun vorliegenden Karten gibt es zwei Bereiche im Stadtgebiet, für die ein Lärmaktionsplan aufgestellt werden muss“, berichtete Martin Paulus vom Ordnungsamt.
Zum einen handelt es sich um die Burladinger Ortsdurchfahrt (B32). 9248 Fahrzeuge passieren diesen Abschnitt täglich. Auf Strecken mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommen von über 8200 Fahrzeugen muss ein Lärmaktionsplan erstellt werden.
Der zweite Abschnitt, auf den dies zutrifft, ist die B32 Ortseingang Killer von Jungingen kommend bis zur Kreuzung Hofstättstraße. Hier wurden 10506 Fahrzeuge pro Tag gezählt. „Im weiteren Verlauf sind es weniger Fahrzeuge, da der Verkehr hier auch in Richtung Ringingen abfließt“, erläuterte Paulus.
Brandner: Lärm ist eine Gesundheitsrisiko
Der Plan für diese zwei Abschnitte muss also kommen. „Das heißt aber nicht, dass nicht noch weitere Abschnitte mit aufgenommen werden können“, so Paulus. Genau daran schieden sich die Geister im Gremium.
Zwar war in einer Vorberatung die mehrheitliche Meinung, dass man sich nur auf die Pflichtabschnitte konzentrieren möchte. Peter Thriemer allerdings warf in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend ein, dass die Fraktion der Grünen nun doch eine weitreichendere Abdeckung des Lärmaktionsplans befürwortet.
Diese Ansicht teilten sowohl Bürgermeister Davide Licht als auch Rainer Brandner (Freie Wähler). Letzterer sagte: „Lärm ist ein Gesundheitsrisiko. Da sollten wir keine halben Sachen machen.“ Er plädierte dafür, die B32 komplett von Killer bis Gauselfingen mitaufzunehmen.
Ingenieurbüro „Kurz und Fischer“ beauftragt
Kevin Rieber, Chef der Freien Wähler, zeigte sich davon wenig begeistert: „Selbst wenn wir mehr Straßen aufnehmen – es wird sich nichts groß ändern, da wird nachher nichts umgesetzt“, lautete seine Prognose.
Ein entsprechender Antrag von Brandner, die B32 komplett reinzunehmen, scheiterte. Die Mehrheit stimmte dafür, sich auf die beiden Pflichtabschnitte zu konzentrieren. Die Stadt beauftragt das Ingenieurbüro „Kurz und Fischer“ und die beteiligte Planungsgruppe SSW mit der Aufstellung des Lärmaktionsplans.