Für einen reibungslosen Ablauf bei den Ladies Open sorgen auch zahlreiche Schiedsrichterinnen. Wir haben mit Annika Schlag gesprochen.
Dienstag, 12 Uhr, Centre-Court in Hechingen: Die Sonne strahlt während Anna Gabric und Fiona Ganz um den Einzug ins Hauptfeld kämpfen. Gerade die Deutsche, welche die Partie am Ende verliert, ist sichtlich unzufrieden mit sich selbst. Alles im Griff hat auf ihrem Posten Schiedsrichterin Annika Schlag.
Die 19-Jährige, die aus der Nähe von Koblenz kommt, ist die ganze Turnierwoche über in Hechingen im Einsatz. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt sie, wie sie zu ihrer Tätigkeit kam: „Bei uns in der Nähe gab es auch immer ein Turnier. Ich habe als Ballkind angefangen und fand das ganze Drumherum mit den Schieds- und Linienrichtern auch total. Ich habe mich daraufhin mal informiert und bin so dann in das Thema reingerutscht.
Ihre ersten Einsätze hatte Schlag bei Juniors-Turnieren. Mittlerweile verbringt sie „vier bis fünf Wochen pro Jahr“ als Schiedsrichterinnen und ähnlich viel Zeit noch als Linienrichterin. „Man ist schon viel unterwegs. Ich habe ein Studium angefangen, das funktioniert bisher noch ganz gut“, so Schlag. Der Spaßfaktor ist für sie während der Spiele extrem hoch. „Es macht mir schon sehr viel Freude, sonst würde ich es auch nicht machen“, so Schlag.
Mehrere Einsätze
Bei Turnieren wie den Ladies Open kommen die Referees meist mehr als einmal pro Tag zum Einsatz. Schlag rechnet vor: „Heute sind es 18 Partien, die wir auf sieben Schiedsrichter aufteilen. Es kann gut sein, dass ich heute drei Spiele mache. Mehr sind es aber eigentlich nie.“
Angefangen hat sie im September 2021, folglich ist sie nicht zum ersten Mal in Hechingen. So gehört sie mit 19 Jahren sicherlich zu den Jüngeren ihrer Zunft, sagt aber auch: „Es gibt schon einige, die das in diesem Alter machen. Für mich ist das Gleichgewicht zwischen Linien- und Schiedsrichter echt schön.“ Schlag hat die nationale B-Lizenz der Schiedsrichter.
Digitale Hilfe
Während den Partien müssen sie und ihre Kolleginnen die Spielstände durchsagen, entscheiden ob Bälle aus sind oder nicht, regelmäßig neue Bälle freigeben und auch bei strittigen Situationen die Ruhe bewahren. „Man hat schon immer ein bisschen Respekt vor den Spielen. Wenn man zu locker reingeht, ist das auch nicht gut. Ich möchte einfach meinen Job souverän erledigen.“ So unterstützt ein Handy die Schiedsrichter auch bei einigen Themen. Schlag sagt: „Natürlich würde ich gerne noch weiter nach oben kommen. Aber jetzt bin ich diese Woche erstmal hier. Ich schaue nicht gerne zu weit voraus.“
So sollte ein Schiedsrichter auch eine Portion Fingerspitzengefühl mitbringen – gerade wenn Spielerinnen einmal emotionaler werden. Die 19-Jährige erläutert: „Man muss schon im Blick haben, wie die Stimmung auf dem Platz gerade ist und wie sich die Spielerinnen zuvor verhalten haben. Meist klappt das dann auch ganz gut.“ Klar ist nämlich auch: Ohne Schiedsrichterinnen wie Schlag würden Turniere wie die Ladies Open nicht über die Bühne gehen.“