Ein tonnenschwerer Gesteinsbrocken war nach einem Unwetter bei der Eyachbrücke Richtung Karlstal heruntergekracht. Jetzt wird dort der Fels gesichert – auch mit einem Netz. Auch eine Baustelle ganz anderer Art wird bald noch auf der L 360 eingerichtet.
Die Ursache dafür, dass der Brocken sich nachts aus der steilen Felswand löste, war vermutlich das über die Felsen schießende Wasser, das den lieferwagengroßen und tonnenschweren Stein unterspülte. Gott sei Dank stürzte er nicht auf die L 360, sondern blieb im Seitenstreifen neben der Straße liegen.
Unmittelbar nach diesem Abgang, so beantwortet die Pressestelle des Landratsamts eine Anfrage unserer Redaktion, wurde die Felsböschung kontrolliert und das Landesamt für Geologie Rohstoffe und Bergbau (LGRB) informiert.
Nach Auswertung der Befunde wurde festgestellt, dass jederzeit noch weitere Gesteinsbrocken abgehen könnten und deshalb kurzfristig Handlungsbedarf besteht. Also wurde entschieden, an dieser Stelle zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ein weiteres Netz über die Muschelkalkfelsen zu spannen. Allerdings mussten die Arbeiten auf den Herbst terminiert werden, da die beauftragte Firma Secrock vorher keine Zeit hatte.
Felsspezialisten waren im Städtle wieder im Einsatz
Vor wenigen Tagen hat die Firma aus dem nordrhein-westfälischem Kirchhundem ihre Arbeit aufgenommen und bereits ein knapp 90 Quadratmeter großes und fast zehn Meter hohes Metallnetz über den Muschelkalkfelsen gespannt und verankert. Zunächst war für die Felssicherung eine Vollsperrung der L 360 in diesem Bereich vorgesehen. Da das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde die ohnehin umleitungsgeplagten Haigerlocher aber nicht noch mit einer weiteren Straßensperrung strapazieren wollte und man feststellte, dass es machbar sei, findet die Maßnahme unter laufendem Verkehr statt: Mit einer Teilsperrung des kleinen Bereiches, in dem die Secrock-Leute arbeiten.
Die Kosten der Maßnahme belaufen sich laut Landratsamt auf etwa 35 000 Euro und werden vom Land getragen. Die Behörde trägt auch die Kosten der Sicherungsmaßnahme.
Für die Felsspezialisten von Secrock ist es in diesem Jahr bereits der zweite Einsatz in der Felsenstadt. Vom Frühjahr bis Anfang August waren sie bereits in Haigerloch zugange, als sie die Felswand an der Kreisstraße 7118 zwischen dem Lagerhaus der Firma BayWa am Bahnhof und dem Steinbruch des Schotterwerks Schneider beräumten und fast auf der kompletten Länge mit Netzen sicherten.
Landesstraße soll voll gesperrt werden
Weitere Sicherungsmaßnahmen sind derzeit nicht geplant, allerdings erhielt Secrock den Zuschlag für die Felskontrolle im Zollernalbkreis. So sollen noch nicht gesicherte Bereiche im Zuge von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen kontrolliert und lockeres Gestein abgetragen sowie vorhandene Sicherungseinrichtungen kontrolliert und bei Bedarf geleert werden.
Um eine weitere Verkehrseinschränkung in diesem Jahr kommen die Haigerlocher aber nicht herum: Wie der städtische Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck auf Nachfrage bestätigte, wird der Kanal unter der L 360 in Richtung Zufahrt zur B 463 (Stunzachbrücke) ab Mittwoch, 13. November, unter Vollsperrung der Landesstraße saniert. Der Kanal nimmt das vom Auenloch herabfließende Wasser auf, doch Untersuchungen haben ergeben, dass er dringend sanierungsbedürftig ist und bei Belastung durch schwere Fahrzeuge einbrechen könnte. Die Stelle ist bereits seit geraumer Zeit mit Warnbaken und Tempolimits gesichert.
Laut einer Mitteilung des Landratsamts werden die Arbeiten voraussichtlich vier Wochen dauern. Die Kosten für die Sanierung des baufälligen Kanals in Höhe von rund 100 000 Euro werden dabei vom Land getragen, heißt es weiter.