Nur ein dummer Streich oder ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr? Nach einem Vorfall in Villingen-Schwenningen wurde Anzeige erstattet.
In der Doppelstadt ereignete sich vergangenen Samstagnachmittag ein kurioser Zwischenfall. Ein Autofahrerin aus Villingen-Schwenningen berichtet in den sozialen-Medien von einem Wasserpistolen-Angriff während der Fahrt.
Nichtsahnend stand die Frau an einer Ampel und hatte ihre Autofenster geöffnet. Im Wagen neben ihr saßen laut ihren Angaben zwei jüngere Männer, von denen einer eine Wasserpistole bei sich hatte. Als die Ampel auf Grün sprang, spritzte er die Frau plötzlich nass.
Zunächst klingt der Vorfall wie ein harmloser Streich, doch für die Betroffene stellte die Situation nach eigenen Angaben eine Gefahr dar. Das Wasser traf unter anderem ihre Brille, wodurch sie beim Anfahren stark eingeschränkt gewesen sei. Schließlich nahm sie die Brille ab und fuhr laut eigener Aussage „quasi blind“ weiter zur Arbeit – was eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr darstellen kann.
Nur ein dummer Streich?
Für die Geschädigte ist die Sache eindeutig: „Diese Aktion war wirklich gefährlich“, schreibt sie in den sozialen Medien. Einen Tag nach dem Vorfall erstattete sie Anzeige, wie das Polizeipräsidium Konstanz auf Nachfrage bestätigte.
Die Reaktionen im Netz fallen jedoch unterschiedlich aus. Einige Nutzer zeigen Verständnis für die Frau: „Solche Typen sollten nicht ungestraft davonkommen“, schreibt eine Userin. Andere sehen den Vorfall deutlich lockerer. „Anzeige erstatten? Für was denn? Unerlaubtes Nassspritzen?“, scherzt eine andere Nutzerin.
Das sagt die Polizei
Nur ein Einzelfall? Und wie gefährlich kann solch ein Angriff wirklich sein? Daniel Brill, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, konnte nach kurzer Recherche keine ähnlichen Fälle finden. Es handle sich daher vermutlich um einen Einzelfall.
„Ich glaube nicht, dass die Intention der Männer war, eine Gefährdung im Straßenverkehr herbeizuführen. Sie dachten vermutlich, sie seien lustig“, sagt Brill.
Ob der Vorfall tatsächlich eine konkrete Gefahr darstellte oder lediglich ein blöder Streich war, lasse sich schwer beurteilen. Laut Brill gehe von einem stehenden Fahrzeug zunächst nur eine geringe Gefahr aus. Allerdings könnten nachfolgende Fahrzeuge behindert werden, wenn die betroffene Person nicht sofort weiterfahren könne. Eine Verkehrsbehinderung sei daher nicht ausgeschlossen.
Da die Frau trotz eingeschränkter Sicht weiterfuhr, sei das Risiko letztlich größer geworden. Das werfe auch die Frage auf, warum sie ihre Brille nicht zunächst gereinigt habe. Insgesamt sei der Fall schwierig zu bewerten, so Brill. Die eigentliche Gefahr entstehe vor allem durch die Reaktion auf die Tat.