Der Fachberater weiß: Das Bad Herrenalber Kurhaus hat Charme und Potenzial. Foto: Kugel

Die gesamtwirtschaftliche Situation und die Haushaltslage der Stadt sind ausschlaggebend. Die Bad Herrenalber Stadträte stimmten am Mittwochabend dem Vorschlag der Verwaltung zu, wie’s mit dem Kurhaus weitergehen soll.

Kurz und prägnant ging Fachberater Georg Sommer auf das ausgearbeitete Konzept fürs „schöne Kurhaus“ beziehungsweise die Sitzungsvorlage ein. Dazu gehörten die Gastronomie-Varianten und die Betreibermodelle. Erwähnt wurde auch die sehr alte Technik. Notwendige Investitionen wurden so dargestellt: „Technik Teilbereich“ zum Beispiel jährlich 40 000 Euro (drei Jahre), Stühle 100 000 Euro (einmalig) und jährlich 25 000 Euro fürs Haus.

 

Die aktuelle Situation spreche für eine Verpachtung an einen Generalunternehmer. Das Gremium stimmte deshalb auch der Beschlussempfehlung der Verwaltung zu, die so lautete: „Der Gemeinderat nimmt den Sachverhalt zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit der Ausschreibung zur Suche eines geeigneten Pächters für den Gesamtbetrieb des Kurhauses.“

Einiges zu verhandeln

Bei der Gestaltung eines Vertrags sei auch der vordere Foyerbereich und die öffentliche Toilette ein Thema, so Sommer. Es wäre freilich generell einiges zu verhandeln, „damit’s funktioniert“.

Bürgermeister Klaus Hoffmann bemerkte, alles sei angeschaut und untersucht worden, was den Betrieb profitabler mache. Die Entscheidung sei jedenfalls nicht so einfach gewesen. In der Annahme, jemanden zu finden, sei die Pächtersuche vernünftig.

Harte Arbeit

Auf die Frage aus dem Gremium, wie denn vom Bauchgefühl her die Chancen stehen, fündig zu werden, meinte Sommer: Das Kurhaus habe Charme und Potenzial. Er sei fest davon überzeugt, einen Pächter zu bekommen. Es sei aber harte Arbeit. Ob es einen Monat, sechs Monate oder noch länger dauere, könne man nicht sagen. Gertraud Maier (UBV) plädierte für eine offene, spritzige Ausschreibung. Sie sprach von einer „Beziehungsanzeige“. Wobei der Rathauschef bemerkte, dass es bei einem wirtschaftlichen Bieterwettkampf einer klaren Definition bedarf.

Parksituation erwähnt

Rüdiger König (UBV) erinnerte daran, dass das Kurhaus der zweitgrößte Verlustbringer der Stadt sei. Und gehandelt werden müsse. Schlecht seien die Parkmöglichkeiten bei einer Großveranstaltung- hier sollte ein Konzept erarbeitet werden.

Nicht nur einmal wurde bei der Aussprache erwähnt, darauf Wert zu legen, dass Traditionsveranstaltungen von Vereinen und Gruppierungen weiterhin im Kurhaus stattfinden können.

Auf Nachfrage von Wolfhart König (UBV) sagte der Bürgermeister, dass sich Matthias Wedner – wie andere auch – bewerben könne. Aber erst habe ja der Gemeinderat eine Entscheidung treffen müssen. Wedner ist seit 2017 Pächter des Kurhauses und des Restaurants. Sein Vertrag mit der Stadt lief 2023 aus, aber man verlängerte bis Ende September 2024 und steht nun bis Mai 2025 als Caterer für Veranstaltungen im Kurhaus zur Verfügung.

Jetzt wird ein Exposé erstellt, das Appetit aufs Kurhaus machen soll. Die Anregung von Christian Romoser (CDU), es vor Veröffentlichung dem Gemeinderat vorzulegen, fand einhellige Zustimmung. Schließlich kann dann eventuell noch das eine oder andere geändert werden.