Seit neun Jahren gibt es den Dorfmarkt in Oberreichenbach. Nun wird er zum 31. Dezember dieses Jahres schließen. Doch es gibt bereits Pläne, was danach geschieht.
Nach mehr als neun Jahren schließt der Dorfmarkt in Oberreichenbach zum 31. Dezember dieses Jahres. Das teilte die Initiative „Lebensqualität durch Nähe“ (LQN) in dieser Woche mit.
Anna-Lena Jörlitschka und Erich Lehmann von LQN hatten sich zuvor mit dem ehrenamtlichen Geschäftsführer des Dorfmarktes, Lorenz Cornelissen, und der Vermieterfamilie Gross getroffen, um die Oberreichenbacher Bürger über die neuesten Entwicklungen des Dorfmarktes zu informieren.
Viele Jahre Personalprobleme und oft leichtes Minus
Großer Dank gelte Lorenz Cornelissen, der als Geschäftsführer den Dorfmarkt über die lange Zeit am Laufen gehalten habe. Ohne ihn hätte der Dorfmarkt schon viel früher aufhören müssen, heißt es in der Mitteilung. Viele Jahre musste der Dorfmarkt mit Personalproblemen und oftmals leichtem Minus in der Jahresbilanz kämpfen.
LQN ist es indes ein Anliegen, dass die Lebensqualität eines Dorfladens als Einkaufsmöglichkeit und als Treffpunkt weiterhin besteht. Bei der Umfrage „Gemeindeentwicklungskonzept“ des Rathauses sei von den Bürgern aus allen Ortsteilen sehr positiv angekreuzt worden, dass es einen Dorfladen gebe.
SB-Markt soll am 1. Februar an selber Stelle öffnen
Insofern gibt es bereits gute Nachrichten. Denn der Laden soll trotzdem bestehen bleiben – nur eben etwas anders. Nach einer Umbauphase im Januar soll ein neuer SB-Markt am 1. Februar an selber Stelle öffnen.
Dieser soll weiterhin ein Ort des Zusammenkommens sein. Eine kleine Kaffeeecke lade zum Verweilen ein, zum Zeitung lesen oder für kurze Begegnungen im Alltag. Damit soll der Markt sowohl für jüngere als auch ältere Mitbürger ein echter Mehrwert und Treffpunkt bleiben.
Besonders wichtig sei dem SB-Markt, dass der Einkauf für alle so einfach und flexibel wie möglich ist.
Der Zutritt werde künftig über ein Kartenlesegerät möglich sein. Der Laden soll an sieben Tagen in der Woche von 5 bis 23 Uhr geöffnet sein. Hier gelte es allerdings noch abzuwarten, ob sich die gesetzlichen Vorgaben für die Ladenöffnungszeiten eines SB-Marktes im neuen Jahr ändern.
So funktioniert das Ganze
Generell funktioniert das dann so: Die Kunden nehmen sich im Laden die r eingeräumten Waren selbst, scannen diese ein und bezahlen mit Karte. Der Laden ist videoüberwacht, um Diebstahl oder auch Vandalismus zu vermeiden. Um Jugendlichen den Zutritt auch zu gewähren, wird kein Alkohol oder Zigaretten angeboten.
Ergänzt wird das Angebot durch feste Servicezeiten, in denen Mitarbeiter vor Ort sind, um offene Fragen zu klären und bei Bedarf beim Einkauf zu unterstützen. Angedacht sind erst einmal mehrere Stunden an zwei Tagen in der Woche. Auch die Auslieferungen werden weiterhin angeboten.
Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden
Vor allem für stark eingeschränkte Mitbürger sei das eine gute Unterstützung, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Mit dieser zukunftsorientierten, modernen und dennoch persönlichen Lösung, ist ferner zu lesen, wolle man den Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden.
Da ein Dorfladen als Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt den Oberreichenbachern für die Lebensqualität wichtig sei, befürworte und unterstütze LQN den SB-Markt. Auch eine noch laufende Umfrage der Vermieterfamilie Gross ergebe bis jetzt, dass mehr als 90 Prozent der eingegangenen Meldungen positiv seien.
Wer Interesse habe, den SB-Markt zu übernehmen, könne dies in einem Gespräch mit Wolfgang Gross klären.