Mike Schlageter vom Gasthaus „Bad“ in Furtwangen ist stolz auf seinen Seifenspender. Mit Hilfe digitaler Technik spricht die Kuckucksuhr mit den Gästen. Foto: Stadtverwaltung Furtwangen

Im Gasthaus Bad überrascht Mike Schlageter seine Gäste mit einer weltweit wohl einmaligen Kuckucksuhr als Seifenspender – und baut nebenbei kreative Designer-Tische.

„Hände waschen nicht vergessen“, wenn man im Gasthaus Bad zur Toilette geht, wird man gerne darauf hingewiesen. Aber nicht von einem anderen Gast oder vom Personal – hier spricht der Seifenspender mit den Gästen. Dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Seifenspender, sondern um eine funktionierende Kuckucksuhr. Weltweit dürfte der Apparat einmalig sein.

 

Mike Schlageter betreibt seit 26 Jahren mit seiner Frau Gertrud das Gasthaus Bad und ist immer für eine Überraschung gut. Schon vor einigen Jahren erfand er einen mechanischen Kuckucksuhr-Seifenspender. Dieser bewährte sich bei Dauerbelastung nicht. Um das Ganze zu optimieren, erschuf er eine digitale Version.

Dass der Kuckuck nun auch mal „Hände weg“ ruft oder einen witzigen Spruch parat hat, ist ein lustiger Nebeneffekt. Geht nicht, gibt es bei Mike Schlageter nicht. Wenn er irgendwo ein Problem sieht oder Optimierungsbedarf entdeckt, klemmt er sich so lange dahinter, bis es funktioniert.

Diese Beharrlichkeit führte 2019 bereits dazu, dass er den Umweltpreis Gipfelstürmer gewann, ein Preis im Bereich Energieeffizienz.

Derzeit arbeitet Mike Schlageter neben seiner Tätigkeit als Koch an einer neuen kreativen Idee. Er gestaltet besondere Tische für sein Restaurant. Es handelt sich um 20 individuelle Einzelstücke aus Furtwanger Holz mit thematischen Schwerpunkten. Egal ob Tannenzapfen oder Kaffeebohnen, Spielkarten oder kleine Bollenhüte – mit Liebe zum Detail hat er die Tische mit verschiedenen Utensilien bestückt und mit Epoxidharz versiegelt. Vor allem auch Uhrenteile schmücken künftig die Tische im Speiseraum. „Hierfür habe ich die Firma AMS Uhren besucht und durfte eine große Auswahl an Uhrenzubehör für meine Tische mitnehmen“, freut sich der Koch über die Unterstützung. Die Tischbeine aus Metall hat er ebenfalls selbst entworfen. Denn auch das Schweißen selber beigebracht.

Er erfindet gerne Neues

„Ich mag die Herausforderung und ich erfinde einfach gern neue Dinge“, bringt er es auf den Punkt. Der 53-Jährige brennt für alles was er tut, für seine Gastronomie, aber auch für seine Heimat Furtwangen. Der 53-jährige hält sich mit Sport fit und ernährt sich gesund. Die Kräuter kommen aus dem eigenen Kräutergarten, den er mit Hilfe einer Konstruktion vor den Küchenfenstern fahrbar angebracht hat.

Die Geschichte des Gasthauses „Bad“ reicht zurück bis ins Jahr 1862. Gebaut wurde das Gasthaus von Leopold Geiger. Seinen Namen hat das Gasthaus in erster Linie durch seine ganz besondere Geschichte erworben. Vor 140 Jahren hatten die Leute zuhause noch kein eigenes Badezimmer. Deshalb gönnten sich vor allem wohlhabende Bürger ein (Holzzubber-) Bad im „Bad“.