Michele Gurgoglione (Betriebsorganisation, von links), Thilo Plocher (Werkstattleiter), Lars Schnell und Geschäftsführer Jürgen Braun freuen sich über den Erfolg. Foto: Nowotny

Eigentlich war Lars Schnell auf dem Weg, Landschaftsgärtner zu werden. Nun ist er Kammersieger unter den Lackierern geworden. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt er, wie es dazu kam, gewährt einen Einblick in die Welt der Lackiertechniken.

Nachdem er seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner abgeschlossen hatte, entschied Lars Schnell sich, eine zweite Ausbildung zum Lackierer bei Karosserie Braun in Vöhringen zu beginnen. Jetzt ist er Kammersieger geworden und war sogar beim Landeswettbewerb.

 

„Mein Interesse an Autos war schon immer da“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Lackieren begeistert ihn vor allem der Vorher-Nachher-Effekt. „Man sieht, was man geschafft hat“, verdeutlicht er.

Kreative Lackierungen machen am meisten Spaß

Besonders die praxisorientierten Aufgaben bereiteten ihm in seiner Ausbildung Spaß. „Die verschiedenen Lackiertechniken und vor allem kreative Lackierungen interessieren mich am meisten“, hebt er hervor.

In der Prüfung musste er zunächst einen Kundenauftrag theoretisch bearbeiten und diesen dann praktisch umsetzten. Mit seinem Prüfungsergebnis wurde er schließlich Kammersieger der Handwerkskammer Konstanz.

Mit diesem Erfolg qualifizierte er sich auch für den Landeswettbewerb. Die Aufgabenstellung bekam er zwei Tage vor dem Wettbewerb. Anschließend hatte er zwei Tage – insgesamt zwölf Stunden – Zeit, diese zu erfüllen. Für den ersten Platz reichte es leider sehr knapp nicht, „es war trotzdem eine coole Erfahrung“, erzählt Lars Schnell.

Und was plant er nun? „Ich möchte in Zukunft auf jeden Fall hier bleiben. Das Team ist großartig und hat mich auch bei meiner Ausbildung immer richtig gut unterstütz“, sagt er.

Nicht nur Schnells Kammersieg war ein Grund zum Feiern bei Karosserie Braun. Die Firma wurde dieses Jahr nämlich 30 Jahre alt. „1993 haben wir einen bestehenden Betrieb übernommen und weitergeleitet“, erzählt Jürgen Braun, Geschäftsführer der freien Kfz-Meisterwerkstatt.

30 Jahre Karosserie Braun

Der Betrieb wuchs, so dass 2006 ein Neubau in Vöhringen gebaut wurde. Mittlerweile arbeiten dort 15 Mitarbeiter inklusive Azubis. „Wir haben viele langjährig Mitarbeiter, das bedeutet uns auch viel“, sagt Michele Gurgoglione, der sich um die Betriebsorganisation kümmert. Das Kerngeschäft der Firma sei die Unfallinstandsetzung mit Wartungs- und Reparaturarbeiten, Karosseriearbeiten und Lackarbeiten. Auch „Car-Cosmetik“ bieten sie an. „Wir haben viele Kooperationen mit Versicherungen, machen aber auch viel im Privatgeschäft“, berichtet Braun.

Ein besonderer Auftrag, der Braun im Kopf blieb, war die Lackierung von Tresoren. „Wir haben hochwertige Tresore lackiert, die nach Singapur, Moskau, Dubai oder London gekommen sind“, blickt der Geschäftsführer zurück. Dies sei zwar nur ein kleiner Part der Aufgaben – aber ein sehr spannender.

Bei allem Erfolg bleiben Schwierigkeiten dennoch nicht aus. Da geht es Karosserie Braun gleich wie anderen Betrieben. „Auch wir haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen und sind immer auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden“, verdeutlicht Gurgoglione.