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Ladeinfrastruktur VW setzt auf mobile Ladesäulen für E-Autos

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In der Gläsernen Manufaktur in Dresden stellt VW den Elektro-Golf her. Die Produktion wurde in diesem Jahr verdoppelt. Foto: dpa

Stuttgart - Mit einem neuen Ansatz will der Autohersteller Volkswagen den Ausbau des Infrastrukturnetzes für Elektroautos beschleunigen. Mobile Schnellladesäulen können unabhängig vom Stromnetz flexibel dort aufgestellt werden, wo Bedarf ist, schreibt Volkswagen in einer Mitteilung. Als Beispiel nennt das Unternehmen öffentliche Parkplätze in einer Stadt, auf Betriebsgeländen oder als temporär eingerichtete Ladepunkte bei Großveranstaltungen. Die mobilen Ladesäulen, die mit Akkus bestückt sind, können bis zu 15 E-Fahrzeuge aufladen. Dank Schnellladetechnologie dauert ein Ladevorgang durchschnittlich 17 Minuten, schreibt VW.

Die ersten Ladesäulen sollen im Rahmen eines Pilotprojekts im ersten Halbjahr 2019 in Wolfsburg in Betrieb genommen werden. Insgesamt zwölf dieser Ladesäulen, die etwa ein Meter breit, ein Meter lang und zwei Meter hoch sind, sollen im Stadtgebiet aufgestellt werden. Ab 2020 sollen die Ladesäulen auch in anderen Kommunen zum Einsatz kommen, heißt es bei VW. Es gebe Gespräche mit Städten und Unternehmen, sagte ein VW-Sprecher. Um welche Städte es sich dabei handelt, wollte er nicht sagen: Es sei noch nichts spruchreif. Auch die Höhe der Investitionen nannte er nicht.

Lehrstunde für die Städte

„Die mobilen Ladesäulen sind ein entscheidender Schritt zu einem leistungsfähigen Netz von Ladepunkten“, lobt Thomas Schmall, Vorstandschef der VW-Komponentenentwicklung und -fertigung, das Projekt. Von Anfang 2019 an wird dieser Bereich als eigenständige unternehmerische Einheit unter dem Dach der VW AG geführt. Schmall weist darauf hin, dass die Schnellladesäulen überall bedarfsorientiert aufgestellt werden können – „mit und ohne Anschluss an ein Stromnetz“. „So können zum Beispiel Städte lernen, wo die geeignetsten Plätze für einen festen Ladepunkt sind, bevor große Investitionen für den Netzaufbau getätigt werden. Zudem besteht die Möglichkeit temporär eine größere Anzahl von Ladesäulen aufzustellen – genau dann und genau dort, wo sie gebraucht werden“, sagte Schmall.

An einer Ladesäule können gleichzeitig bis zu vier Fahrzeuge aller Marken Strom zapfen – und zwar jeweils zwei Fahrzeuge mit Gleich- und mit Wechselstrom. Auch E-Bikes können dort aufgeladen werden. Unterschreitet der Energieinhalt einer Ladesäule 20 Prozent, meldet sie sich selbst – während der Pilotphase bei VW –, um dann ausgetauscht zu werden. VW weist darauf hin, dass nicht nur neue Akkus für das Projekt verwendet werden können. Ziel sei vielmehr Batterien aus E-Fahrzeugen ein sogenanntes zweites Leben zu ermöglichen. Hintergrund ist, dass Akkus in E-Autos mit der Zeit Ladekapazität verlieren und ausgetauscht werden. VW unterzieht die Batterie anschließend einer ausführlichen Untersuchung; besteht sie diese, kann der Akku für den Einsatz in einer mobilen Ladesäulen verwendet werden, schreibt VW in der Mitteilung.

VW-Ladesäulen können auch ans Stromnetz

Das Schnellladessystem funktioniert aber nicht nur mit Akkus. Alternativ können die Ladesäulen auch direkt an das Stromnetz angeschlossen werden. Dann würde das Batteriepaket rund um die Uhr nachgeladen, heißt es bei VW. Dieses stetige Nachladen reduziere die Belastung des Stromnetzes zu Hauptzeiten deutlich.

VW ist nach eigenen Angaben Vorreiter bei mobilen Schnellladesäulen. Kein anderes Unternehmen habe eine vergleichbare Lösung, so der Sprecher. Daimler setzt – wie andere Unternehmen auch – auf fest installierte Ladesäulen für seine E-Autos. Ein Beispiel dafür ist Ionity. Das Unternehmen mit Sitz in München, gegründet 2017, ist ein Joint Venture von BMW, Daimler, Ford und VW. Erklärtes Ziel ist, bis 2020 rund 400 Schnellladestationen entlang Europas Fernstraßen zu bauen. Im Abstand von 120 Kilometer sollen E-Autos nachgeladen werden können. In der Schweiz und in Frankreich sind bereits Stationen aufgebaut worden. Mit einem europaweit einheitlichen Fixpreis pro Ladevorgang werde das Reisen einfacher und stressfreier, hofft Ionity.

Über die derzeit größte Ladeinfrastruktur verfügt nach eigenen Angaben EnBW. Der Versorger habe ein flächendeckendes Netz mit rund 22 000 Ladepunkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere Stationen sollen hinzukommen.

Bosch sammelt Erfahrung mit gebrauchten Akkus

Erfahrung mit gebrauchten Akkus sammelt auch Bosch. Der Stuttgarter Zulieferer ist bereits 2015 eine Allianz mit BMW und dem Stromversorger Vattenfall eingegangen. Gebrauchte Batterien von Elektrofahrzeugen sind in Hamburg zu einem großen Stromspeicher zusammengeschaltet, der kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen soll.

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