Vom 29. Juli bis 4. August finden die Ladies Open in Hechingen zum 25. Mal statt. Wir haben mit Turnierboss Gerhard Frommer, für den es die letzte Auflage in Verantwortung ist, ausführlich gesprochen.
Der Countdown läuft: In etwas mehr als zwei Wochen werden bei den Ladies Open die ersten Bälle gespielt. Die Auflage in diesem Jahr ist aus zweierlei Hinsicht etwas Besonderes: Zum einen steht das 25. Jubiläum an, zum anderen wird Gerhard Frommer letztmals für das Turnier verantwortlich sein. Sein Nachfolger steht mit Andreas Fechter bereits parat.
Frommer, der sich an einem sonnigen Nachmittag auf der Anlage des TC Hechingen viel Zeit nimmt, erklärt: „Wir machen dieses Jahr bereits vieles gemeinsam. Es gibt mehr Arbeitskreise und Absprachen, daher ist es zeitintensiver.“ Frommer ergänzt: „Es ist Zeit für einen Cut, die jungen Leute sollen auch in die Verantwortung, das ist schon gut.“
Ein Stern für Hechingen
Von den Anfängen bis zur diesjährigen Auflage hat sich jede Menge getan – Frommer könnte sicherlich ein Buch über die Erlebnisse schreiben. Er stellt fest: „Das Turnier ist wirklich zu einer Marke geworden, das freut mich enorm.“ So bekamen die Ladies Open auch einen „Spieler-Stern“ und gelten nun als „Leading Tournament“. Von gut 200 Turnieren weltweit in dieser Kategorie haben nur acht Veranstaltungen diesen Stern, der auf Bewertungen der Spieler basiert, erhalten. „Da ist man schon stolz. Ob es in der Spitze bessere Spielerinnen anzieht, wird man sehen. Die Breite wird aber sicherlich gestärkt“, vermutet Frommer.
Bis zum 11. Juli konnten sich die Spielerinnen für das Turnier in Hechingen einschreiben, bis zum 16. Juli kann noch zurückgezogen werden. Für Frommer ist dies mit die interessanteste Phase. Er sagt aber auch: „Vor dem 16. Juli schaue ich da gar nicht drauf. Am Anfang gibt es immer unfassbar viele Zusagen.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Zu Beginn dachten wir dann auch, dass die wirklich alle kommen.“
Kommt Fruhvirtova?
Offen ist demnach noch, ob die Titelverteidigerin Brenda Fruhvirtova aus Tschechien mit dabei sein wird. Der heute 17-Jährigen habe es in Hechingen ausgezeichnet gefallen. Jüngst erreichte sie in Wimbledon die 2. Runde.
In die Qualifikation muss dieses Jahr Alexandra Vecic. Per Wildcard starten dort auch die beiden Hechinger Youngsters Gwendolyn Fedel und Alessa Maier. Frommer betont: „Sie haben es sich beide verdient, weil sie in den Saisonspielen wirklich gut gespielt haben.“ Die Wildcard für das Hauptfeld geht in diesem Jahr an den Deutschen Tennisbund (DTB) – diese haben sie den Hechingern für 2500 Euro abgekauft. „Das haben wir natürlich mitgenommen“, so Frommer.
Man könne auch in diesem Jahr wieder auf zahlreiche Helfer und ein eingespieltes Team bauen. „Das ist ein Weltranglistenturnier, da steckt brutal viel Aufwand dahinter. Man ist im Prinzip eine Woche lang Dienstleister für die Spieler und Schiedsrichter. Auch Thomas Bürkle unterstützt uns dieses Jahr wieder, er ist ein absoluter Fachmann im Damentennis“, nennt Frommer ein paar Details. Er erläutert zudem, dass die Ladies Open im Prinzip ein ganzjähriges Projekt seien und es immer etwas zu tun gebe – für Frommer jedoch zum letzten Mal.
Hoffnung auf gutes Wetter
„Als Ansprechpartner stehe ich natürlich für Fragen zur Verfügung, das ist klar. Aber der Gedanke, dann mal nicht mehr in der Verantwortung zu stehen und mittags bei einem Kaffee und Kuchen vorbeizuschauen und sich ein Spiel anzuschauen, das hat schon auch etwas“, blickt Frommer etwas voraus. Einen speziellen Wunsch hat er aber auch für die diesjährige Auflage noch: „Wir brauchen einfach mal wieder richtig gutes Wetter.“
Es wäre dem TC Hechingen und Frommer selbst auf jeden Fall zu gönnen – dann steht einem würdigen Abschluss nichts mehr im Wege.