Reinhold Würth im vergangenen Jahr beim Festakt zu seinem 75-jährigen-Arbeitsjubiläum. Foto: dpa/Uwe Anspach

Der langjährige Chef des Handelskonzern Würth aus Künzelsau blickt besorgt auf die weltpolitische Lage – und wünscht sich vor seinem 90. Geburtstag am Ostersonntag Frieden für die Welt.

Reinhold Würth, geboren 1935, aufgewachsen während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945), kann sich noch gut an das zerstörte Deutschland nach Kriegsende erinnern: „Ich habe zwei Tage nach dem Angriff auf Heilbronn gesehen, was da angerichtet wurde. Es hat mich mein ganzes Leben begleitet“, berichtete er in einem großen Interview mit der „Heilbronner Stimme“ – kurz vor seinem 90. Geburtstag am Ostersonntag.

 

Reinhold Würth zum Handelskrieg: „Das regelt sich wieder“

Nach 1945 hat der Unternehmer die Entwicklung der Bundesrepublik beeindruckt verfolgt: „Es war ein unglaubliches Jahrhundert, mit jetzt 80 Jahren Frieden“, sagte er der Zeitung. Doch zurzeit macht sich der Milliardär Sorgen um die weltpolitische Lage und klagt in dem Interview, dass sich US-Präsident Donald Trump von Kremlchef Wladimir Putin wie „ein Bär auf dem Jahrmarkt an der Nase herumführen“ lasse.

Würths große Befürchtung: „Wenn man die Entwicklung betrachtet, läuft alles auf den nächsten Weltkrieg zu.“ Dabei wünsche er sich jetzt – kurz vor seinem runden Geburtstag am Ostersonntag – vor allem für seine fünf Urenkel „von ganzem Herzen Frieden auf der Welt“. Da spricht Würth wohl denen aus dem Herzen, die über die Feiertage in ganz Deutschland an den Ostermärschen der Friedensbewegung teilnehmen. Zehntausende werden zu den bundesweit rund 100 Aktionen erwartet.

Erfahrung aus zwei großen Krisen stimmt Würth optimistisch

Mit Blick auf den aktuellen Handelskrieg aber gibt sich der 89-Jährige relativ entspannt:„Das regelt sich wieder“, sagte er zuversichtlich in dem Gespräch mit der „Heilbronner Stimme“: „Innerhalb von zwei Jahren, schätze ich, wird auch Herr Trump spätestens merken, was er da angerichtet hat.“

Auch um die Würth-Gruppe, die er aus einem kleinen Schraubenhandel seines Vaters zu einem Weltkonzern geformt hat, macht sich der Geschäftsmann keine Sorgen: „Wir befinden uns in schwierigen Zeiten, keine Frage“, räumt er ein, aber er habe in seinen 75 Arbeitsjahren zwei große Krisen miterlebt: die Ölkrise in den 1970er-Jahren sowie 2008 die Finanzkrise. „Es hat sich gezeigt, dass nach jeder Krise ein Aufschwung kommt“, sagte Reinhold Würth in dem Interview: „Das wird auch dieses Mal so sein.“