Die Tür vom Saal ins Restaurant Foto: Zoller

Brandschutztüren im Kurhaus müssen wegen erheblicher Mängel ausgetauscht werden. Bis Ende der Maßnahme müssen bei Veranstaltungen Wehrleute als Brandwachen eingesetzt werden. Wieso?

Weil im Bad Herrenalber Kurhaus fünf Brandschutztüren dringend ausgetauscht werden müssen, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die dafür erforderlichen außerplanmäßigen Mittel freigegeben.

 

Wenig Verständnis

Angebote einholen Das Gremium beauftragte die Verwaltung, Angebote für die Maßnahme einzuholen und sie dann an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben.

Dabei waren die Ratsmitglieder, wie die Diskussion zeigte, nicht nur über den Umstand wenig erfreut, dass die Türen ausgetauscht werden müssen. Sie zeigten auch wenig Verständnis für die Tatsache, dass die in einem Prüfbericht aufgeführten Mängel offenbar schon seit Jahren bestehen.

Diskussion „Die Türen erfüllen ihre Funktionen als Brandschutztüren nicht mehr“, hatte Bürgermeister Klaus Hoffmann zu Beginn der Diskussion erklärt. Er hatte zudem deutlich gemacht, dass – da vom Landkreis noch keine Genehmigung für den Haushalt 2026 vorliege – die Mittel außerordentlich angemeldet werden müssen. Grund: Bei der Erstellung des Haushaltsplans für 2026 sei das Problem noch nicht bekannt gewesen.

Das Kurhaus müsse wegen der mangelhaften Brandschutztüren zwar nicht geschlossen werden, so Hoffmann. „Veranstaltungen können aktuell aber nur stattfinden, wenn die Feuerwehr Brandwachen stellt.“

Prüfer ruft an

Kopfschütteln Dass die Prüfung der in der Trennwand verbauten Türen ergeben hatte, dass diese nicht die geforderten Anforderungen erfüllen, sorgte im Gremium vor allem für eins: Kopfschütteln. Schließlich könnten die aufgeführten Mängel nach Einschätzung mehrerer Ratsmitglieder schon länger bekannt sein. „Was mich irritiert: Jedes Jahr wird ein Prüfbericht erstellt. Hat die Firma vorher nicht richtig geprüft?“, wollte Volker Schlöder (Grüne PLUS) wissen.

Eine befriedigende Antwort darauf erhielt er nicht. Im Rathaus, so die Auskunft, lägen die letzten Prüfberichte nicht vor. Diese seien vermutlich im Kurhaus. Der Prüfer habe aber angerufen und erläutert, dass man die im neuesten Bericht aufgeführten Mängel dringend beheben müsse.

Verwunderlich für mehrere Gremiumsmitglieder: Im Prüfbericht seien „Sachen aufgeführt“, die so nach deren Einschätzung „nie hätten ausgeführt werden dürfen“.

Das Kurhaus in Bad Herrenalb Foto: Kugel

Schnellstmöglich Die Mängel müssten also schon seit geraumer Zeit bestehen – und seien dann womöglich auch bereits benannt worden. Wenn die Prüfberichte im Kurhaus seien, dort aber keiner drüber schaue, dann sei es sinnlos, diese dort vorzuhalten. Man könne froh sein, dass seither nichts passiert sei. Stadtrat Stefan Pfeiffer (Pro H&H) forderte die Verwaltung zudem auf, die derzeit nicht vorliegenden Berichte von der Prüffirma anzufordern.

Das Gremium war auch der Überzeugung, dass man „die Maßnahme schnellstmöglich machen soll“, um die Feuerwehr durch zusätzliche Brandwachen nicht über Gebühr zu beanspruchen, wie Stadtrat Christian Romoser (CDU) ausführte und ergänzte: „Wir brauchen den Veranstaltungsort.“

Sechs bis acht Wochen

Dauer Auf Nachfrage von Stadträtin Gertraud Maier (Pro H&H) wurde die Dauer für die Herstellung der Brandschutztüren durch das Bauamt mit sechs bis acht Wochen angegeben, der Einbau selbst sei vermutlich zügig zu realisieren. Problematisch könnte aber womöglich der Anschluss an die bestehenden Wände sein. Selbst im Falle einer Beplankung sei aber nicht damit zu rechnen, dass die Maßnahme länger dauere. Das Kurhaus müsse dafür auch nicht geschlossen werden.

Dass die für den Austausch der Brandschutztüren erforderlichen Mittel wie von der Verwaltung dargestellt umgewidmet werden können, konnte Stadträtin Carmen Veit (UBV) nicht so richtig nachvollziehen, zumal die Kommune vor allem auf die Kürzung von Verbrauchsmitteln setze. Dass zudem nicht konkretisiert worden sei, wo genau die Mittel reduziert würden, seien die Angaben nur schwer nachzuvollziehen.