Wenn am Dienstag die Narren zu den beiden letzten Brezelsegen aus dem Rathaus kommen, dann ist klar: Die Straßenfasnet ist eigentlich gleich vorbei. Foto: Stephan Wegner

Eine Fasnet, auf die viele gewartet haben, hat große Freude bereitet. Zunft, Stadtmusik und Alternativelfer hatten aber eine Überraschung parat, die nicht allen gefiel.

Zum letzten Brezelsegen dieser Fasnet versammeln sich am Fasnetsdienstagnachmittag Kleidles-Träger, Elferrat und Obernarren vor dem Rathaus, um den Abschluss der närrischen Zeit einzuläuten.

 

Nach dem ersten Brezelsegen ziehen sich die Kleidlesträger wieder zurück zum Rathaus, füllten noch einmal die Stangen und Körbe auf, tranken was Kühles. Kurz vor 17 Uhr nimmt die Stadtmusik wieder Aufstellung. Und ein letztes Mal in diesem Jahr steigen Elferrat und Obernarren auf das Podium vor dem Rathaus.

Die Narren müssten deswegen so lange im Rathaus bleiben, meinte eine Stadtmitarbeiterin zu den wartenden Umstehenden, die sich diese herbeiwünschten, weil Hansel, Narros, Brüele und Da-Bach-na-Fahrer dort zuerst wegen des Personalmangels zu Fachkräften ausgebildet würden.

Dank an alle Helfer

Zunftmeister Tobias Dold dankte in seinem Rückblick allen Helfern, den Rettungsdiensten und Unterstützern der Fasnet. Zudem auch der Feuerwehr, die beim niedrigen Wasserstand am Montag bei der Da-Bach-na-Fahrt im Rossgumpen Schwerstarbeit hätten verrichten müssen, um manchen Zuber wieder auf Kurs zu bringen.

Fasnet in 354 Tagen

Den schon Trauernden über das Ende der Fasnet gab er die Hoffnung mit, dass die nächste Schlüsselübergabe in 354 Tagen sei – wieder an einem Fasnetssamstag. Diese Tradition, so sagte er schmunzelnd auf Nachfrage unserer Redaktion, wolle die Narrenzunft nicht aufgeben – trotz der Anmerkung von Dorothee Eisenlohr bei der jüngsten Schlüsselübergabe, dass die Schramberger Elferräte nicht die Fleißigsten seien, weil andere den Schlüssel schon am „Schmotzigen Donnerstag“ fordern würden.

Nochmals Narrenmarsch

Darauf kamen die Hästräger noch einmal zum letzen Brezelsegen auf den Rathausplatz. Die letzten Brezeln, Würstchen und Süßigkeiten wanderten in die Hände der singenden und tanzenden Narren. Schließlich spielte die Stadtmusik wie immer zum Abschluss das „Sierra Madre“, die Narren sangen wehmütig mit: Jetzt neigte die Fasnet sich wirklich dem Ende zu. Wirklich? Nein, der alternative Elferrat (AE), der in diesem Jahr kein Lokal für seine Fasnetsbeerdigung gefunden hatte, lud noch bis gegen 18.30 Uhr an den Narrenbrunnen ein.

„Gebet“ und Gitarrengesang

Nach einem Trauerzug mit bedächtig gespieltem Narrenmarsch der Stadtmusik rezitierten Bernd Dieterle und Frank King vom AE das altbekannte „Trauergebet“ der AEler „Fasnet, bleib bei uns“ – „a halbe Brezel hot no Platz“ und sangen „Aschermittwoch isch no weit weit weg von mir.

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