Julia Stusek spielte am Donnerstag einen bärenstarken 1. Satz. Am Ende war Sinja Kraus aber zu stark. Foto: Kara

Julia Stusek ärgert die Nr. 3 – Sinja Kraus aus Österreich – einen Satz lang. Die 17-jährige Deutsche, welche von der Mutter von Martina Hingis trainiert wird, zeigt ihr Potenzial.

Das sportliche Talent wird Kindern oftmals in die Wiege gelegt – im Falle von Julia Stusek war der Tennissport sehr naheliegend. Ihre Mutter Petra Holubová war ebenfalls Spielerin auf der WTA-Tour. Ebenfalls interessant: Stusek wird von Melanie Molitor trainiert. Diese ist die Mutter der ehemaligen Weltklassespielerin Martina Hingis (Schweiz) und war jahrelang auch ihre Trainerin. Auch Top 15-Spielerin Belinda Bencic hatte sie schon unter ihren Fittichen.

 

Die Zuschauer bekamen am Mittwoch und Donnerstag jedenfalls einen ersten Eindruck von Stusek. Zunächst hatte sich die 17-Jährige, welche erst am 30. Juni Geburtstag hatte, in der 1. Runde gegen Lina Gjorcheska mit 7:5, 2:6 und 6:3 durchgesetzt. Am Donnerstag wartete dann mit der an „drei“ gesetzten Sinja Kraus aus Österreich eine ganz andere Hausnummer.

Stusek beeindruckt

Im ersten Satz war auf dem Centre Court von den 800 Plätzen Unterschied in der WTA-Rangliste aber nichts zu sehen – im Gegenteil: Stusek spielte mutig und unfassbar fokussiert auf, breakte Kraus direkt zwei Mal „zu Null“. Diese war sichtlich unzufrieden, haderte mit ihrem Aufschlag und machte immer wieder Fehler. So lag die Deutsche den gesamten Satz in Front und konnte diesen dann auch unter großem Applaus mit 6:4 für sich entscheiden.

Auffällig: Stusek bot bereits ein sehr komplettes „Paket“ an. So verteidigte sie unfassbar gut und flink, griff selbst sowohl von der Grundlinie als auch am Netz gut an und baute auch mit ihrem Aufschlag immer wieder Druck auf.

Kraus dreht auf

Dieses Niveau konnte sie allerdings nicht halten, zudem steigerte sich Kraus deutlich und spielte Ball um Ball auf die Linie. Nach nicht einmal 20 Minuten ging der 2. Satz mit 6:0 an die Österreicherin. Im 3. Durchgang ging es wieder etwas ausgeglichener zu, letztlich hatte Kraus aber verdientermaßen mit 6:2 das bessere Ende für sich. Schmunzelnd erwähnte sie beim später stattfindenden Presse-Talk: „Das Erreichen des Viertelfinals ist natürlich mein Anspruch. Wenn ich ehrlich bin, bin ich schon hier um das Turnier zu gewinnen.“

Stusek hingegen war trotz dem Ausscheiden zufrieden: „Ich kann nicht unbedingt erwarten, so ein Spiel zu gewinnen. Die 1. Runde zu gewinnen war für mich schon gut. Der erste Satz war top, aber danach hat man einfach den Unterschied im Level gemerkt.“ Die Tatsache, dass sie etwas weniger Regenerationszeit hatte, wollte sie nicht gelten lassen: „Wenn man gut werden will, muss man damit klar kommen.“ Bundestrainerin Jasmin Wöhr lobte derweil: „Ihre Entwicklung ist sehr gut. Sie weiß woran sie zu arbeiten hat und wird ihren Weg gehen, da bin ich überzeugt.“

Stark bei Grand-Slams

Für Furore gesorgte hat Stusek schon bei Grand-Slam-Turnieren der Juniorinnen. Bei den Australian Open 2024 erreichte Stusek mit ihrer tschechischen Partnerin Julie Paštiková- die ebenfalls in Hechingen am Start war – das Finale. Im Einzel stand sie bei den French Open 2025 im Viertelfinale.