Probesitzen im perfekt auf pflegerische Bedürfnisse ausgerichteten Bad gehört beim Besichtigen der Wohnungen dazu. Foto: Richard Schuster

Ein neues Angebot im Bereich der Kurzzeitpflege hat die evangelische Altenhilfe nun in St. Georgen vorgestellt.

Das Thema Pflege und wie sie künftig in unserer immer älter werdenden Gesellschaft – Stichwort demografischer Wandel – organisiert werden kann, ist eine der großen drängenden und unaufschiebbaren Aufgaben.

 

Es geht auch darum, einen künftig drohenden Pflegenotstand zu verhindern. Da können neue Ideen und Konzepte – lokal wie überregional - weiterhelfen. Dies gilt auch und gerade für den ebenfalls wachsenden Bedarf an stationärer Kurzzeitpflege.

Die evangelische Altenhilfe hat sich hier eingehend Gedanken gemacht und bietet seit Anfang August ihr neues Programm „Fit für Daheim“, kurz „FIDA“, an. Dieser Tage gab es für die interessierte Bevölkerung Gelegenheit, die Räumlichkeiten in der „Lorenzhöhe“ im Rahmen einer offiziellen Eröffnungsfeier etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und dabei Näheres zu erfahren.

Der Grundgedanke des neuen Angebots

Was ist eigentlich der Grundgedanke dieses neuen Angebots in der Kurzzeitpflege? Darüber gab Christine Fiedler, Bereichsleiterin von „FIDA“, im Gespräch mit unserer Redaktion Auskunft. Was tun, so Fiedler, wenn pflegende Angehörige beispielsweise urlaubs- oder krankheitsbedingt ausfielen oder wenn nach einem Krankenhausaufenthalt für die zu pflegende Person die Rückkehr ins eigene Zuhause aktuell noch nicht möglich sei?

Christine Fiedler beantwortet Fragen zur ambulanten Alternative zur stationären Kurzzeitpflege. Foto: Richard Schuster

Dies bedeute für die Betroffenen meist eine große Herausforderung, denn häufig mangele es an Plätzen in der stationären Kurzzeitpflege. „Mit FIDA haben wir hier eine innovative, planbare Alternative zur klassischen stationären Versorgung.“ Es würden ambulante und teilstationäre Betreuung rund um die Uhr, barrierefreies Wohnen und ein individuell abgestimmter Pflegeplan kombiniert, erklärt die Bereichsleiterin.

„Aufbauend und stärkend“ pflegen und versorgen

Man wolle nicht nur Engpässe bei der Verfügbarkeit dieser Pflegeplätze abbauen, sondern habe sich das Ziel gesetzt, die betroffenen Personen „aufbauend und stärkend zu pflegen und zu versorgen, so dass sie schnell, sicher und gut vorbereitet nach Hause zurückkehren können“. „FIDA“ richte sich an alle pflegebedürftigen Menschen ab Pflegegrad 2 aufwärts. Christine Fiedler sprach von einer Versorgung rund um die Uhr durch das Pflegeteam. Sie werde gewährleistet durch die „ambulante Nachttour“ – „eine unserer besonderen Leistungen, die die häusliche Pflege enorm erleichtern“.

Im Gemeinschaftsraum treffen sich die Besucher zum Austausch nach dem Rundgang. Foto: Richard Schuster

Und nicht nur das: Zusätzlich nehme sich das „Case Management“ – der Begriff stammt aus dem Gesundheitssystem der USA – die Zeit, um die jeweilige aktuelle Pflegesituation zu erfassen und gemeinsam mit der zu pflegenden Person ein persönliches Versorgungsnetzwerk aufzubauen. Dieses Netzwerk könne die zu pflegende Person mittels eines individuellen Versorgungsplans auch nach Abschluss des Aufenthalts bei „FIDA“ von zuhause aus weiterverwenden, so Fiedler.

Zahlreiche Bürger schauen sich Räumlichkeiten an

Zahlreiche Bürger nutzten die Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten anzusehen. Insgesamt stehen fünf barrierefreie, auf pflegerische Bedürfnisse ausgerichtete Ferienwohnungen zur Verfügung. Ausgestattet sind sie mit Pflegebetten, Küchenzeile, Bad, Terrasse sowie verschiedenen technischen Hilfsmitteln, wie etwa Hausnotruf, Lifter, Sturzsensoren, Aufstehhilfe, Toilettenstuhl. In diesen Wohnungen, so die Erläuterung der Mitarbeiterin während der Führung, sei es auch möglich, eine weitere Person, beispielsweise Gatte oder Partner, unterzubringen – allerdings auf eigene Kosten.

Nach dem Rundgang konnten sich die Besucher im Aufenthaltsraum der Einrichtung mit Häppchen und Getränken stärken und das Thema Pflege mittels des von Christine Fiedler gehaltenen Vortrags „Pflege im Übergang – Konzepte für die Zukunft“ weiter vertiefen.