Seit 2024 weisen Schilder auf die Unfallgefahr am Durrweiler Kreuz hin. Um die Stelle weiter zu entschärfen, soll aber ein Kreisverkehr her. (Archivfoto) Foto: Sannert

Ein Kreisverkehr soll die berüchtigte Unfallstelle Durrweiler Kreuz entschärfen. So ist der Stand bei dem Vorhaben.

Zwei tödliche Unfälle innerhalb von vier Tagen brachten das Fass offenbar zum Überlaufen. Es war im März 2024, als ein 87-Jähriger Autofahrer, seine 87-jährige Beifahrerin und beim zweiten Unfall binnen 70 Stunden auch ein 36-jähriger Motorradfahrer ums Leben kamen.

 

Der Unfallort: das Durrweiler Kreuz – jene Kreuzung, an der die Straße von Durrweiler nach Kälberbronn auf die Durchfahrtsstraße L 404 trifft. Auch in den Jahren zuvor hatte es dort immer wieder gekracht.

Um weitere schwere Unfälle zu vermeiden, fand im März 2024 eine kurzfristig anberaumte Verkehrsschau mit Vertretern der Gemeinde Pfalzgrafenweiler, des Landratsamts Freudenstadt, des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie der Polizeidirektion Pforzheim statt.

Unfälle trotz Schildern

Das Ergebnis: Neue Schilder sollten aufgestellt werden, um auf die besondere Unfallgefahr an dieser Stelle aufmerksam zu machen. Langfristig soll aber ein Kreisverkehr die Kreuzung ersetzen, teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) damals mit.

Knapp zwei Jahre und einige weitere Unfälle später hat unsere Redaktion erneut beim RP angefragt. Die Schilder, so viel ist klar, stehen seit Mitte 2024. Statistische Daten, inwieweit Autofahrer darauf aufmerksam werden, liegen dem RP nicht vor.

Aber: „Grundsätzlich sind die Schilder jedoch nach Auskunft der Verkehrsbehörde positiv zu bewerten, da die Verkehrsteilnehmenden hierdurch gezielt auf die Gefahrensituation hingewiesen werden.“

Kreisverkehr in der Ausschreibung

Und der Kreisverkehr? Dieses Vorhaben werde aufgrund der Unfallhäufung in den vergangenen Jahren priorisiert behandelt. Und das RP macht nun auch konkretere Angaben zum Zeithorizont: „Derzeit befindet sich die Planung zum Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr in der Ausschreibung, so dass mit einer Vergabe der Planung an ein Ingenieurbüro im Februar 2026 gerechnet werden kann.“

Bau frühestens in 2027

Für Planung, Ausschreibung und Vergabe der Bauleistung würden dann nach derzeitiger Einschätzung mindestens 12 Monate fällig. „Somit kann abhängig vom tatsächlichen Planungszeitraum eine bauliche Umsetzung frühestens in 2027 erfolgen.“

Verstärkte Kontrollen

Bis dahin müssen also andere Maßnahmen dafür sorgen, Unfälle zu vermeiden. Neben den Warnschildern zählen dazu auch Geschwindigkeitskontrollen, die die Polizei an dieser Stelle nach wie vor vermehrt vornimmt.

So haben Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Pforzheim zwischen dem 21. und 29. Dezember 22 000 Fahrzeuge am Durrweiler Kreuz gemessen. Das Ergebnis: eine niedrige dreistellige Zahl an Tempoverstößen. Der „Spitzenreiter“ war mit über 160 Stundenkilometern unterwegs – und damit mehr als doppelt so schnell als erlaubt.