Auf dem Bild sind zwei Techniker beim Montieren der neuen Leinwand zu sehen. An der Rückwand sind die neuen Lautsprecher erkennbar. Foto: Kurtheater

Das Kurtheater in Schömberg war einige Tage geschlossen. In dem Kino hat sich manches getan, erzählt Betreiber Florian Hammann. Und das würden die Gäste auch merken, verspricht er.

Das Kurtheater in Schömberg ist eine Institution.

 

Geschichte Das Kino in Schömberg gibt es seit mehr als 70 Jahren. Gegründet in der Glanzzeit der Lichtspielhäuser hat es für das Kurtheater so manche Höhen und Tiefen gegeben.

Eine große Krise erlebte es während der Corona-Pandemie – wie alle Kinos.

Während Orte mit einer vergleichbaren Größe wie Schömberg (fast 8000 Einwohner) schon lange kein Kino mehr haben, gibt es das Kurtheater in Schömberg noch immer.

Berufung für Betreiber Seit Januar 2023 betreibt Florian Hammann das Schömberger Lichtspielhaus mit 153 Plätzen. Für den 47-jährigen Gechinger ist die Arbeit Berufung.

Gästezahlen verdoppelt Der James-Bond-Fan freut sich über die gestiegenen Besucherzahlen. Kamen 2019, dem letzten Jahr vor Corona, rund 5000 Gäste, waren es 2024 und 2025 jeweils etwa 10 000.

Könnte er sie auf 12 000 im Jahr steigern, „wäre das ganz toll“, sagt Hammann im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele Gäste freuten sich, dass sie für einen Kinobesuch nicht eigens in die Stadt fahren müssten.

Klangerlebnis Um die Kinofans auf Dauer zufriedenzustellen, sind immer wieder Investitionen notwendig. Jetzt war es wieder so weit. Deshalb war das Kino einige Tage lang geschlossen.

Mit zwei Kinotechnikern und zwei Aushilfen brachte Hammann den gesamten Leinwandbereich auf Vordermann.

Neue Lautsprecher

Dabei widmeten sie sich zuerst dem Klang. Sie ersetzten zunächst drei Lautsprecher, die an der Wand hinter der Leinwand befestigt waren. Einer war links, der andere in der Mitte und der dritte rechts. Der Lautsprecher in der Mitte sorgt dafür, dass die in einem Film gesprochenen Worte gut verständlich sind. Der linke ist für die Geräusche von links, der rechte für diejenigen von rechts verantwortlich. Alle drei Lautsprecher waren beschädigt, berichtete Hammann gegenüber unserer Redaktion. Die Alterserscheinungen seien deutlich sichtbar gewesen.

„Höchste Eisenbahn“

Vor allem wenn derjenige in der Mitte ausgefallen wäre, hätte Hammann das Kino von einem Tag auf den anderen zu machen müssen, weil die Besucher schlicht nichts mehr gehört hätten: „Es war höchste Eisenbahn.“

Bassboxen für Actionfilme

Damit nicht genug: Links und rechts hinter der Kinoleinwand wurden schräg unter den Lautsprechern zwei neue Bassboxen montiert. Auch sie waren in die Jahre gekommen. Nur eine der alten Bassboxen war überhaupt angeschlossen.

Warum sind diese nötig? „Gerade bei Actionfilmen sind sie wichtig“, erläutert Hammann.

Rückwand gedämmt

Das war aber noch nicht alles: Der Kinobetreiber ließ die gesamte Rückwand hinter der Kinoleinwand dämmen. Sie verbessere den Klang, so Hammanns Begründung.

Wie passiert das? Eine Leinwand hat Löcher, durch die der Schall geht. Ein Teil des Schalls prallt zurück und trifft auf die Rückwand.

Es entsteht ein Halleffekt. Um diesen Effekt zu minimieren, ließ Hammann diese Rückwand dämmen: „Das gab es vorher gar nicht.“

Viele Stammgäste hätten dies bereits wohlwollend registriert, berichtet Hammann zufrieden: „Das hat sich gelohnt. Es sind zwei Welten.“

Neue Leinwand Und dann ersetzte Hammann die alte Leinwand durch eine neue. Die alte wurde im Januar 2001 produziert.

Sie war folglich inzwischen mehr als 25 Jahre alt, erzählt Hammann: „Der Zahn der Zeit war unübersehbar.“

Schutz vor Flecken

Als die neue Leinwand angeliefert wurde, war sie sorgfältig verpackt. Bei ihrer Montage war das Fahrgerüst mit einer Folie versehen, damit die Leinwand sauber bleibt.

Beim Aufhängen der Leinwand trugen die Techniker Baumwollhandschuhe, berichtet Hammann. Auf der Leinwand sei jeder Fettfleck sichtbar, gibt Hammann zu bedenken.

Eine solche Leinwand dürfe auch nicht zwischendrin heruntergenommen werden, gibt der Kinobetreiber zu bedenken: „Durch den Vorhang ist sie weitgehend geschützt vor Umwelteinflüssen.“

Auch das Drumherum um die Leinwand ließ Hammann durch neue Vorhänge und Bretter erneuern.

Alles sei Maßarbeit gewesen, so Hammann. „Nichts war von der Stange“, machte er deutlich. Die Besucher würden folglich auch bei der Optik die Veränderungen im Kino bemerken, so Hammann.

Die Besucher merken sofort, dass sich im Kino einiges getan hat. Foto: Kurtheater

Kosten Die Kosten liegen bei 25 000 Euro. Davon deckt Hammann etwas mehr als die Hälfte über Zuschüsse von Land und Bund.

Förderer Für das Kurtheater gibt es einen Förderkreis, der das Kino finanziell unterstützt. Auch die Gemeinde hilft der Einrichtung. Das Gebäude gehört Jürgen Wernecke.