Lukas Saueressig und seine Teamkollgen haben nach einm Rückschlag wieder dick geliefert. Foto: Kara

Nicht nur der Geschäftsführer des HBW Balingen-Weilstetten, Wolfgang Strobel, findet in Bezug auf die Handball-Bundesliga: "Es ist alles so kurios".

Es ist völlig verrückt, was derzeit in der Handball-Bundesliga abgeht. Bestes Beispiel. Nur drei Tage nach der 22:27-Pleite im Kellerduell und Schlüsselspiel in Ludwigshafen gewann der HBW Balingen-Weilstetten gegen den Tabellenvierten Rhein-Neckar Löwen.

"Was momentan in der Liga passiert – es ist alles so kurios", sagt Wolfgang Strobel, Geschäftsführer der Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten, wenn er an die jüngsten Wochen zurückdenkt. "Unsere Mannschaft hat mit Ausnahme des Spiels bei den Eulen in Friesenheim seit Wochen starke Leistungen gezeigt, die jungen Spieler entwickeln sich weiter, da gibt es überhaupt nichts zu mäkeln. Und trotzdem ist alles eng und völlig verrückt", so Strobel.

Tatsächlich hätte das Team von Trainer Jens Bürkle am vergangenen Sonntag in Friesenheim mit einem Sieg die Weichen bereits auf Klassenerhalt stellen können. Doch ausgerechnet in dieser Partie lieferten seine Mannen nicht, dafür gelang ihnen nur wenige Tage später die Sensation mit dem 32:30-Heimsieg über die Rhein-Neckar Löwen, die als Tabellenvierter im Rennen um die internationalen Plätze ebenfalls nichts zu verschenken haben.

Gute Einstellung und die nötige Emotionalität

"Wir haben insgesamt eine gute Einstellung und auch die nötige Emotionalität gefunden, die uns gegen die Eulen doch etwas gefehlt hatte", sagt Bürkle. Tatsächlich lieferte gegen die Löwen jeder Mannschaftsteil, egal ob die Kreisläufer Moritz Strosack, der sich von zwei Fehlwürfen zu Beginn nicht beeindrucken ließ, oder Tim Nothdurft. Am Kreis zeigte Fabian Wiederstein wieder eine grandiose Vorstellung, sicherte sich zahlreiche Rebounds, und auch der Rückraum – Linkshänder Vladan Lipovina war gegen seinen früheren Klub mit sieben Treffern erfolgreichster HBW-Schütze – war im Gegensatz zum Kellerduell in Friesenheim voll auf der Höhe und in der entscheidenden Phase ein Faktor.

Zwar ist der HBW nach wie vor von einigen Einzelspielern abhängig, doch das Team wächst immer besser zusammen, kann inzwischen selbst Ausfälle seiner Top-Shooter verkraften – auch mit der Option statt eines Torhüters einen siebten Angreifer einzuwechseln. Dabei zeigte Björn Zintel als Spielgestalter starke Leistungen. Gut möglich, dass er trotz seines auslaufenden Vertrags auch in der kommenden Saison noch für den HBW aufläuft.

Was Bürkles Hoffnung, den Klassenerhalt in den fünf noch verbleibenden Begegnungen nährt, ist die Eigeninitative seiner Truppe: "Mir gefällt, dass aus der Mannschaft heraus viele geile Ideen kommen. Wenn es mich überrascht, überrascht es auch den Gegner. Das ist klasse."

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