In Zollhaus und Randen gibt es immer mehr Verkehr. Der Gemeinderat diskutiert über eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer. Die FDP-Fraktion hatte sich ein Bild der Situation gemacht und stellte den Antrag, um den Lärm zu reduzieren.
Gilt künftig in den Ortsdurchfahrten von Zollhaus und Randen ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern? Mit dieser Frage beschäftigt sich an diesem Donnerstag, 21. März, der Blumberger Gemeinderat, nachdem die FDP-Fraktion einen Antrag gestellt hatte. Los geht die Sitzung im Städtle-Saal um 18 Uhr.
Mit einem Schreiben vom 5. Februar hatte die FDP beantragt, dass die Einführung eines Limits von 30 Stundenkilometern in den beiden Ortsdurchfahrten aus Gründen des Lärmschutzes in die Tagesordnung aufgenommen wird.
Nachdem seit dem Sachstandsbericht des Regierungspräsidiums Freiburg vom 23. Juni 2022 keine neuen Erkenntnisse veröffentlicht wurden, sehe sich die FDP in der Pflicht, die Anliegen zahlreicher Bürger zu vertreten, wie sie mitteilt.
Im vergangenen November hatten sich einige Bürger, darunter auch der Landtagsabgeordnete Niko Reith und der FDP-Verkehrssprecher Christian Jung, selbst ein Bild von der aktuellen Lage in den beiden Orten gemacht. Die Ortsbesichtigung stieß damals auf ein großes Interesse, und die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde rege diskutiert. Mit der Begründung, dass nach Anstieg des hohen Verkehrsaufkommens die Lärmbelästigung in der Nacht sowie besonders in den frühen Morgenstunden stark zugenommen hat, wird der FDP-Antrag untermauert.
Dass gerade in Zollhaus der Lastwagen-Verkehr von Norden mit 70 Stundenkilometern in Richtung Kurve des ehemaligen Hotels „Kranz“ auf 20 Stundenkilometer abgebremst und anschließend wieder auf Tempo 50 beschleunigt und in Richtung Bahnübergang/Kreisverkehr wieder abgebremst wird, erzeugt nach Meinung der FDP einen hohen Geräuschpegel. Von Donaueschingen kommend sei die Situation ähnlich. „Gerade die modernen Lastwagen-Bremssysteme erzeugen eine erhöhte Lärmbelästigung. Bei durchgängig 30 Stundenkilometern wäre diese Geräuschkulisse wesentlich geringer“, argumentiert der FDP-Fraktionssprecher Silvio Waimer in dem Schreiben.
Sicherheit im Blick
Auch auf dem Randen würde mit Tempo 30 eine deutliche Lärmreduzierung erreicht, ist sich die FDP sicher. Dazu würde das Überqueren der Straße für ältere Menschen oder Schulkinder deutlich leichter werden, gibt die FDP als weiteres Argument an. Hinzu komme, das hätten eigene Recherchen ergeben, dass es inzwischen deutlich leichter sei, ein Tempolimit mit der Begründung des Lärmschutzes durchzusetzen. In zahlreichen Ortschaften habe das bereits geklappt. Bei dem stetig steigenden Lastwagen-Verkehr, der in den Durchfahrten Zollhaus und Randen besonders kräftig zu verspüren sei, sei das Thema Sicherheit eine weitere Komponente.
Schon seit Jahrzehnten seien die Ortsumfahrungen Zollhaus und Randen vom Regierungspräsidium befürwortet und die Gelder genehmigt. Was fehlt, seien Planungskapazitäten. Bei einer FDP-Sachstandsnachfrage habe sich ergeben, dass in Randen, abhängig vom Verlauf von Rechtsverfahren, ein Baubeginn bis 2030 möglich wäre. Die Planung für die Ortsumfahrung Zollhaus habe aufgrund von Personalmangel noch nicht einmal begonnen.
Geschwindigkeitsbegrenzung
Das sagt Werner Waimer Für den langjährigen Fraktionssprecher der FDP und langjährigen Gemeinderat, Werner Waimer, ist aktuell die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in Zollhaus und Randen alternativlos. „Schaut man weiter zu und macht nichts“, das sei für ihn keine Lösung. „Gerade im Sommer ist die Lärmbelästigung besonders in den frühen Morgenstunden extrem. In warmen Sommernächten kann man kein Fenster mehr öffnen oder man ist spätestens um 5 Uhr morgens wach“, sagt er. Die Gefährdung für Fußgänger ist für ihn ein weiteres Thema. „Unser Antrag ist enorm wichtig, denn die Situation verschärft sich immer mehr“, sieht er dringenden Handlungsbedarf.