Die Zukunft des Kurparkteichs in Bad Imnau war Gegenstand einer angeregten Debatte im Haigerlocher Gemeinderat. Es konnte keine abschließende Einigung gefunden werden. Das Gremium hat den Grundsatzentscheid vertagt.
In der jüngsten Sitzung des Haigerlocher Gemeinderates war der Kurparksee in Bad Imnau Gegenstand einer angeregten Diskussion.
Nachdem der Ortschaftsrat Bad Imnau bereits vergangene Woche einen Beschluss gefasst hatte, dass Sanierungsmaßnahmen an dem Teich unumgänglich seien, trug Ortsvorsteher Robert Wenz das Anliegen nun auch im Haigerlocher Gemeinderat vor.
Seitdem der Schlamm nicht mehr abgesaugt würde, hätte sich der Zustand des Gewässers stetig verschlechtert. Heute, so konstatierte der Ortschaftsrat, bestünde es zu zwei Dritteln aus Schlamm. Alle Bemühungen der fortschreitenden Versumpfung Herr zu werden, seien bislang erfolglos geblieben.
Bisherige Maßnahmen
Beispielsweise sei im Jahr 2014 bei einer Firma aus Hechingen Teichtechnik gekauft worden, mit Filter und Strömungsschlauch. 2022 habe man eine Fontäne eingebaut, um den Sauerstoffgehalt im See zu verbessern. Doch die Wasserqualität habe sich weiter verschlechtert, so dass sich Algen bildeten. Die Gegenmaßnahme, Fische im Teich auszusetzen, die sich von Algen ernähren, habe sich ebenfalls nicht als fruchtbar erwiesen. Die Tiere hätten nicht überlebt.
Gemeinsam mit Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck sei Ortsvorsteher Wenz zu dem Schluss gekommen: Das Absaugen des Schlammes sei mit die einzige Möglichkeit, den Kurparksee zu sanieren. „Wenn diese Maßnahmen gemacht werden, wird der Kurparksee wieder über Jahre ein gepflegtes Gewässer sein“, heißt es in der Stellungnahme des Bad Imnauer Ortsvorstehers.
Die Kosten für eine solche Instandsetzung werden mit mehr als 31 000 Euro veranschlagt. Aufgrund der hohen finanziellen Aufwendung der Stadt Haigerloch in diesem Fall, meldete die Verwaltung in der Beschlussvorlage zu dem Tagesordnungspunkt bereits Bedenken an.
Und so entzündete sich dann auch eine Auseinandersetzung zwischen den Gemeinderäten. Unter anderem Klaus Hellstern von der Freien Wähler Vereinigung mahnte an: „Der See gehört rausgerissen.“ Die Maßnahmen für Sanierung und Unterhalt seien unterm Strich, so Hellstern sinngemäß, eine Verschwendung von Ressourcen.
Alternative Lösungen
An anderer Stelle wurde der Einwurf gemacht, man könne nicht über die Schließung des Hallenbads diskutieren und dann in diesen Teich investieren. Auch der Kompromissvorschlag von CDU-Rat Ralf Anton Heim fiel nicht auf allzu fruchtbaren Boden. Er hatte vorgeschlagen, erst einmal mit kleineren Abpump-Maßnahmen zu testen, ob diese wirklich die gewünschten Effekte bewirken.
Schließlich einigte man sich darauf, den Grundsatzentscheid zu vertagen. In der Zwischenzeit solle die Stadtverwaltung nach alternativen Lösungen suchen und eine detailliertere Kostenaufstellung der Trockenlegung des Kurparkteichs erarbeiten.