Der Ellenator ist ein „Dreirad“, das ab 16 Jahren gefahren werden darf. Im Kreis gibt es vier davon.
Unlängst in Calw, auf dem Wimberg, unweit des Waldparkplatzes: Ein Wanderer macht einem entgegenkommenden Auto Platz. Es scheint ein normaler Fiat zu sein – doch mit den Rädern „stimmte was nicht“, berichtet der Mann. Denn die waren nicht außen, sondern nahe beinander in der Mitte des Fahrzeugs angebracht. Eine Spezialkonstruktion? In gewissem Sinne.
Bei dem Fahrzeug handelte es sich offenbar um einen Fiat Ellenator. Eine Seltenheit, auch im Kreis Calw. Wie Janina Dinkelaker, Sprecherin des Calwer Landratsamtes, auf Anfrage berichtet, seien im gesamten Kreis aktuell nur vier Fahrzeuge dieser Art zugelassen.
Auf 20 PS reduziert
Das Fahrzeugkonzept, so heißt es auf der Internetseite der Ellenator GmbH, sei im Allgäu entwickelt worden. Das Auto, das eigentlich vier Räder hat, wird durch den Umbau als „Dreirädriges Fahrzeug“ der Fahrzeugklasse L5e eingestuft – und darf somit bereits ab 16 Jahren mit einem Moped- und Rollerführerschein bis 125 Kubikzentimeter, beziehungsweise mit den Führerscheinklassen 1b, 3 oder B gefahren werden. Die Leistung wird dabei auf 20 PS reduziert. Damit erreicht das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von rund 90 Stundenkilometern.
„Kurvenfahrten unbedingt vermeiden“
Die Sicherheit des Ellenator wird vom ADAC positiv bewertet. Da das Modell auf einem Kleinwagen basiere, bringe das Fahrzeug eine stabile Karosserie mit, verfüge außerdem über ABS, ESP und sieben Airbags. Kritisch sei dagegen die zum „Dreirad“ umgebaute Hinterachse. „So drohte das Fahrzeug bei 65 Kilometer pro Stunde im Ausweichtest des ADAC zu kippen. Schnelle Kurvenfahrten sind daher unbedingt zu vermeiden“, schreibt der Automobil-Club.
Wer einen Ellenator will, muss einen Fiat 500 umbauen lassen. Inklusive notwendigem Neuwagen beträgt der Preis mindestens 25 000 Euro.