Das Kurhaus wird seit einigen Jahren schon auf Vordermann gebracht. Foto: Locher Fotodesign

Die Sanierung des Bad Liebenzeller Kurhauses läuft. Noch sind kaum Einschränkungen zu spüren. Doch nach einer rauschenden Silvesterparty ist erst einmal Baustelle und sonst nichts angesagt.

Das Kurhaus liegt im Herzen von Bad Liebenzell: Doch das ist es nicht nur von der Örtlichkeit her, sondern es ist auch ein „wertvolles Herzstück, das sich seit seiner Erbauung und Eröffnung im Jahr 1954 fest in die Geschichte der Kurstadt verankert hat und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist“, schreibt die Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH in einer Mitteilung.

 

Im Kurhaus werde seit fast 70 Jahren gefeiert, getagt, gegessen und getrunken, weshalb viele Menschen besondere Momente mit dem Gebäude verbänden. Zugleich bedeutet dies, dass das Kurhaus in die Jahre gekommen ist. Seit September wird es saniert und fit für weitere Jahrzehnte gemacht. Die ersten Arbeiten hinter den Kulissen laufen auf Hochtouren, wie Tourismus-Chefin Sina Dornbach auf Nachfrage berichtet.

Die erste Phase der Erneuerung hat das Kurhaus dabei bereits hinter sich. Ab 2019 wurden erforderliche Brandschutzmaßnahmen umgesetzt – etwa eine Brandmeldeanlage und ein Lastenaufzug eingebaut. In den beiden Jahren darauf wurden die WC-Anlage und die Tagungsräume frisch gemacht.

Was gibt es zu tun? Aktuell finden laut Dornbach Abbruch- sowie vorbereitende Arbeiten „für die Schließzeit im Jahr 2024“ statt. Zudem wird im Untergeschoss eine neue Bodenplatte gegossen, „um die Tragfähigkeit für die neuen technischen Anlagen zu garantieren“, und die Versorgungsleitungen werden ertüchtigt.

Und dann? „Vorwiegend wird das Kurhaus auf den aktuellen Stand der gesetzlichen Vorgaben gebracht“, erklärt Sina Dornbach. Dafür sind neue Lüftungsanlagen sowie ein Fettabscheider nötig, weitere Brandschutzmaßnahmen werden umgesetzt und nicht mehr zeitgemäße Bausubstanzen entfernt. Darüber hinaus wird die alte Küche durch eine neue, energieeffiziente ersetzt. „Die Küche und die Theke werden räumlich versetzt, um Wege zu sparen und dadurch den Service für unsere Gäste und den Tagesablauf für unser Personal zu optimieren.“

Badweg gesperrt

Wie läuft der Betrieb trotz Bauarbeiten? „Der tägliche Betrieb ist aktuell nur minimal von den Bauarbeiten betroffen“, meint die Geschäftsführerin der Tourismus Bad Liebenzell GmbH (FTBL). Vom Lärm während des Abbruchs etwa bekomme der Gast „durch die gute Bauplanung und tägliche Absprache“ so gut wie nichts mit. Eine Auswirkung indes ist zu spüren: Wegen der Baustelleneinrichtung ist seit Mitte Oktober der Badweg, der entlang der Nagold zum Kurpark führt, aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Die Sperrung wird voraussichtlich bis Mitte Juni 2024 andauern“, teilt Dornbach mit.

Wie viel wird investiert? Laut Sina Dornbach fördert das Land die Komplettsanierung des Kurhauses mit 2,5 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm 2021. Die Stadt Bad Liebenzell habe „für den Zeitraum 2022 bis 2024 als Gesellschafterzuschuss insgesamt 5,7 Millionen Euro“ im städtischen Haushalt eingestellt.

Bleibt es bei der geplanten Schließung ab Januar? Ja. Aber wie lange diese dauert, hängt von der jeweiligen Räumlichkeit ab. Offiziell hat das Kurhaus samt Parkrestaurant am Sonntag, 31. Dezember, zum letzten Mal für Gäste geöffnet. „Natürlich verabschiedet sich das Kurhaus nicht still und leise in seinen Erholungsschlaf, sondern standesgemäß mit einer rauschenden, bunten Silvesterveranstaltung“, kündigt Dornbach an.

Davon abgesehen ist eine Einkehr im Restaurant noch bis Freitag, 29. Dezember, möglich. Wer will, kann sich bei der Gelegenheit „mit einem letzten Gruß oder einer ganz persönlichen Lieblingserinnerung im Kurhaus-Gästebuch“ verewigen.

Während der Spiegelsaal bereits ab dem kommenden Mai wieder für Veranstaltungen geöffnet ist, bleibt das Parkrestaurant bis zur offiziellen Neueröffnung im Jahr 2025 geschlossen. „Wer nun befürchtet, das Jahr 2024 ohne echte Kurhaus-Maultaschen und Villgratters Rostbraten überstehen zu müssen, kann sich beruhigt auf das kommende Jahr freuen“, teilt Sina Dornbach mit. Denn das Kurhaus-Team ziehe in das „Zur Linde – Kulturtreff Bürgerhaus“ am Stadtsee ein. Dort werden dann ab Ende Februar Gäste bewirtet.