Auf ihrer Reise ans Nordkap entstand die Wette, die alles ins Rollen brachte. Auf dem Bild ist Svenja Huneck mit ihrem Rennrad zu sehen. Foto: Svenja Huneck

Wegen einer Wette wagte eine 21-jährige Eschbronnerin ihren ersten Triathlon. Dort qualifizierte sie sich für die WM. Doch diese birgt auch Herausforderungen.

Svenja Huneck kann es selbst noch gar nicht fassen. Seit Dienstagmorgen ist die 21-jährige Eschbronnerin bei der Triathlon Weltmeisterschaft 2026 in der Slowakei eingeschrieben.

 

Erst am 29. Juni absolvierte sie ihren ersten Triathlon – den „Challenge Kaiserwinkl-Walchsee“ in Tirol in Österreich. Und das eigentlich aus einem Scherz heraus.

Aus einer Wette wurde Realität

Im vergangenen Jahr radelte sie von Hamburg bis ans Nordkap. Unterwegs traf sie einen ebenso ambitionierten Sportler. Nachdem sie ein paar Tage zusammen gefahren waren, schlossen sie eine Wette. Denn: Beide laufen und fahren Rad. Warum sich dann nicht neuen sportlichen Herausforderungen stellen und einen Triathlon angehen? Der Wetteinsatz: ein Eis.

Bei der Mitteldistanz fährt Svenja Huneck 90 Kilometer mit dem Rad. Foto: Tamar Pinto

Gesagt, getan. Kaum zu Hause angekommen, stürzte sie sich ins Abenteuer. Voller Motivation stieg die junge Sportlerin in ihr Training ein. Auch der spontane Umzug im Oktober 2024 nach Bochum für ihr Medizinstudium konnte sie nicht stoppen.

Schwimmverein hilft ihr bei den Vorbereitungen

Um sich besser auf die 1,9 Kilometer Schwimmen in der Mitteldistanz vorzubereiten, ging sie in einen Schwimmverein. Dort sei sie eine der schlechtesten gewesen. Denn: Bis Dezember konnte sie nicht einmal kraulen, verrät sie in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Svenja Huneck nahm am 29. Juni an ihrem ersten Triathlon in Tirol in Österreich teil. Foto: Tamar Pinto

Am Tag des Triathlons sei sie unfassbar aufgeregt gewesen. Und das obwohl sie sich sonst eher als stressresistent bezeichnet. „Ich war bei keiner Prüfung so aufgeregt wie beim Triathlon.“ Doch die ganzen Menschen und die Stimmung seien unglaublich gewesen. „Wenn ich daran denke bekomme ich Gänsehaut.“ Außerdem begleitete und unterstützte sie ihr kleiner Bruder und ein Freund aus dem Studium, berichtet sie.

Bei 34 bis 36 Grad schwamm die 21-Jährige 1,9 Kilometer, fuhr 90 Kilometer Rad und lief nach 21,1 Kilometer und sechs Stunden und 50 Minuten ins Ziel. Dort war ihr schon klar, dass das nicht ihr einziger Triathlon bleiben würde.

Svenja Huneck vermutete erst einen Betrug

Doch dass das nächste Mal die WM in der Slowakei sein würde, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und konnte es auch gar nicht fassen als sie etwa drei Wochen später die E-Mail erreichte. „Ich dachte erst, dass es ein Scam ist“, sagt sie und lacht.

Teilnahme stellt sie vor Herausforderungen

Doch die Teilnahme an der WM stellt sie auch vor Herausforderungen. Denn die Teilnahme ist gar nicht mal so billig, wie sie berichtet. Alleine die Startgebühr betrage 300 Euro, erklärt Huneck. Dazu kommen Kosten für die Reise, den Aufenthalt, Verpflegung und Sport-Utensilien. Das sei für eine Studentin, die nebenher im Rettungsdienst arbeite, schwierig zu leisten.

Daher gibt es derzeit eine Spendenaktion über „GoFundMe“, um die junge Sportlerin zu unterstützen. Schon jetzt wurden über 1400 Euro gesammelt. „Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Svenja diesen Traum verwirklichen kann. Sie hat gezeigt, was mit Ehrgeiz, Disziplin und einem starken Willen möglich ist – jetzt braucht sie unsere Unterstützung”, heißt es auf dem GoFundMe-Spendenaufruf, den Alessa Bauer aus Rottweil ins Leben rief.

Die Eschbronnerin freut sich auf die kommende Herausforderung. Foto: Svenja Huneck

Svenja Huneck dankt allen Menschen, die sie unterstützen. „Ich sehe die Chance nicht als selbstverständlich an.“ Neben dem Sportlichen sei vor allem das Mentale wichtig. Es sei wichtig, welche Menschen mit dabei sind. Und besonders komme es ihr neben einer souveränen Leistung auf den Spaß an.

Übrigens: Der Wetteinsatz wurde inzwischen ausgezahlt. Ein leckeres Spaghetti-Eis wartete auf die frischgebackene Triathlon-Läuferin.

Spendenaktion

GoFundMe
Über folgenden Link kommen Interessierte zur Spendenaktion:

https://www.gofundme.com/f/von-der-eiswette-zur-weltmeisterschaft.

WM
In der Altersklasse 18 bis 24 Jahre schaffte es Svenja Huneck in Tirol unter die Top Zwölf und qualifizierte sich somit zu der WM am 24. Mai 2026 in der Slowakei. Auch hier wird sie die Mitteldistanz laufen.