Diesmal wurde der Blitzer unter anderem mittels einer Schranktür daran gehindert, seine Bestimmung zu erfüllen. Zwischendurch war er auch noch mit einem Regal und einem Stuhl „dekoriert“ worden. Foto: privat

Und wieder sorgt eine kuriose Aktion in Rottweil für Aufsehen: Erst im März sorgte der zugeparkte Blitzer-Anhänger bundesweit für Schlagzeilen. Nun wurde er mit Sperrmüll blockiert – das Netz jubelt, die Stadt macht gute Miene zum bösen Spiel.

Beinahe hätte man ihn so gar nicht erkannt: den Blitzer-Anhänger der Stadt Rottweil. Der wurde am Sonntag sozusagen zum Sperrmüll deklariert: mit einem Stuhl oben drauf, einem Regal davor und einer Schranktür, die natürlich ausgerechnet die Linse des Blitzers verdeckt. Für das Netz ein gefundenes Fressen.

 

Bilder des eigentümlichen Gebildes wurden unter anderem in der Facebookgruppe „Achtung: Blitzer im Kreis Rottweil und Umgebung“ hochgeladen. „Anhänger geht mit dem Sperrmüll“ heißt es da. Und die kuriose Aktion, die manchen Verkehrsteilnehmer vor einem Knöllchen bewahrt haben dürfte, wird größtenteils bejubelt.

So reagieren die Facebook-Nutzer

„Wie ich diese Leute feier“, schreibt da ein Nutzer. Andere nutzen die Gelegenheit, um der Stadt im Zusammenhang mit der Geschwindigkeitsüberwachung „Geldmacherei“ vorzuwerfen. „Wenn der Kasten da stehen würde, wo es zur Sicherheit dienen könnte und nicht das Stadtsäckel auffüllt...“, heißt es da beispielsweise.

Ein anderer Nutzer schreibt derweil: „Zwar nicht zulässig, aber irgendwie doch verständlich.“ Er warnt vor rechtlichen Konsequenzen solcher Aktionen und gibt sogar noch einen Tipp, wie man diese umgehen kann: Ein Anhänger oder Auto hinter dem Blitzer werde zwar gerne beanstandet, sei aber dagegen zulässig.

Schon die zweite Aktion

Was sagt die Stadt dazu? Schließlich ist es bereits das zweite Mal, dass der Rottweiler Blitzer-Anhänger durch eine Aktion von Bürgern „aus dem Verkehr gezogen“ wird.

Erst im März wurde Dieter E. Albrecht von Verkehrsteilnehmern in den sozialen Netzwerken dafür gefeiert, seinen Wohnwagen so dicht vor dem Blitzer geparkt zu haben, dass der seine Bestimmung nicht mehr erfüllen konnte. Albrechts Erklärung damals: Er habe keinen anderen Parkplatz gefunden.

Die Frage nach einer Strafe stellte sich damals laut Stadt nicht, weil sowohl der Wohnwagen als auch der Blitzer-Anhänger umgeparkt wurden.

So reagiert die Stadt

Diesmal wird man wohl ebenfalls niemanden zur Rechenschaft ziehen können. „Der Verursacher ist nicht festzustellen“, teilt der städtische Pressesprecher Tobias Hermann am Montag auf Nachfrage mit. Schließlich könne jeder Passant den Sperrmüll entsprechend vor die Kamera des Messgeräts stellen.

Das Gerät sei jedoch zeitnah wieder einsatzbereit gewesen. Der Gemeindevollzugsdienst habe bereits am Sonntag den Sperrmüll zur Seite geräumt, so Hermann.

Schnelle Reaktion bleibt das einzige Mittel

Und wie kann die Stadt Aktionen dieser Art künftig verhindern? „Letztlich steht das Gerät im öffentlichen Raum, weshalb wir nicht alle Möglichkeiten einer Beeinträchtigung ausschließen können“, heißt es dazu vom Pressesprecher. Und der Kreativität der Menschen seien bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Aber: „Erfahrungsgemäß werden solche Vorfälle aber schnell gemeldet – und sei es durch ein Social-Media-Posting – worauf wir dann wie im konkreten Fall auch rasch reagieren.“