Von den bisherigen Sanierungsarbeiten im Kurhaus von Bad Liebenzell haben die Besucher nicht viel gesehen. Jetzt geht die Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH (FTBL), eine hundertprozentige Tochter der Stadt daran, diejenigen Bereiche zu sanieren, die auch den Gästen sofort auffallen.
Bad Liebenzell - In einem ersten Bauabschnitt hatte die FTBL für den Brandschutz und die Fluchtwege des Kurhauses rund 800.000 Euro ausgegeben. Das Land gewährte einen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro.
Land gewährt einen Zuschuss
In einem weiteren Bauabschnitt geht die FTBL daran, das Kurhaus für zehn Millionen Euro grundlegend zu sanieren. Das Land hat dazu einen Zuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro gewährt.
Die ersten Schritte sind bereits getan. So ließ die FTBL die Toiletten für 500.000 Euro auf Vordermann bringen, berichtete Bürgermeister Dietmar Fischer im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Fischer ist zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates der FTBL. Dabei wurde die gesamte damit zusammenhängende Infrastruktur wie Lüftung, Wasser und Abwasser gleich miterneuert.
Fertiggestellt sind zudem zwei Tagungsräume. Auch hier ließ die FTBL die dazugehörige Technik gleich miterneuern. Die FTBL gab dafür rund 700.000 Euro aus, rechnete Fischer vor.
Die beiden Tagungsräume haben die Geschäftsführerin der FTBL, Kerstin Schillinger, sowie Bürgermeister Dietmar Fischer am Donnerstagabend vor geladenen Gästen feierlich eingeweiht. Schillinger und Fischer freuten sich darüber, dass damit erste, kleine Anreize geschaffen wurden. Die neuen Tagungsräume sollen bei aller Zeitlosigkeit Individualität ausstrahlen. Raphael Koch, Betriebsleiter des Kurhauses, sagte bei der Einweihungsfeier, dass jetzt auch fassbar werde, in welche Richtung die Gestaltung des Kurhauses gehen soll.
An den FDP-Landtagsabgeordneten aus dem Enzkreis, Erik Schweickert, gerichtet sagte Fischer bei der Einweihungsfeier, dass in diesem Jahr kein Antrag aus Bad Liebenzell nach Stuttgart komme. Schweickert ist Vorsitzender des Landtagsausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Er überbrachte die Grüße des Calwer CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Blenke. Schweickert lobte das Engagement des Teams um Schillinger, Fischer und Koch. Schmunzelnd sagte Schweickert im Hinblick auf den nächsten Liebenzeller Zuschussantrag an Fischer gerichtet, dass es nicht immer ganz so viel sein muss, wie in der Vergangenheit.
Lindenchalet mit Terrasse im Kurpark
Zum Zeitplan sagte Fischer am Rande der Feierstunde, dass noch ein dritter Tagungsraum hinzukommt. Außerdem lässt FTBL im Herbst ein Lindenchalet einschließlich Terrasse im Kurpark aufbauen. Fischer bezeichnet das Chalet als eine "gehobene Almhütte". Im März 2022 eröffnet die FTBL dort ein Restaurant, weil dasjenige im Kurhaus wegen der beginnenden Umbauarbeiten geschlossen wird.
Dabei wird im Kurhaus so gut wie alles verändert, sagte Schillinger bei einer anderen Gelegenheit im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Allerdings steht das Kurhaus unter Denkmalschutz. "Die Außenfassaden bleiben. Es gibt keine optische Veränderung", sagte Schillinger. Schließlich habe das Kurhaus eine "gewachsene Struktur", so die Geschäftsführerin der FTBL.
Im März 2024 soll dann das sanierte Restaurant im Kurhaus wiedereröffnet werden, so Fischer bei der Feierstunde am Donnerstagabend.