Die Kippenheimer Weinkönigin Stefanie Dorner stieß mit einem Glas ihres Ehrenweins auf der Haselstaude auf ein schönes 70. Weinfest an. Foto: Schillinger-Teschner

Als Kippenheimer Weinkönigin hatte Stefanie Dorner im vergangenen Jahr viel zu tun. Am Samstag wird sie ihre Krone wieder ablegen. Mit unserer Redaktion blickt zurück auf ihre Krönung, viele Veranstaltungen sowie skurrile und rührende Begebenheiten.

Stefanie Dorner wurde am Samstag, 9. September 2023, um 20.32 Uhr als erste Kippenheimer Weinkönigin auf der Bühne vor dem neuen Bürgerhaus gekrönt. Die Premieren-Zeremonie erfolgte mit einer zeitlichen Verzögerung von 30 Minuten, da der neue Austragungsort für das Weinfest noch für einige kleinere Unwegsamkeiten gesorgt hatte. „Das war die spannendste halbe Stunde meines Lebens, aber auch eine der anstrengendsten, als ich zusammengekauert in meinem Auto darauf gewartet habe, dass es losgehen kann“, erinnert sich die noch amtierende Weinhoheit.

 

Damit das Geheimnis um die neue Weinkönigin bis zur Krönung bewahrt werden konnte, war dieses „sich versteckt halten“ erforderlich. Weder die Oma noch der Freundeskreis von Stefanie Dorner waren eingeweiht. Das Dirndl habe sie bei einem Aufenthalt im Allgäu gekauft, ergänzt sie schmunzelnd. So konnte auch diese Vorbereitung auf das Amt abgehakt werden, ohne dass die Gefahr einer unbeabsichtigten Entdeckung bestand.

Die Krönung war der Höhepunkt

„Die Krönung war eigentlich das Highlight. Das Warten hat ein Ende. Du wirst über einen roten Teppich mitten durch die Menschen auf dem Festplatz geführt. Alle Augen sind auf dich gerichtet. Die Eltern, die Oma, Familie und Freunde, und natürlich alle die vor der Bühne stehen und gewartet haben, strahlen dich an. Erst nach der Krönung und dem Ehrentanz fällt die Anspannung langsam ab und du kannst beginnen, den Abend und die dir entgegen gebrachte Aufmerksamkeit zu genießen“, gibt Stefanie Dorner ihre Erinnerungen an den Krönungsabend wieder.

Am Weinfest-Sonntag war dann die Fahrt in der weißen Kutsche vom Weinhof aus durch Kippenheim bis mitten auf den Festplatz ist ein weiteres unvergessliches Erlebnis aus der einjährigen Amtszeit.

Auch in Sulz und Kippenheimweiler hatte sie Termine

Der Terminkalender war insgesamt sehr gut gefüllt. Stefanie Dorner, als Kippenheimer Weinkönigin, wurde durch die Winzergenossenschaft „gestellt“. Zusätzlich zu Kippenheim galt sie noch als Repräsentantin zwei Wohnorte: Kippenheimweiler und Sulz. Das führte zu vielen Einträgen in der Agenda. „Es ist sehr schön, auf den Festen und Veranstaltungen, egal ob offiziell oder inoffiziell, dabei zu sein und so positiv empfangen zu werden“, freut sich die junge Frau. Auch kleinere Events, wie Vorlesestunden für Kinder in der Bücherei hat sie gerne wahrgenommen. Alles, neben Studium und Staatsexamen, das sie in München absolviert hat, unter einen Hut gebracht zu haben macht Stefanie Dorner sichtlich stolz.

Stolz und dankbar ist Stefanie Dorner insbesondere für den Rückhalt und die Unterstützung aus ihrer Familie, für die das zurückliegende Jahr insgesamt ein sehr aufregendes Jahr gewesen ist. Ihr Bruder Michael hat sehr erfolgreich an der Pflüger-Weltmeisterschaft in Tartu (Estland) teilgenommen und bei der Deutschen Meisterschaft in Langenau erneut einen Meistertitel erpflügt. Auch ihn hat die ganze Familie mit Leib und Seele unterstützt.

Königinnen-Zepter wurde entwendet

Ihrer Tierliebe hat das zeitintensive Ehrenamt keinen Abbruch getan. Der Freund und dessen Mutter haben die „Meerlies“ und Hasen bestens versorgt – eher sogar verwöhnt – räumt Stefanie ein. „Aber ich freu’ mich, wieder mehr Zeit mit meinem kleinen Zoo verbringen zu können“, gesteht sie.

Bei der Promi-Weinlese am vergangenen Montag hatte Weinkönigin Stefanie den letzten offiziellen Auftritt vor dem diesjährigen Weinfest. Im Dirndl, ein Gläschen ihres Ehrenweines in der Hand und mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Kippenheimer Weinanbaugebiet „Haselstaude“, hat sie sich für das Interview zum Ende ihrer Amtszeit Zeit genommen. Als kurioseste Erinnerung an ihr Jahr als Kippenheimer Weinkönigin kommt ihr das „verschwundene Zepter“ in den Sinn. Dieses wurde für den Ehrentanz bei der Bühne abgelegt, war danach trotz intensiver Suche nicht mehr auffindbar. Scheinbar war es einem Souvenirjäger ins Auge gefallen und er hatte es als Trophäe mitgenommen.

Die schönsten Augenblicke waren aus Sicht der bald scheidenden Weinhoheit immer die Begegnungen mit Kindern. Strahlende Augen und herzliches Lachen verbindet sie damit. „Ein kleines Mädchen hat seine Mutter gefragt, warum ich eine Krone tragen darf und ob sie das auch mal dürfe – die Antwort der Mama habe ich leider nicht mehr mitbekommen. Das hat mich sehr gerührt“ gesteht Stefanie Dorner.

Sie hat schon Pläne für die Zeit danach

Sie gibt auch schon einen kleinen Einblick in die „Zeit danach“: „Nach dem Ende meiner Zeit als Weinkönigin werde ich mich von meinen ganz langen Haaren trennen. 30 Zentimeter davon werde ich spenden“. Die junge Frau hofft: „Mit der Haarspende kann ich krebskranken Kindern, die durch ihre Krankheit die eigenen Haare verloren haben, vielleicht wieder ein kleines Lachen ins Gesicht zurückbringen.“

Für die nähere Zukunft hat Stefanie Dorner ansonsten noch keine großen Pläne geschmiedet. Am Donnerstag vor dem Weinfest hat sie zum Abschluss ihrer Amtszeit die Kollegen des Musikvereins Kippenheimweiler zu einer Weinprobe eingeladen. Auf das Weinfest am Wochenende freut sich die Weinhoheit, ist gespannt, wer in ihre Fußstapfen treten wird und wünscht sich für ihre Nachfolgerin eine ebenso schöne und aufregende Zeit als Kippenheimer Weinrepräsentantin.

Amtsübergabe

Stefanie Dorner wird das 70. Kippenheimer Weinfest am heutigen Samstag, 7. September, um 17 Uhr vor dem Bürgerhaus eröffnen. Ab 19.30 Uhr werden sich die früheren Weinköniginnen, -prinzessinnen und Blumenmädchen zum Austausch treffen. Um 20 Uhr wird die neue Weinkönigin gekrönt. Am Sonntag geht das Fest ab 11 Uhr weiter. Um 14 Uhr wird die neue Weinkönigin eintreffen.