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Ladesäulen blockiert E-Mobiltät in VS erfolgreich verhindert

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Kritiker sind sich einig: Nichts ist hinderlicher für die Verbreitung der Elektromobilität als Carsharing mit Elektroautos. Über Weihnachten und danach war es an der neuen Ladesäule in Schwenningen nahe des Marktplatzes, Errichtungskosten mehrere Zehntausend Euro, für die Allgemeinheit nicht möglich zu laden. Foto: Preuß

Für Satiriker ist die Situation um die Ladesäulen für Elektroautos im Oberzentrum ein gefundenes Fressen. Wirklich nutzbar sind diese nicht. Woran das liegt, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Villingen-Schwenningen - Kein Anschluss an dieser Leitung hieß es für Elektromobilisten über die Weihnachtstage und auch danach, wenn sie an der neuen Ladesäule der Stadtwerke in Schwenningen nahe des Marktplatzes laden wollten: Beide Parkplätze waren über Tage von nicht ladenden Fahrzeugen des Carsharing-Anbieters "Deer" blockiert.

Bedeutet im Klartext: Die Stadtwerke haben für einige Zehntausend Euro eine Ladesäule aufgestellt, die nur stark eingeschränkt oder wie in diesem Fall über Tage überhaupt nicht von der Allgemeinheit genutzt werden kann. Denn die Beschilderung ist so gewählt, dass der Parkplatz auf dem Foto links ausschließlich für Carsharing-Fahrzeuge reserviert ist und dort auch kein Elektroauto parken und laden darf, wenn das Carsharing-Fahrzeug unterwegs ist. Und der Platz auf dem Foto rechts der Säule ist so ausgeschildert, dass dort alle Elektrofahrzeuge parken dürfen – unabhängig davon, ob sie laden oder nicht. An der neuen Säule vor dem Villinger Bahnhof ist die Situation nicht besser.

Plätze daneben sind keine Alternative

Da die Stadtwerke, wenn auch im kommunalen Eigentum, so doch als GmbH mit Gewinnerzielungsabsicht organisiert sind, stellt sich die Frage nach dem Geschäftsmodell hinter der genannten Ausschilderung und Anordnung der Säule in Schwenningen. Denn die danebenliegenden Plätze sind wegen zu kurzer Kabel keine Alternative – und ohnehin als Parkplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität reserviert. Dazu SVS-Pressesprecher Oliver Bauer: "Die Beschilderung an den genannten Ladesäulen ist sicherlich nicht optimal und muss entsprechend nachgebessert werden. Wir sind hier im Austausch mit der Stadt und werden eine einheitliche Beschilderung anbringen, sobald dies aus witterungstechnischen Gründen möglich ist. Die Beschilderung werden wir dahingehend vereinheitlichen, dass die Plätze an den Ladesäulen ausschließlich E-Fahrzeugen vorbehalten sind, die dort auch geladen werden."

In den vergangenen Jahren hätten die Stadtwerke die Ladeinfrastruktur sukzessive ausgebaut und "natürlich haben wir ein starkes Interesse, dass sich diese Investition auch bezahlt macht und wir an den mittlerweile 15 Ladesäulen den bestmöglichen Umsatz generieren", so Bauer. Beim Carsharing-Anbieter Deer, einer Tochter der Energie Calw GmbH, wusste man sogar um die Blockade der Säule. Normalerweise würde ein Fahrzeug in Villingen am Bahnhof und ein Fahrzeug eben in Schwenningen stehen. Nun sei aber ein Kunde von auswärts mit einem dritten Fahrzeug nach Schwenningen gefahren und habe es an der Säule abgestellt, sagte ein Mitarbeiter in der Carsharing-Zentrale. Die Blockade könne sich also jederzeit wiederholen? Ja, wurde bestätigt: "Unsere Geschäftsbedingungen sagen aus, dass man das Fahrzeug an jeder unserer Ladestellen abstellen darf."

Parkschein ziehen, wer bezahlt?

Theoretisch besteht die Möglichkeit, bei einer von Deer-Fahrzeugen blockierten Ladesäule die Zentrale anzurufen. Dann würde das Fahrzeug per Fernentriegelung geöffnet und man könne es wegfahren, um das eigene Fahrzeug zu laden, so der Mitarbeiter. Im Fall der Schwenninger Säule müsste man das Fahrzeug dann auf einen der bewirtschafteten Parkplätze abstellen. Parkschein ziehen, wer bezahlt? "Nicht notwendig, das regeln wir dann mit der Stadt."

Und Versicherungsschutz, schließlich hat man als Umparker ja keinerlei Vertragsbeziehung mit dem Anbieter? Da hätte es noch nie Vorfälle gegeben, so die Antwort. Kopfkino an dieser Stelle: Man möge sich vorstellen an die Tankstelle zu kommen und erst ein Fahrzeug umparken zu müssen, bevor man den Zapfhahn in den Stutzen einführen darf.

Zum Thema Carsharing und dem Platz- und Blockierproblem an den Ladesäulen teilte Bauer grundsätzlich mit: "Wir sehen das Thema E-Mobilität ganzheitlich und wollen hier auf die verschiedenen Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Diese haben sich in den vergangenen Jahren verändert und wir wollen diesen Bedürfnissen auch gerecht werden und bieten daher zusätzlich E-Carsharing in Villingen-Schwenningen an. Sinn und Zweck ist es, dass der Kunde beim Ausleihen des Fahrzeuges ein vollgeladenes Fahrzeug vorfindet und dieses an den zwei Standorten in Villingen-Schwenningen an einem dafür vorgesehenen Stellplatz gesichert wieder zurückbringen kann. Daher sind zwei Parkplätze im Stadtgebiet für diese Fahrzeuge reserviert."

Generell hält Bauer die Ladeinfrastruktur der Stadtwerke für bedarfsgerecht, auch wenn es keinerlei Ladesäulen etwa an den Einkaufszentren oder am Klinikum gibt. Es sei deutlich erkennbar, "dass wir eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur in Villingen-Schwenningen haben. Angesichts der aktuellen Nachfrage sehen wir keinen Handlungsbedarf, zumal es für den privaten Raum wie Klinikum, Einkaufszentren oder Parkhäuser keinerlei Anfragen der Betreiber gibt. Der Ladevorgang der Kunden findet oftmals zuhause statt. Die staatlichen Förderungen von privaten Wallboxen haben hier die Nachfrage noch einmal erhöht." Bauer führt dazu auch an, dass der Trend bei den Ladevorgängen in 2020 eher rückläufig war, blendet dabei aber die Pandemie aus. Was die Auslastung und deren Interpretation angeht, und damit ist man wieder beim Start des Artikels, ist nachweislich Vorsicht angesagt: Wie sollten denn die Zahlen steigen, wenn Säulen tagelang blockiert werden?

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